Ulrike und Andreas aus Kaschel


Veröffentlicht am: 13.09.2026  Aufgenommen am: 23.07.2026


Episodenbild

Worum gehts?

Gut Kaschel, ein ehemaliges Rittergut aus dem 19. Jahrhundert, mitten im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Hier wohnen Ulrike und Andreas Ulbricht auf dem Land, das ihre Großeltern nach dem Krieg als Neubauern aus Schlesien zugeteilt bekamen. Seit 2016 halten die beiden dort im Nebenerwerb schottische Hochlandrinder – neben ihren eigentlichen Berufen.

Romy ist mit Ulrike und Andreas direkt in die Herde gegangen: durch meterhohes Schilf, das die Rinder in zwei Wochen plattgefressen haben, vorbei an Tieren mit imposanten Hörnern, die trotzdem ausgesprochen entspannt sind. Es geht um Herdbuchzucht ohne Qualzucht, warum bei Highlands grundsätzlich keine Kälber geschlachtet werden, warum ihr Fleisch anders schmeckt als das aus dem Supermarkt – und warum ein Tier erst mit drei Jahren schlachtreif ist statt mit 15 Monaten.

Und es geht um die Praxis dahinter: Zertifikate, Veterinäramt, Tiertransportlehrgänge, neun Tage Reifung in der Kühlkammer, Direktvermarktung ab Hof nur an Verkaufswochenenden – und die Sorge, dass steigende Kraftstoffpreise die knappe Wirtschaftlichkeit des Betriebs gefährden.

📍 Infos zur Folge
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🌿 Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
https://www.biosphaerenreservat-oberlausitz.de

🐄 Verband Deutscher Highland-Cattle Züchter und Halter e.V.
https://www.highland.de

🥩 Die Lausitz schmeckt – Netzwerk regionaler Direktvermarkter
https://www.lausitz-schmeckt.de

📸 Highland Cattle Farm Gut Kaschel – Instagram
https://www.instagram.com/highlandcattlefarmkaschelgut/
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🎙️ Moderation: Romy Ganer
🐄 Zu Gast: Ulrike & Andreas Ulbricht (Gut Kaschel)
🎬 Schnitt: Stephan Hoffmann & Mario Damian
🎛️ Technik: Mario Damian
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SPRECHER IN DIESER FOLGE

Romy

Ulrike

Andreas





Zu dieser Episode von „'s menschelt“ gibt es ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecherzuordnung.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt. Bei den Hauptfolgen werden wir so gut wie möglich versuchen, das Transkript nachzubearbeiten. Es kann aber auch immer sein, dass wir dafür keine Zeit hatten. Der automatisierte Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort.

Transkription der Episode anzeigen
Romy 0:00:42

herzlich willkommen zu einer neuen Folge von s´menschelt mit Ulrike und Andreas Ulbricht aus Kaschel.

Ulrike 0:00:52

Hallo, herzlich willkommen.

Romy 0:00:55

Ja, hallo. Hier auf dem Weg nach Kaschel. ich bin wirklich durch die Walachei gefahren und ich habe mich gefragt, ob hier der Winterdienst ankommt.

Ulrike 0:01:04

Winterdienst kommt hier an. das wird erledigt die Kommune hat jemand ausgeschrieben und der erledigt das dann, als Anbieter, Fremdanbieter.

Romy 0:01:14

Okay, weil das ist ja wirklich, nicht sehr stark bewohnt hier in Kaschel

Ulrike 0:01:17

Ja, hier hinten und vor allen Dingen auf dem Gut, ist wenig Verkehr. Mhm. was wir auch lieben, dass es so, so ruhig ist.

Romy 0:01:27

Man kann trotzdem alles gut erreichen von hier, oder?

Ulrike 0:01:30

Man kann alles gut erreichen, richtig. Und, die Versorgungsfahrzeuge finden uns auch.

Romy 0:01:36

Sehr gut. Ich hab nur bei der Fahrt hierher tatsächlich gemerkt, wie riesig die Gemeinde ist, ne. Also man fährt so lange durch Wald, bis man dann mal wieder ein Haus trifft. und das ist schon faszinierend. Aber hier hinten ist ja ziemlich viel Begängnis mit Hunden. Brauchts die hier im Wald? Also gibt's viele Wölfe oder irgendwelche anderen Dinge, die jetzt nicht so cool sind, wenn man so ganz allein wohnen würde?

Ulrike 0:01:59

der Wolf ist schon zu sehen, gelegentlich, also in größeren Abständen. Gesehen haben wir den schon. Aber es ist jetzt nicht für die Wolfsabwehr. Das ist einfach, daraus bedingt, dass die Bewohner, die jetzt hier hinten einen Hund haben, gerne einen Hund halten möchten ja, zum Anzeigen, dass wenn, wenn jemand kommt. Oder berufsbedingt zum Beispiel auch als Jäger.

Romy 0:02:23

Ah, also in Kaschel wohnen viele Jäger. Seid ihr, gehört ihr auch dazu?

Ulrike 0:02:26

Nein.

Romy 0:02:27

Nein? Okay. Aber es gibt Jäger hier in Kaschel.

Ulrike 0:02:30

Es gibt Jäger. Die aufm Gut.

Romy 0:02:33

Die aufm Gut. Was ist denn das Gut?

Ulrike 0:02:35

So, da gebe ich jetzt mal weiter.

Andreas 0:02:38

Ja, auch von mir aber ein herzliches Willkommen. das, Gut Kaschel oder Kaschel Gut, wie es im Volksmund heißt, das ist, ein ehemaliges welches um circa 1880 hier entstanden ist, äh, mit den Gutsgebäuden, den sogenannten Wirtschaftsgebäuden. Und,

Romy 0:02:59

Ist das hier um die Ecke?

Andreas 0:03:00

Die sind quasi jetzt, wir stehen ja in unserem ehemaligen Garten. Das ist sozusagen jetzt hinter unserem Garten. Da können wir dann gleich noch mal hinlaufen.

Romy 0:03:09

Ja, super.

Andreas 0:03:09

entstanden sind diese Gebäude hier als Wirtschaftsgebäude und das Schloss, oder das ehemalige, das Schloss, welches, da stand, wo wir jetzt wohnen-

Romy 0:03:19

Mhm.

Andreas 0:03:19

Das wurde so circa zehn, fünfzehn Jahre später, also 1890, 1895, äh, errichtet.

Romy 0:03:27

Von wem?

Andreas 0:03:28

da müsste ich jetzt meinen Vater fragen. Das kann ich jetzt nicht aus dem Spontan sagen. dieses Schloss, äh, wurde dann nach dem Krieg, an meine Großeltern, zur Aufsiedlung übergeben und sie haben das dann 1947, nachdem es 1946 gesprengt wurde, obwohl es die Russen eigentlich verboten hatten zu sprengen dann als Schutthaufen übernommen zum Aufsiedeln.

Romy 0:03:51

Was heißt aufsiedeln?

Andreas 0:03:52

mein Großvater stammt aus dem Schlesischen.

Romy 0:03:55

Mhm.

Andreas 0:03:56

Großmutter kommt hier aus dem Ort und die haben das dann bekommen, sozusagen im Rahmen der Bodenreform oder der Flüchtlings, äh, Geschichte dann zum Aufsiedeln. Deswegen haben wir auch diesen schönen Namen der Straße Neubauernstraße, weil das alles neue Menschen waren, die hier aufgesiedelt haben. Ach, neue Bauern. und es waren auch alles Landwirte, die hierhergekommen sind. eigentlich alles aus Schlesien, aus dem Schlesischen. Ja, so weit erst mal dazu.

Romy 0:04:25

Also in den 40er Jahren sind sozusagen oder Ende der 40er Jahre sind viele Menschen aus Schlesien hierhergekommen, um Bauern zu werden. Wie viele von denen sind noch da? Also deren Nachkommen dann sozusagen?

Andreas 0:04:39

Also von dem Aufgesiedelten sind es wir und noch eine Familie aus, dem hinteren Bereich, vom Gut die sind noch, von der damaligen Zeit da. der Rest hat schon entsprechend durchgewechselt.

Romy 0:04:50

Mhm.

Andreas 0:04:51

Und ist weitergegangen.

Romy 0:04:53

Und ist das dann eine LPG geworden zu DDR-Zeiten?

Andreas 0:04:55

in, einigen Bereichen ist es dann, durch die, äh, Zwangsverstaatlichung, sind dann die landwirtschaftlichen Flächen, dann in die LPG eingegangen. ja, das ist so gewesen.

Romy 0:05:07

Und die anderen Flächen?

Andreas 0:05:08

Da gab's keine anderen Flächen. Also sozusagen alle Flächen sind die LPG übergegangen. Es gab dann sicherlich Wald, der noch im Privatbesitz war. die Flächen sind auch immer im Privatbesitz geblieben, aber die durften nicht mehr bewirtschaftet werden, selbstständig, sondern wurden dann durch die LPG oder andere Sachen bewirtschaftet. So ähnlich war es dann auch beim Wald.

Romy 0:05:29

Mhm. Und wie ist das jetzt?

Andreas 0:05:31

Jetzt ist das so, dass das wieder im Privatbesitz alles ist, und so ist das auch bei uns und wir haben uns dann auch überlegt, was können wir sauber und sinnvoll mit unseren eigenen Flächen machen, und, sind dann dazu gekommen, dass wir gesagt haben, das machen wir dann auch im Rahmen der Landwirtschaft hier selber. Ja, und so fängt das dann alles an.

Romy 0:05:52

Also ihr seid keine Neubauern mehr, sondern ihr seid jetzt schon Altbauern.

Ulrike 0:05:55

Ja, wir machen das ja im Nebenerwerb.

Romy 0:05:57

Ach, im Nebenerwerb.

Ulrike 0:05:59

Wir machen das, machen das im Nebenerwerb und haben wir, gehen beide noch, unseren Berufen nach und haben das so, Aus der Arbeit heraus uns angelernt. So mit den einfach angefangen und haben dann während der, der Arbeit mit den.

Also wir haben, äh, 20, 16 die ersten Tiere dann erst bekommen hier.

Romy 0:06:27

Mhm. Wie lange war das vorher dann nicht bewirtschaftet?

Ulrike 0:06:32

Also na ja, die Flächen wurden ja von der, vom Agrarbetrieb bewirtschaftet.

Romy 0:06:37

Also von der LPG in einen Privat, äh, in einen Agrarbetrieb, aber nicht in euren Agrarbetrieb, sondern das war verpachtet dann oder?

Ulrike 0:06:45

Genau, das war

Romy 0:06:46

verpachtet. Ah, okay, ihr hattet die Flächen verpachtet und dann sozusagen euch entschieden, das dann selber zu machen.

Ulrike 0:06:50

Und dann war immer wieder der, wurde ja wieder die, die Pachtzeit dann um gewesen und wir haben dann halt überlegt, was wollen wir was selber machen und wenn was.

Romy 0:07:01

Mhm.

Ulrike 0:07:03

Und wir sind dann, um eben das im Nebenerwerb machen zu können, haben wir uns dann für, für diese, schottischen Hochlandrinder entschieden, und eine extensive Rasse, die also, Wind und Wetter gut aushält und, wo man jetzt keinen Stall explizit braucht.

Die kommen mit, mit 'ner trockenen Lagerfläche, dass sie sich mal hinlegen können zurecht und mit, mit Schatten im, im Sommer und immer ausreichend Futter und, und Wasser und dann reicht denen das schon.

Romy 0:07:38

Und was fressen die so? Nur Gras? Oder muss man zufüttern mit irgendwas anderem?

Ulrike 0:07:42

Eigentlich muss man nicht zufüttern, wenn genug wächst.

Romy 0:07:45

Ja, wenn dieses Jahr, ne, wie dieses Jahr so viel Regen ist und das Gras immer schön sozusagen.

Ulrike 0:07:49

Ja, das ist jetzt, vorher war es ja sehr im, im Frühjahr schon mal lange trocken. Das ist ja bei den Sandböden ist das ganz schnell, dass das dann nicht mehr wächst. Und, dann war ja diese sengende Hitze, sodass also das hier auf dem Sandboden, quasi unter die Erde verschwunden ist, das Gras. Und dann musst, wenn das dann erst so langsam wieder von ganz unten schieben muss, dann dauert das auch seine Zeit. Und wenn man jetzt schon, so ziemlich na ja, sage ich mal, in der Endausbauphase ist von, von der Herdengröße, dann brauchen die dann schon viel Futter. Dann muss schon ordentlich, vorhanden sein. Und wenn das nicht so gut nachwächst bei der, bei der Hitze, da ist das dann schon erst mal. Ein bisschen.

Andreas 0:08:37

Gibt es Sorgen.

Ulrike 0:08:38

Gibt es Sorgen. Gibt es Sorgen, genau.

Romy 0:08:40

Was ist denn eine Endausbauphase? Bei Tieren,

Ulrike 0:08:44

kann ich mir nicht vorstellen. Na ja, wir haben, wir haben ja, wir haben angefangen, wie gesagt, 2016 mit, mit vier Tieren und, also mit zwei gedeckten Kühen. eine hatte ein Kalb noch bei laufend und einer Ferse. Dann haben wir den, das Jahr drauf, '17 haben wir uns dann einen Bullen geholt.

Romy 0:09:01

Mhm.

Ulrike 0:09:01

weil das bei uns mit dem Natursprung, hier vonstattengeht bei den Kühen, die, die Deckung.

Romy 0:09:10

Ah, okay. Also die, man braucht keinen Besamer, sondern die kümmern

Ulrike 0:09:13

sich selber. Genau. Okay. So soll das sein. Und, und dann haben wir uns so peu à peu unsere Herde aufgebaut und sind jetzt bei vom, vom Zuchtbullen bis zum jüngsten Kalb bei dreiunddreißig Tieren.

Romy 0:09:25

Ja.

Ulrike 0:09:26

Und, bewirtschaften, so dreiunddreißgeinhalb Hektar etwa.

Romy 0:09:32

Wie viel Fußballfelder sind das ungefähr? Nur damit man sich das so räumlich ein bisschen

Ulrike 0:09:36

vorstellen kann. Oh, da ich so ein Fußball-- wie groß ist so ein Fußballfeld?

Romy 0:09:39

Okay, wir sind alle drei raus. Wir wissen nicht, wie groß, wie dreiunddreißig Hektar sind in Fußballfeldern, aber das ist auch nicht so wichtig. ich glaube, wir gehen uns das dann mal angucken und dann kann ich ja mal versuchen zu erklären, wie groß das ungefähr ist, weil ich kann's auch nicht abschätzen.

Ulrike 0:09:51

Ja. Also es ist schon, es hört sich viel- Und hier sind ja nicht alle am Stück. Das, die Fläche ist ja hier vorne nicht alles am Stück zu

Romy 0:09:56

sehen,

Ulrike 0:09:57

sondern sind auch schon ein bisschen verteilt.

Romy 0:09:59

Ja, aber das ist ja auch schwierig mit der Bewirtschaftung dann, oder? Wenn das so verteilt ist.

Ulrike 0:10:03

Nö, das ist nicht schwierig. Nee? Nö.

Romy 0:10:05

Treibt ihr dann die Rinder von einer Fläche zur nächsten oder bewirtschaftet ihr die nur zum, um Gras zu hauen und dann-

Ulrike 0:10:12

Nein, die, wir weiden schon auch, äh, Flächen, die ein bisschen weiter weg sind, aber da haben wir einen, einen Viehtransportanhänger.

Romy 0:10:19

Okay, also die laufen nicht so wie beim Almabtrieb, dass man die so kilometerweit den Berg runterschiebt.

Ulrike 0:10:23

Ja, genau.

Romy 0:10:24

Sondern für euch ist die Straße dann oder ihr ladet die

Ulrike 0:10:26

auf. Wir laden die auf. Wir, uns, unsere Tiere sind alle halfterführig.

Romy 0:10:32

Was heißt das auf, ähm-

Ulrike 0:10:33

Also die haben ein Halfter, wie man, wie man das so beim, beim Pferd zum Beispiel kennt. Ja. Und die lassen sich, anleinen und die kann man dann auf den Wagen führen. So machen wir das. Ah. Weil- Also sind

Romy 0:10:44

die abgerichtet.

Ulrike 0:10:46

Ja, sind schon ein bisschen erzogen. Also das machen wir, in dem Alter, wenn die Kälber dann von den Mutterkühen abgesetzt werden. Ja. So mit einem Dreivierteljahr, und dann bleiben die erst mal in einem extra, in einem extra, na, Ferch.

Romy 0:11:01

Ja.

Ulrike 0:11:01

Und dort werden die an uns gewöhnt. Und dort lernen die das dann, also dass sie erst mal das, das Halfter tragen und dass sie dann, mit dem Halfter geführt werden und dass sie uns vertrauen und dass wir's dann auch leichter haben, wenn sie älter sind und die mächtigen Hörner besitzen.

Romy 0:11:20

Äh.

Ulrike 0:11:21

Das-- Deswegen, machen wir das für uns, dass wir's dann leichter haben. Aus Sicherheitsgründen. Auch aus Sicherheitsgründen. Ist, ist auch weiter da Arbeitsschutz für uns. Ja.

Romy 0:11:30

Wie groß sind denn die Hörner? Also wir gucken uns das gleich noch an, aber so, dass ich das jetzt ... Also sind die so 'ne Armlänge lang oder sind die-

Ulrike 0:11:39

Ne Armlänge nicht, nicht ganz, aber, es gibt Tiere, wenn die, wenn ich da vor dem, vor dem Haupt stehe mit den Hörnern, da pass ich also schon, passt ein erwachsener Mensch zwischen die Hörner schon rein, so. Ach krass. Ne, das ist also von der, von der Spannweite. Ne? Und bei den Bullen, die gehen so nach, die-- sind die Hörner so mehr nach vorn und bei den Kühen gehen die erst so bisschen zur Seite und dann nach oben.

Romy 0:12:11

Ah, also das ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal,

Ulrike 0:12:14

dass die- Ja, zum Beispiel nicht immer.

Romy 0:12:18

Okay. Und ihr schneidet die Hörner nicht?

Ulrike 0:12:21

Nein, die sind ja durchblutet. Das Horn. Es ist nicht so wie beim, beim Wild, dass das also-

Romy 0:12:29

Also bei den Rehen.

Ulrike 0:12:30

Bei den Rehen und bei den Hirschen, dass die das jetzt abschmeißen, dass das dann, dass das dann irgendwann, so verhornt ist, dass das dann abfällt. Ja. Also die behalten, das wächst ja ein Leben lang bei den Kühen und das ist durchblutet.

Romy 0:12:44

Und hat das-

Ulrike 0:12:45

Und das würde, wäre 'ne Verletzung dann. Ja. Schon und eine, eine gravierende Verletzung bei dem Tier. Und außerdem brauchen die, äh, die Rinder das, für die Rang, Rangfolge. Aha. Es, es ist unter anderem so bei den, bei den weiblichen Rindern, dass die, je, ausladender und höher das, das Gehörn ist, zum Beispiel, umso, besseren Stand haben sie in der, in der Herde.

Ah. Meistens ist das so.

Romy 0:13:19

Okay. Also je kräftiger, desto höherwertige Stellung. Und bei den Bullen?

Ulrike 0:13:29

Ja, bei den Bullen kommt's dann schon auf die Größe und das Durchsetzungsvermögen an.

Romy 0:13:33

Also nicht auf die Hörner unbedingt.

Ulrike 0:13:36

Nicht, nicht nur. Also das ist dann schon, mehr, mehr so die, die Körpergröße und dann auch so das-- Hörner haben auch 'n, ne, wenn die bisschen kleiner ausfallen, dann ist auch nicht so. Aber ansonsten ist schon eher so die, die, die Körpergröße, denn die stellen sich dann, seitlich erst mal gegenseitig hin, so wie Breitseite zeigen so und wenn die dann, wenn das schon reicht, dann ist gut.

Romy 0:14:04

Okay. Und sind die auch so allergisch auf, Farben wie Rot, so wie bei den Stieren, dass sie dann aggressiv werden oder...?

Ulrike 0:14:11

Das ist auch bei den Stieren nicht das Rote, was aggressiv macht, sondern die, die, diese ruckartige Bewegung. Ah, okay. Das, das ist bei dem Torero ist eher so die, die Bewegung des, des, des Mannes, was, wie der sich dort ... Denn der läuft ja auch so stolzierend wie so 'n Hahn, ne, wenn man das mal gesehen hat und, und macht nur-- Also dieses Tuch ist eigentlich nur zur Erweiterung seines Körpers. Ach krass, ja. So wie die, wie unsere Bullen, wenn die sich seitlich stellen und ihre ganze Körpergröße dann so breit aufstellen, so macht der das, verlängert der das mit dem Tuch. Und wenn der dann hier so vor dem herstolziert- Ach, verstehe. -dann, dann, dann, provoziert der praktisch den Stier, dass er ihn angreift. Und das ist auch noch mal ein ganz anderes Temperament als jetzt unsere schottischen Hochlandrinder. Unsere Schotten sind ganz gutmütige- -Tiere. Ja.

Andreas 0:15:07

Aber Farben können sie deswegen trotzdem nicht sehen, sondern sie können unterscheiden in verschiedenen Graustufen-

Romy 0:15:13

Aha. -

Andreas 0:15:14

und nehmen aber dennoch dadurch Farben anders wahr. Also zum Beispiel, äh, wenn man Landwirt ist und man arbeitet mit Tieren und Rindern zusammen, versucht man immer zu meiden, helle Farben. Also unsere Arbeitssachen haben in der Regel keine gelben Schattierungen, keine weißen Sachen. Also wir arbeiten eher in 'nem gedeckten Grün oder im Schwarzbereich.

Dunkelrot. Farben schon auch, aber dieses Helle lassen wir in der Regel weg, weil das irritiert sie. Das nehmen die als sozusagen als Leuchtkraft wahr.

Romy 0:15:49

Aha.

Andreas 0:15:49

Das kann man sich natürlich gerne ausnutzen, wenn man die lenken wollen und wo sie mal gerne hinlaufen sollen. Ja. Weil sie sind unwahrscheinlich neugierig, die Tiere. Da kann man den berühmten gelben Waschlappen nehmen und den mal irgendwo hinlegen. Da gehen die garantiert erst mal gucken, was denn das ist. Ja, ansonsten, arbeiten wir eher mit gedeckten Sachen, äh, und nicht eher mit irgendwelchen Leuchtstreifen. Das kann man aber wie gesagt ausnutzen, um zu lenken.

Deswegen sind die Lützendrähte ja auch eine, haben die auch eine gewisse Farbe. Mhm. und am besten können Tiere also von der Farbschattierung, für uns Farbschattierung, grün und blau unterscheiden. Also das können die am ehesten wahrnehmen, aber das nehmen die alles im Rahmen der Graustufen wahr und nicht in dem Sinne von der Farbe, so wie wir das gewohnt sind.

Romy 0:16:44

Aha. Cool. Spannend.

Ulrike 0:16:48

Ne?

Romy 0:16:48

Mhm. Und das habt ihr euch alles so neben dem Beruf mal so nebenbei mehr oder weniger angeeignet.

Ulrike 0:16:56

Ja, immer wieder bei, bei, äh, Waldfortbildungen und, Vorträgen und belesen und wieder was gehört und Unterhaltungen bei Züchtertreffen und ja, so, selber.

Romy 0:17:12

Okay, na fangen wir noch mal von vorne an. Also 2018, richtig? 16. 2016 habt ihr angefangen, und habt euch entschieden, das sozusagen zu bewirtschaften. Was hat euch dazu bewogen, anstatt die bequeme Pacht zu nehmen, selbst aktiv zu werden und neben der Arbeit noch mal sich so richtig viel Arbeit aufzuhalsen?

Andreas 0:17:36

Eigentum verpflichtet und, Eigentum ist auch ein hohes Gut, das entsprechend, wir auch aus unserem christlichen Glauben heraus, sehr, sehr würdevoll damit auch entsprechend umgehen wollen und auch entsprechend bewirtschaften wollen, äh, haben wir gesagt, das können wir besser. Wir starten's, wir versuchen's.

wir haben dann auch lange, lange hin und her überlegt. Der Prozess hat ja nicht 2016 erst begonnen, sondern wir haben bereits die Jahre davor uns Gedanken gemacht: Was können wir tun? Von der Idee Marktfrucht, also sprich Getreideanbau, Gemüse bis hin zur Tierhaltung war alles dabei. wir haben da uns viele Gedanken gemacht und sind dann eigentlich durch die Grüne Woche auf Züchter

gestoßen,

die uns dann auch eingeladen haben zu den ersten Züchtertreffen. Und da sind wir hingefahren ins Brandenburgische und, ähm, sind dort herzlich willkommen geheißen und haben da die ersten Kontakte mit den schottischen Hochlandrindern gehabt. So fing das peu à peu an und dann gingen die Planungen relativ straff ins Detail.

Romy 0:18:52

Wie viel Platz braucht man denn für so ein Rind?

Ulrike 0:18:56

Na ja, das gibt so die, Faustregel für, für eine Großvieheinheit ein, ein Hektar.

Romy 0:19:05

Eine Großvieheinheit ist das ein Rind?

Ulrike 0:19:08

Das ist ein ausgewachsenes Rind.

Romy 0:19:10

Okay.

Ulrike 0:19:10

Und das geht dann je nachdem, nach dem Alter, stuft sich das dann noch zurück. Und ja, und wir haben, wie gesagt, äh, dreiunddreißig Tiere für dreiunddreißig, dreiunddreißigeinhalb Hektar.

Romy 0:19:23

Ausbaustufe erreicht. Jetzt habe ich es verstanden.

Ulrike 0:19:24

Genau.

Romy 0:19:25

Okay. Okay. Gut. Schön. Dann wollen wir uns noch was angucken gehen?

Ulrike 0:19:30

Ja,

Romy 0:19:31

da gehen wir mal jetzt in die

Ulrike 0:19:32

Herde rein.

Romy 0:19:33

In die Herde rein. Okay.

Ulrike 0:19:35

Ja.

Romy 0:19:35

Ich habe einen roten Schal dabei, aber ich habe ja gelernt, das ist nicht, ähm-

Ulrike 0:19:39

Die sind alle wirklich friedlich.

Bei den Tieren, wo sich das rauskristallisiert, dass das Gemüt nicht so passt also nicht so das Vertrauen fassen, wie wir das gerne hätten-

Romy 0:19:52

Ja. -

Ulrike 0:19:54

dann, dürfen die zwar, auswachsen sozusagen.

Romy 0:19:58

Ja.

Ulrike 0:19:59

Also das, äh, das Alter bis zum Schlachtkörper, sage ich mal-

Romy 0:20:04

Mhm.

Ulrike 0:20:04

-erreichen und werden dann aber nicht zur Zucht weiter genommen, sondern gehen dann in die Direktvermarktung.

Romy 0:20:12

Okay, dann gehen wir doch mal so einen Lebenszyklus durch von so einem schottischen Hochlandrind.

Ulrike 0:20:17

Ja, also eine Färse, das ist ein weibliches Rind, was noch kein Kalb hat-

Romy 0:20:27

Mhm. -

Ulrike 0:20:28

wird bei uns mit drei Jahren erst zum Deckbullen zugelassen.

Romy 0:20:34

Mhm.

Ulrike 0:20:34

da ist es zwar noch nicht vollständig ausgewachsen, das ist dann so mit, mit fünf Jahren hat so die letzte, ja, sage ich mal, Körpergröße erreicht. Das ist aber nicht mehr sehr viel, was es da noch dazulegt.

Romy 0:20:50

Mhm.

Ulrike 0:20:51

Also ist dann auch ausgereift so. Aber mit drei Jahren ist sie so weit, gewachsen, dass sie- Geschlechtsreif. Geschlechtsreif ist sie schon eher.

Romy 0:20:58

Mhm.

Ulrike 0:20:59

Aber, braucht ja auch einen bestimmten, Körperbau- Ja. -dass sie den Bullen tragen kann und dass sie nachher auch ohne Probleme das, das Kalb, gebären kann.

Romy 0:21:09

Wie viel Kälber kriegen die so? Also können die mehr als ein Kalb austragen? Also gibt's auch Mehrlingsgeburten?

Ulrike 0:21:15

Ja, gibt es auch, aber eben selten wie bei den, bei den anderen Rinderrassen auch.

Romy 0:21:20

Ja.

Ulrike 0:21:21

Und mit drei Jahren kann die also zum Deckbullen und dann, äh, braucht es, zehn Monate etwa dem, dem Menschenaustragezeit der, der Kinder ähnlich.

Romy 0:21:33

Ja.

Ulrike 0:21:34

bis das Kalb kommt. Und dann, äh, bleibt das Kalb, wie gesagt, ein Dreivierteljahr bei der Mutterkuh und wird dann also abgesetzt. Das hatte ich vorhin schon erklärt mit, wie wir das dann machen. Und jetzt sind, werden sie schon neugierig hier. Jetzt gucken sie schon, kommen wir zu dritt.

Romy 0:21:54

Ah. Oh, ähm.

Ulrike 0:21:55

Gibt es vielleicht was?

Romy 0:21:56

Äh, wir sind jetzt hier- Wir bleiben

Ulrike 0:21:57

mal stehen.

Romy 0:21:58

Genau, auf so eine Weide gegangen und da vorne ist kein Zaun mehr.

Ulrike 0:22:02

Ja, da

Romy 0:22:02

ist kein Zaun

Ulrike 0:22:03

mehr.

Romy 0:22:05

Und da stehen so riesige Tiere und gucken uns an. Oh je, oh je.

Ulrike 0:22:09

Das haben bis jetzt alle überlebt.

Romy 0:22:11

Ich gehe davon aus. Aber das ist schon, das ist schon, ein Anblick.

Ulrike 0:22:16

Ja. Und während sie also das, das Kalb führt, das Dreivierteljahr, wird sie ja von dem Bullen schon dann wieder gedeckt. Ja. Ne?

Romy 0:22:26

Die ist sozusagen schwanger.

Ulrike 0:22:29

Ja.

Romy 0:22:30

Und wird noch mal bestiegen? Habe ich das richtig verstanden?

Ulrike 0:22:33

Nein. die, sie hat das Kalb dann geboren.

Romy 0:22:37

Ja.

Ulrike 0:22:37

Und, ähm-

Romy 0:22:39

Ach so, und dann

Ulrike 0:22:40

füttert

Romy 0:22:40

sie es 'n Dreivierteljahr und dann ...

Ulrike 0:22:42

Ne, und

Romy 0:22:47

Hört man's?

Ulrike 0:22:47

In der, ja, in der, in der-

Romy 0:22:50

Das brüllende Bullen.

Ulrike 0:22:50

Normalerweise sind die nach der Geburt eines Kalbes nach, nach zwei Monaten etwa schon wieder, empfängnisbereit. Wenn's, wenn's, wenn's, wenn ein, wenn ein, eine Mutterkuh sehr schnell und gut aufnimmt.

Ja, okay. Kann natürlich auch nach hinten länger dauern.

Romy 0:23:11

Ja.

Ulrike 0:23:11

Das, das sind andere Einflüsse auch möglich. Hitze zum Beispiel

Romy 0:23:16

Mhm.

Ulrike 0:23:16

funktioniert nicht so gut. Da sind die dann natürlich auch träger, dann wollen die nicht so.

Romy 0:23:21

Mhm.

Ulrike 0:23:22

Aber ja.

Romy 0:23:26

Okay, also dann sind die, äh, nach 'nem Dreivierteljahr werden sie sozusagen, sind sie nicht mehr bei der Mutter, sondern sind, also nur bei der Mutter, sondern sind normaler Teil der Herde und die Mutter kann dann wieder gedeckt werden und dann geht dieser, Kreislauf weiter. Genau,

Ulrike 0:23:40

wir nehmen ja die Kälber dann raus.

Romy 0:23:41

Mhm.

Ulrike 0:23:42

Und je nachdem, ob Bulle oder Färse, gehen dann die, die Jungs auf die Bullenkoppel zu den anderen Bullen und die Färsen zu den anderen Mädels.

Romy 0:23:53

Also die werden prinzipiell getrennt.

Ulrike 0:23:54

Ja, prinzipiell getrennt, damit das, kein, keine Inzucht gibt. Es ist wenn man jetzt die Bullen nicht, kastrieren möchte-

Ja. - dann, ist man, muss man drei Herden haben.

Romy 0:24:09

Mhm. Und, kennzeichnet ihr die dann irgendwie, damit ihr wisst, der hat, also das ist jetzt der Vater von dem und, der darf nicht mit der, oder?

Ulrike 0:24:17

Na, das, die kennen wir alle, die Tiere. Wenn wir jetzt, ähm, wir haben ja tatsächlich zwei Zuchtbullen, das, das wissen wir schon. Dann an den, an den Namen. Bei uns hab, hat auch jedes Rind seinen Namen. wir haben also, die bekommen ja, die Kälber bekommen ja, nach der Geburt alle ihr, ihre Ohrmarke.

Romy 0:24:37

Ja.

Ulrike 0:24:38

und die bekommen aber auch, weil wir Herdbuchzucht machen. Was ist das? Ja, das, das ist, in, in der, Fleischrinder...

Romy 0:24:47

Zuchtverband.

Ulrike 0:24:48

Zucht-Zuchtverband, danke. werden die also Herdbuch geführt, sodass also gesehen wird, welche, welche Herkunft die sind.

Romy 0:24:57

Ja, also Stammbaum.

Ulrike 0:24:58

Stammbaum,

Romy 0:24:58

genau.

Ulrike 0:25:00

Mhm.

Damit also dann auch wenn, wenn jetzt, Interessenten wären oder, oder, Herdbuchzüchter, die jetzt für, für ihre Herde, frisches Blut suchen, dass die dann auch einen Nachweis haben, dass das alles, also alles in Ordnung ist mit den Tieren und keine Inzucht und keine, wie sagt man so Wald- und ist, sondern dass das alles wirklich Rasse, richtig ist.

Romy 0:25:26

Mhm. Okay, also es wird buchgeführt und dann habt ihr diese drei Koppeln. Und wie lange leben die dann?

Ulrike 0:25:34

die Mutterkühe, wenn sich das, zeigt, dass die einen guten Mutterinstinkt haben, dass die ihre Kälber gut versorgen-

Romy 0:25:42

Mhm.

Ulrike 0:25:43

das Tier, im Ganzen gut gebaut ist, dass es ein gutes Fundament hat. Fundament heißt also, das Skelett und dazu gehören auch die Klauen. Und wenn es, von, von der Rasse her die typischen, also die besonders gewollten Merkmale hat, wie dass das Gehörn bei den, bei den Kühen so nach, nach oben weg-

Romy 0:26:07

Mhm.

Ulrike 0:26:08

Und, auch ordentlich F-Fleisch, äh, angesetzt haben und dass das Euter nicht zu groß ist und also so im Ganzen umfassend, dann hat man eigentlich so 'ne Kuh sehr lange.

Das heißt, da kann man die bis, bis, bis fünfzehn, sechzehn Jahre oder noch länger haben, denn die, die Highland Cattle sind, eine Rasse, die können noch bis ins hohe Alter gut Kälber austragen.

Romy 0:26:36

Mhm. Aber ihr wollt die ja nicht alle 15, 16 Jahre alt werden lassen.

Ulrike 0:26:40

Nein, das wären ja zu viel.

Romy 0:26:42

Mhm. Was macht ihr denn mit denen dann so?

Ulrike 0:26:44

Ja, wenn wir dann aussortieren oder sagen, wir haben jetzt noch wieder von der Nachzucht ein, ein, vom, besseres Tier, dann kommen die zum Schlachter.

Romy 0:26:53

Mhm.

Ulrike 0:26:54

Ne? Und,

Romy 0:26:55

Also ihr bringt die hin oder kommt er

Ulrike 0:26:57

her? Nein, wir bringen die hin.

Romy 0:26:58

Mhm. Weil ich hab gehört, es gibt so 'ne Methode, dass die, tatsächlich auf der Weide geschossen werden und der Schla-- Also, also ich stehe hier mit meinem Auto und kann die sozusagen jetzt hier schießen und dann kann ich die in diesem Auto, also größerer Transporter, ausnehmen. So was gibt's ja

Ulrike 0:27:15

auch, ne? Ja, kennen wir. Haben wir schon, auch, gesehen. wir müssen das aber nicht machen, weil wir unsere Tiere sind ja so gutmütig, die kommen ja mit uns mit dem Strick mit. Den können wir also aufladen. Das, das ist auch ein, ein, Ergebnis unserer, Unseres Trainings, genau. Dass, wir die also ganz problemlos am Strick auf den, auf den Anhänger aufladen können und dann zum Schlachtbetrieb fahren und stressfrei auch dort wieder abladen und, in dort, in das, in das Ssschlachthaus reinführen. Mhm. Die sind so entspannt, weil sie uns, weil's ja kein- Was ich kenne.

Weil es auch kein, weil wir auch keinen Stress machen, wo wir sie hinführen, denken sie, das geht auf 'ne neue Koppel.

Romy 0:28:06

Mhm.

Ulrike 0:28:06

Das ist für das Tier wirklich stressfrei. Die nehmen noch 'n Brot.

Romy 0:28:09

Mhm.

Ulrike 0:28:10

Und dann kommen sie von der Welt.

Romy 0:28:14

Und wo ist der nächste Schlachtbetrieb?

Ulrike 0:28:16

Wir haben unseren Schlachtbetrieb in, in Neuleben, Viereichen.

Romy 0:28:20

Ah, okay. Muss man das alles, irgendwie zertifizieren lassen und so? Oder kann theoretisch jeder sich so ein Rind auf einen Hektar Wiese stellen?

Ulrike 0:28:31

Na ja, das ist, äh, sagen wir mal so, dass, der, ein Rind ist, das Rind ist ja ein Herdentier.

Romy 0:28:37

Mhm.

Ulrike 0:28:38

Man tut dem Tier nicht unbedingt was Gutes, wenn es so alleine steht. Es ist immer schöner, wenn es wenigstens ein zweites dabei ist. Und, zu dem Hektar gehört ja nicht nur das Grüne, sondern da muss man ja auch noch Heu machen.

Romy 0:28:53

Mhm.

Ulrike 0:28:54

Also

Andreas 0:28:55

Ja, das ist das eine, die Bewirtschaftung. Das andere ist natürlich sind das anmeldepflichtige Tiere.

Romy 0:29:01

Mhm.

Andreas 0:29:02

Und, da ist 'ne enge Kooperation und, Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt, die ist unerlässlich, weil, es gibt ja auch verschiedene Untersuchungs-, rituale, die durchgeführt werden müssen, die dann vom Veterinäramt auch bestimmt werden aufgrund der sogenannten Tierseuchenverordnung und verschiedenen anderen Regularien, die irgendwo noch 'ne Rolle spielen, bis hin zu unserer Direktvermarktung, die wir machen, ähm, warum wir das in einem Schlachtbetrieb machen und keine Hausschlachtung.

Eine Hausschlachtung darf nicht verkaufen, aber wir verkaufen ja richtig das Fleisch als Landwirtschaftsbetrieb und, äh, v-von daher gibt es Regeln, die einzuhalten sind und, das ist dann alles nicht so, einfach immer alles auch entsprechend umzusetzen. Also da gehört mehr dazu, als bloß einzeln sich ein Rind oder auch vielleicht auch zwei in den Garten zu stellen und, dann großzuziehen und, dann einfach zu schlachten und dann das Fleisch unter die Leute zu bringen. da muss man, da, da gehört 'n bisschen mehr dazu, als, das so einfach zu machen.

Romy 0:30:05

Braucht man, tatsächlich eine Ausbildung, also ein Zertifikat, das belegt, dass man in der Lage ist, sich um diese Tiere zu kümmern? Oder kann man die einfach anmelden?

Andreas 0:30:16

So 'n Zertifikat brauchten wir nicht.

Romy 0:30:19

Mhm.

Andreas 0:30:19

Ähm, wir s-- haben uns ganz viele - jetzt kommen sie langsam näher. Das ist doch schön.

Romy 0:30:24

Mhm. Die sind wirklich schön.

Andreas 0:30:25

Die sind nämlich neugierig, die Bande. Ähm, ähm, wie gesagt, ein Zertifikat brauchten wir Ähm, wir haben aber mittlerweile doch Eine ordentliche Berufserfahrung. Wir sind jetzt im zehnten Jahr. Das wird uns sehr hoch angerechnet, aber man braucht halt dennoch verschiedene andere Zertifikate. So zum Beispiel äh, damit wir die Tiere im Anhänger transportieren können, haben wir einen Tiertransportlehrgang gemacht, haben die entsprechenden Genehmigungen. Dann kommt, wird der Hänger auch vom Veterinäramt abgenommen. das sind so Kleinigkeiten, die dann auch noch 'ne Rolle spielen, weil wir kaufen ja auch, unsere Zuchtbullen, ein. Die sind wir schon 'n bisschen unterwegs damit mit den Tieren und da gibt's Regularen, Regularien, also wir sind deutschlandweit unterwegs und, da gibt's Regularien, wie man die Tiere transportiert und wie man sie transportieren darf und dazu braucht man entsprechende Genehmigungen. die haben wir. Wir haben die ganzen Lizenzen, wir haben die ganzen Sachen entsprechend gemacht. Wir haben die Lehrgänge besucht, wir haben die Prüfungen absolviert und, so verschiedene andere Weiterbildungen entsprechend auch gemacht.

Romy 0:31:27

So, und habt ihr sonst noch irgendwie Freizeit? Also habt ihr Freizeit, ist die Frage? Weil das hört sich nach, wahnsinnig viel Lernen an, nach wahnsinnig viel Arbeiten, auch draußen an der frischen Luft zwar sein, aber trotzdem ist es ja immer in Bewegung.

Ulrike 0:31:41

Ich sag mal, wenn man eine Arbeit gerne macht und wenn man das, wenn man dafür lebt, dann empfindet man Arbeit, wird immer A-a-arbeitsgänge geben, die nicht so, die man nicht so gerne macht. Das ist bei jeder Arbeit so, die man tut, aber, ansonsten empfindet man das nicht so als Arbeit, äh, viermal, weil man, weil man das gerne macht. Und wir haben das, haben uns bewusst dafür entschieden und, und haben dann aber auch richtig, richtig Freizeit. Also wirklich, wo, wo wir überhaupt nicht, mit den, mit den Rindern zu tun haben. Doch, das ist mittlerweile haben wir uns das jetzt auch schon so organisiert, dass das Dass man das auch haben kann. Allerdings, äh, in Urlaub ist halt nicht-- also Urlaub jetzt wegfahren in mit dem im Urlaub, das ist nicht so möglich. Aber das haben wir ja bewusst, entschieden. Wir sind ja vorher in Urlaub gefahren, noch mit den Kindern.

Romy 0:32:37

Mhm.

Ulrike 0:32:37

Aber das ist doch entspannt hier.

Romy 0:32:40

Ja.

Ulrike 0:32:40

Wir könnten uns jetzt hier unseren Liegestuhl

Romy 0:32:42

nehmen. Genau.

Ulrike 0:32:42

Ja.

Romy 0:32:43

Hinsetzen und dann einfach gucken, wie die näher kommen. Also die sind schon groß.

Ulrike 0:32:48

Ja.

Romy 0:32:49

Aber schöne Tiere.

Ulrike 0:32:50

Und die sind auch- Unterschiedliche

Romy 0:32:51

Farben haben sie. -schnell, wenn sie das

Ulrike 0:32:52

müssen.

Romy 0:32:54

Wovor haben die denn Angst?

Ulrike 0:32:57

Mhm.

Romy 0:32:57

Also wenn sie schnell sein müssen, ist ja meistens so ein Fluchtreflex,

Ulrike 0:33:00

ne. Ja. na ja, das ist schon, das ist jetzt hier die eingefriedelte Hauptkoppel. Hier wird also auch abgekalbt.

Romy 0:33:07

Mhm. Also hier kriegen sie die Kinder.

Ulrike 0:33:09

Ja, genau, hier kommen die Kälber. aber außen, da ist nur, sage ich jetzt mal, ohne Wildzaun. Wir haben ja hier, hier, wir haben ja hier diese, diese, diese Eisenbahnschwellen- Ja. -mal mit den, mit dem Wildzaun und der Stromlütze.

Romy 0:33:24

Ja.

Ulrike 0:33:25

und außen lang ist nur die Stromlütze. Also kann ein, wenn jetzt ein Wolf, der kann problemlos, entweder unten durch-

Romy 0:33:33

Mhm. -

Ulrike 0:33:33

kriechen oder drüber wegspringen, noch viel einfacher. Und, da müssen die dann schon, wenn im Herrenverband gut, gut laufen, damit die- Mhm. -die Kälber dann ... Das funktioniert auch. Wunderbar. Also wir haben da noch keine Verluste- Ach, sehr gut. Weil wir, dann auch die, die Herde mit den, mit Kälbern erst, in den Außenbereich lassen, wenn die Kälber, wenigstens vier Wochen alt sind.

Mhm. Also dass die richtig gut rennen können und der, Geschwindigkeit auch standhalten.

Romy 0:34:07

Mhm. Ich hab mal gehört, dass wenn, so ein Kalb nicht re-relativ schnell, nachdem es geboren wurde, auf eigenen Beinen stehen kann, dann wird's nichts mehr.

Ulrike 0:34:20

Mmm, das kann schon manchmal passieren, dass man da bisschen, bisschen nachhelfen muss. Normalerweise geht das bei unseren ganz gut, aber, wenn das jetzt, wir hatten ein, eine Geburt auch direkt im Winter, wenn das sehr kalt ist. Wir holen dann die, die Mutterkuh mit dem Kalb immer in, in einen Unterstand dort unter das Zelt.

Romy 0:34:42

Mhm.

Ulrike 0:34:42

Da sind die für sich alleine, haben 'n, 'n Dach überm Kopf erst mal und sind für sich in, in der Strohschütte und, dort können wir dann auch unterstützen, dass das, dass das Kalb zum, zum Stehen kommt. Mhm. Und die, das machen die dann eigentlich ganz gut.

Romy 0:34:59

Also habt ihr selber schon mal ein Kalb geholt? Oder war da 'n Tierarzt dabei? Also wenn du meinst, ihr habt unterstützt. Was, was heißt das genau?

Ulrike 0:35:07

Nein, nein, unterstützt meine ich, wenn das, wenn das Kalb geboren ist und, es nicht gleich so schafft mit dem Aufstehen. Ach so. Weil von den Witterungsbedingungen, das war so, das war so ein, krasser Temperaturunterschied von der, aus dem Körper von 37 Grad bis, außerhalb minus sieben Grad.

Romy 0:35:27

Mhm.

Ulrike 0:35:27

Da haben wir dann schon bisschen unterstützen müssen, dass das, äh, also ans Euter kommt. Und wenn die dann einmal Milch gesoffen haben, das ist dann wie der Zaubertrank beim Obelix, dann geht das, dann geht das los.

Romy 0:35:41

Und musstet ihr auch schon mal selbst, Fläschchen geben?

Ulrike 0:35:45

Äh, ja, wir haben auch schon mal die erste Zeit, Flasche gegeben. Da war die Mutterkuh aber mit dabei. Wir haben also abgemolken und haben noch was mit dazu, damit das, damit das Kalb erst mal, in die, in, bisschen Kraft gewinnt und bisschen, äh, ja, auch kräftiger wird beim, beim Stehen und beim, beim Ziehen. Und das hat dann aber gelernt, an der, an dem Euter zu trinken und dann ging das auch gut von alleine weiter.

Romy 0:36:13

Mhm.

Ulrike 0:36:13

Also wir haben noch nicht durchgängig ein Flaschenkalb ziehen müssen.

Romy 0:36:18

Mhm. Und wie sieht das aus mit Krankheiten? Also sie sind ja den ganzen Tag draußen. Ich hab jetzt wahrgenommen, dass ihr euch diese Rasse speziell ausgesucht habt, weil die, robust ist.

Ulrike 0:36:28

Ja.

Romy 0:36:29

Aber, also gibt es da irgendwas, wo man auch aufpassen muss, womit sie nicht in Kontakt kommen dürfen oder irgendwie solche Sachen?

Ulrike 0:36:36

Also man kann ja so 'ne Koppel nicht durchwischen.

Romy 0:36:39

Ja, ist klar.

Ulrike 0:36:40

deswegen gibt's eine gewisse Flächenhygiene. Das heißt, man muss immer wieder die Flächen tauschen auch. Dass also, Regen und Sonne, die, das, Fluidum, was durch, durch den, durch den Kot, entsteht, dass das auch wieder, sag ich mal, von, von, von der Natur bereinigt wird.

Mhm. Und, dann klappt das ganz gut. Dann kommen die sehr gut damit zurecht.

Romy 0:37:08

Mhm. Und sind das so Streicheltiere? Also die sehen so aus, als ob man die streicheln könnte. Ja,

Ulrike 0:37:14

Sie können hingehen und die streicheln.

Romy 0:37:15

So groß genug, als ob man drauf reiten könnte.

Ulrike 0:37:18

Mhm, reiten, na zum Reiten. Wenn man das sich so ranzieht.

Romy 0:37:24

Also mit beiden Hörnern könnte man sie gut packen und sich festhalten.

Ulrike 0:37:27

Na ja, aber so. Das so ist es eigentlich nicht.

Andreas 0:37:30

Das würden die, glaube ich, nicht mitmachen. Nee, das weiß ich, dass das

Ulrike 0:37:31

nicht funktioniert.

Andreas 0:37:32

Das würden die, glaube ich, nicht mitmachen. Aber wenn wir Lust und Laune haben, könnten wir noch bevor die große Gewitterfront hier ankommt, noch mal schnell nach Kaschel fahren in die Landschaftspflege. Da können wir mal, da sind die noch, da kommen die schneller ran zu uns, wenn wir, wenn ihr Lust habt.

Romy 0:37:49

Ja, können wir, können wir gerne machen. Also nur noch mal ganz kurz, was ich jetzt hier sehe: Wie viele Hektar sind das ungefähr?

Andreas 0:37:55

Also wir haben hier die Koppel, was jetzt hier eingekoppelt ist mit den, Betonsäulen, das sind, ganz knapp acht Hektar. Damit man mal eine Vorstellung hat. Das ist schon ein bisschen, das sind achtzigtausend Quadratmeter.

Romy 0:38:09

Also wenn das ein Fußballfeld, zwei Fußballfelder, drei-- Das sind wahrscheinlich

Andreas 0:38:13

sechs- Das sind sechs Fußballfelder. -

Romy 0:38:14

oder sieben Fußballfelder. Und ich bin ganz schlecht im Schätzen. Es kann auch vollkommen daneben liegen.

Andreas 0:38:18

Ich hab auch keine Ahnung, wie viel ein Fußballfeld ist.

Romy 0:38:21

ja. Eigentlich sollte man's wissen jetzt nach der, WM, aber nee. Hm, es ist viel.

Andreas 0:38:28

Es ist viel. es ist viel, was sich, was sie auch brauchen und man kann es gerade sehen: Sie haben ihren, Rhythmus, und sie sind, bewegen sich immer im Herdenverband. Mhm. Es sind zwei Kälber noch ein bisschen zurück, weil die so, na ja, ein bisschen, ja, vorsichtiger sind. Die sehen aber die Alten, die haben auch schon ein, ein Nuhrchen bekommen-

Romy 0:38:49

Mhm.

Andreas 0:38:49

-dass sie doch endlich herzukommen, weil die bewegen sich im Herdenverband.

Romy 0:38:52

Mhm. Und die da ganz hinten?

Andreas 0:38:54

Das ganz hinten sind unsere Bullen. das ist ein etwas größerer Bulle und ansonsten sind das die Bullen, die wir vom letzten Jahr und vorletztes Jahr, die dürfen dort, fressen. Mhm. Und die noch größeren Bullen, die haben wir auf noch einer anderen Außenweide.

Romy 0:39:13

Und dieses Kalbsfleisch, ja, es ist ja von den Kleinen, das ist ja besonders lecker und dann gibt's ja auch diese besondere Kalbsleberwurst und, w-werden diese Kälber, ähm, aus-- also werden die geschlachtet? Oder werden Kälber nur dann geschlachtet, wenn, sie eh schon schwach sind?

Andreas 0:39:32

Also wir schlachten grundsätzlich gar keine Kälber. Ah, okay. das macht man bei Highlands, gar nicht. Also es sei denn, es ist wirklich ein Kalb, was so krank ist, wo man sagt: „Okay, bevor es ganz verloren ist, guck mal, ob das noch geht.“ aber das ist noch nie vorgekommen.

Romy 0:39:51

Mhm.

Andreas 0:39:52

Und, das wollen wir uns auch gar nicht vorstellen, dass das entsprechend gemacht wird. Highlands sind wirklich ganz langsam wachsende Tiere.

Romy 0:40:00

Mhm.

Andreas 0:40:00

deswegen haben die auch wirklich 'n ganz besonderes Fleisch, was nicht vergleichbar ist dem ganz normalen Rindfleisch, was wir im Laden so oder beim Metzger so normal zu kaufen bekommen.

Romy 0:40:11

Mhm.

Andreas 0:40:12

Weil es, ein Tier ist erst auch schlachtreif mit drei Jahren und, die anderen Tiere, äh, oder die normalen Rinder sind irgendwo 15 bis 18 Monate, äh, da sind die schon- Ah, das ist 'n Unterschied. Da sind die schon entsprechend, geschlachtet worden. Ja, das ist dadurch einfach viel kurzfasriger. Das Fleisch hat 'ne ganz andere besondere Marmorierung. Es hat so 'n leichten, äh, nussigen Charakter, was so 'ne, ähm, ich sag mal so 'n un-unterstreicht so zwischen dem Rind und Wild. Mhm. Ist auch von der Farbe, wenn man das roh sieht, das Fleisch, also viel, viel, viel dunkler. Und, das, macht's eigentlich aus. Und, wer das einmal gegessen hat, der merkt, dass man das, sehr wenig würzen muss, dass das Fleisch von sich aus 'ne sehr, sehr guten Geschmack schon hat. Und, ja, man holt auch das aus der Pfanne, was man reinlegt.

Romy 0:41:08

Schön. Sehr gut. bevor wir auf Zubereitungs, äh, -vorschläge kommen, hab ich noch eine, Frage zum, zum Skelett.

Du sagtest erst, ihr guckt auch auf die Hufe. Ja. Äh, wa-was ist daran also so wichtig? Weil die stehen ja auf der Weide, die müssen, also, ähm, ja.

Ulrike 0:41:28

Ja, wenn ein, wenn ein Rind, lange und gesund, leben will, grade bei den Mutterkühen, oder auch als Fleischrind, gute Füße, gute Beine, gutes Skelett kann auch entsprechend Fleisch tragen.

Ah, okay. Logisch.

Andreas 0:41:45

Also wenn die, wenn die, Klaue sich sehr stark verwächst, ähm, dann haben sie Schwierigkeiten beim Laufen.

Romy 0:41:51

Mhm.

Andreas 0:41:52

das darf eigentlich nicht sein. sie soll auch nicht so, ich sag mal, turbomäßig wachsen.

Romy 0:41:57

Mhm.

Andreas 0:41:58

deswegen kommen die auch nicht auf fette Weiden, weil, bei fette Weide sehr eiweißreiche Weiden wären zum Beispiel, wo viel Klee ist.

Romy 0:42:05

Ah. Da ist Klee.

Andreas 0:42:08

Ja, hier ist auch Klee. Das nehmen wir eher fürs Heu, nicht ins Frische. Deswegen dürfen die da nicht hin. Die würden da gerne hingehen. aber, auch wenn sie das machen, darf die Klaue, nicht so explosionsartig wachsen, sondern die muss sich, sie soll so wachsen, dass die sich auch im Normalen, durchs Laufen abnutzt. Highlands sind keine stehenden, Tiere, sondern Highlands sind eigentlich immer in Bewegung. Die haben ihre Ruhephasen.

Romy 0:42:33

Ja.

Andreas 0:42:34

Und dann gehen die und, laufen, und äsen dabei. Mhm. Und die sind, ich sag mal, sind, wenn die auf 'ne frische neue Koppel kommen, sind das unsere so, ich sag mal, ein Rasenmäher.

Romy 0:42:44

Mhm.

Andreas 0:42:45

die laufen dann immer ihre Tour und dann bringen die erst mal alles auf eine Höhe.

Romy 0:42:49

Mhm.

Andreas 0:42:50

Und bei der übernächsten Runde die nächste Höhe. Und, äh, so arbeiten die sich durch und, die kommen mit recht magerem Futter sehr, sehr gut klar, und können dieses magere Futter, was andere Rinderrassen nicht so gut verarbeiten können – die können das auch verarbeiten, aber nicht so gut verarbeiten – Also es setzt

Romy 0:43:09

dann nicht an, sozusagen. Die können das fressen, aber die wachsen dadurch nicht.

Andreas 0:43:12

Genau und das können eben die Highlands eben aus diesem Mageren hervorragend umsetzen. Und dadurch sind sie auch wirklich gut geeignet, in verschiedenen Landschaftspflegebereichen reinzukommen, weil, da können sie halt eben auch Sachen mal aufräumen, wo, wo, wo man mit anderen Tieren, wo Schafe an die Grenzen kommen, wo Ziegen sowieso auch an die Grenzen kommen und andere Rinderassen auch. zum Beispiel mit Schilf kommen die hervorragend klar.

Romy 0:43:38

Aha.

Andreas 0:43:39

sie können wirklich gut ausästen. Sie können auch, mal Bäume, durchaus ausgraben. Das schaffen die alles. Krass. Ähm, ja, die lichten dann entsprechend aus und, halten dadurch auch gewisse Bereiche dann frei. Und das ist ja auch gewollt, dass man dann auch Freiräume wieder schafft für die, für, für die Flächen oder dass sich andere Sachen entwickeln können. Und das ist einfach, ein, ein, ein, eine sehr besondere Eigenschaft, die die Highlands eben da haben.

Romy 0:44:08

Jetzt verstehe ich auch den Begriff Landschaftspflege in Bezug auf die, auf die Rinder. Also es hat sich mir erst nicht erschlossen, aber jetzt macht das Sinn.

Andreas 0:44:15

Ja, und da wollten wir mal in eine, in eine Fläche fahren, bevor die große Gewitterfront hier eintrudelt. Die ist nämlich schon fast zu sehen.

Romy 0:44:22

Na, auf geht's. Ja, aber, also ich habe gehört, dass ihr, durch die Grüne Woche sozusagen an diese Züchter gekommen seid und dann haben euch das die Rinder angetan. Aber warum habt ihr euch für Tiere entschieden und nicht für Obst und Gemüse?

Andreas 0:44:42

Obst und Gemüse lässt-

Romy 0:44:44

Oder Getreide.

Andreas 0:44:45

Oder Getreide wär dann schon eher möglich, lässt aber sich nicht und mal vereinbaren mit dem, dass wir ja auch noch beide beruflich tätig sind.

Romy 0:44:55

Mhm.

Andreas 0:44:55

Und, ja, Tiere sind schon was Besonderes.

Und, auch 'n gewissen, ich sag mal, emotionalen Kuschelfaktor, der tut für die Seele gut. Und, äh, das ist ein, ein, ein wesentlicher Punkt gewesen-

Ja. - für uns, warum wir gesagt haben, wir wollen die schottischen Hochlandrinder und sie sind einfach auch für die Seele gut. Es sind Charaktertiere vom Aussehen her. Ja. es ist auch so, dass wir wirklich viele, viele, viele Züchter kennengelernt haben. früher, g, äh, ich sag mal, bis zur Wende war das weniger der Fall. nach der Wende ist das jetzt natürlich noch viel besser, geworden. Das hat auch damit was zu tun, dass die Tiere auch leichter nach Europa gekommen konnten. Ja. Aufs Festland kommen konnten. Früher war's schon etwas schwierig, die aus Schottland zu-- auch für die, auch im Westen schwierig.

Romy 0:45:47

Aha.

Andreas 0:45:47

Die entsprechend zu holen. Und, ja, und je-jetzt gibt's 'ne große Community in Deutschland, in der wir recht gut vernetzt sind.

Romy 0:45:56

Ja.

Andreas 0:45:57

Und, dadurch, ja, kann man viel lernen, sich gegenseitig befruchten und natürlich sind wir immer im Austausch.

Romy 0:46:03

Ja, sehr schön.

Andreas 0:46:05

Mit, den Leuten hier, die in der Highland-Branche, wie gesagt, alles Herdbuchzüchter sind, also, nicht das Klassische. Es gibt natürlich auch Highland-Halter hier rundrum, die, nicht unbedingt im Zuchtverband sind. Das ist aber okay.

Romy 0:46:20

Mhm. Also wenn ich so an Zucht denke, dann, stell ich mir jetzt diese kleinen Pekinesen-Hunde vor, die ja auch gezüchtet wurden. Aber das ist ja jetzt keine schöne Form der Züchtung im Sinne von kein, der, der Ursprungshund ist ja weg. Ja. Das heißt, Ihr versucht mit eurer Züchtung Die guten Eigenschaften, der Rinder zu erhalten, ohne das Rind als solches, in seiner Form und in seiner Genetik zu verändern.

Andreas 0:46:54

Genauso ist das. Die Tiere sollen wirklich, von der Genetik her Highland sein.

Und das ist ein, auch ein Anliegen, von uns Züchtern, dass sie wirklich ein Highland sein sollen und wir versuchen, anders wie das bei, äh, den Hunden der Fall sind, oder war und zum Teil noch ist, Inzuchten zu vermeiden.

Romy 0:47:15

Mhm.

Andreas 0:47:16

Das ist auch ein ganz großer wichtiger Punkt und dadurch, erhalten wir auch die Vielfalt, der Tiere. Natürlich achten wir auf den Körperbau, wie das meine Frau schon gesagt hat, auf den Körperbau, auf die Bemuskelung, auf den Typ. und auf so verschiedene andere Kleinigkeiten wie die Klauen. das ist auch ein wichtiger Punkt, aber eben inzuchtfrei und das ist uns wichtig. Man kann natürlich auch Zuchtlinien führen, die reineweg durch Inzucht, in 'ner Inzucht sind, aber das ist kein, das ist, wäre nicht gut. Also das ist mal getestet worden, das kommt nicht gut und das, ist dann auch abgebrochen worden wieder da an der Stelle. Es wird natürlich auch darauf geachtet, dass sich, nicht unbedingt Farb-, fehlstellen, Fehlverhal- ja Fehlstellen entwickeln. Zum Beispiel sind, bei Kühen beziehungsweise Bullen, weiße Bäuche nicht gewollt oder so weiße Flecken an 'nem, am Bauch, am Bauchraum oder an den, an zwischen den Beinen gewollt, sondern die sollten schon durchaus eine gleichmäßige Farbe haben, die sehr vielfältig ist bei den Highlands. Also angefangen von wirklich weiß, rot, gelb, gelb heißt in dem Fall blond. oder dann gibt es verschiedene Brindelfarben. Das kann schwarz mit, braun oder orange sein, in, in eingemischt. da gibt's wirklich sehr verschiedene Farben. Schwarz natürlich auch. äh, das ist in Ordnung, aber es sollten keine Fehlflecken drin sein. Das wird natürlich aussortiert. die dürfen dann zum Beispiel bei 'nem Bullen, wenn ein Bulle 'n weißen Bauchfleck hat, der darf dann nicht mehr in die Zucht gehen, weil das würde er vererben. Und das bekommt man dann, fast nicht mehr aus den Linien heraus, weil diese Fehlflecken sind so nicht gewollt. Die sind auch atypisch, also die sind, gehören da nicht hin.

Romy 0:49:01

Mhm. Okay.

Andreas 0:49:02

Die gehören da nicht hin. Und das ach, da achten wir schon 'n Stück drauf, dass das so entsprechend ist. Und wir sind, denk ich, durchaus ganz erfolgreich auch an der Stelle, dass die, die Herdbuchstelle herkommt und dann die- Kühe nach der ersten Kalbung bewertet.

Bei den Pferden würde man sagen kören, denn unsere Bullen, Zuchtbullen werden gekört. dann, ähm, sagen sie natürlich, wir sind durchaus, wir können uns, wir sind, wir sind vorzeigbar. Also nicht nur vorzeigbar, wir gehören schon mit zu den guten Züchtern in Deutschland.

Romy 0:49:42

ich muss das mal kurz rekapitulieren für mich, weil es grad viel Information. Ähm, also die, ähm, die Tiere haben Durchaus, unterschiedliche Farben, aber eigentlich sind weiße Flecken im Fell nicht normal in Anführungsstrichen.

Andreas 0:50:00

Nur am Bauch nicht normal. Also wenn sie zum Beispiel an, an seinem schwarzen Tier könnte man das jetzt noch mal, deutlich machen. Wenn das plötzlich am Bauch so 'ne weiße Stelle hat, also, ähm, 'ne ganz einfache weiße Stelle hat, dann wäre das, dann wäre das nicht okay.

Romy 0:50:18

Okay, gut. Also ihr versucht, ähm, die Farbmarmorierungen ursprünglich zu halten, aber diese weißen Flecken, die atypisch sind, versucht ihr sozusagen auszusortieren, was, vollkommen in Ordnung ist.

Ulrike 0:50:31

Ja.

Romy 0:50:31

Und ihr kriegt regelmäßige, Unter-, also nicht Untersuchungen, aber es kommt regelmäßig jemand, der sich eure Rinder anschaut von diesem Züchterverband und die bewertet. Ihr geht aber nicht auf irgend solche Messen, wo die Tiere vorgeführt werden, und dann kriegen die zehn Punkte und 'ne große, eine große Medaille, dass sie jetzt das schönste Rind der Welt sind. Oder

Andreas 0:50:55

doch? Das tun wir nicht. Nein, wir sind auf keine Schauen gegangen. Also Rinderschau, das haben wir bisher noch nicht gemacht, weil wir sind wirklich in Ostsachsen und, die nächste Rinderschau wäre Leipzig, die Agra, äh, die Agra gewesen. das haben wir auch nicht gemacht, weil das ist einfach ein sehr langer, Zeitraum, der da mit eingeplant werden muss, weil das ja alles im Rahmen der Messe stattfindet. Das, tun wir nicht. Und die anderen, ähm, Sachen, die sind so weit weg, dass wir unseren Tieren bisher nicht wirklich die weite Anreise zumuten wollen, weil wir fahren dann also weiter-- Also die müssten dann sechs bis acht Stunden im Hänger stehen und das wollen wir eigentlich so nicht. ja, sicherlich sehr reizbar. Würden wir schon auch gerne mal machen, aber im aktuellen, aktuell sehen wir das noch nicht, dass wir das, mal auf so einer Plattform da uns mal mit anderen Züchtern mal messen würden wollen. uns reicht es, dass der Herdbuchverband, entsprechend hierher kommt, die Bewertungen vornimmt. und, durch das Herdbuch werden auch die Informationen für die anderen Züchter hereingetragen, weil, die wir über den Zuchtverband auf das Herdbuch Zugriff haben.

Romy 0:52:17

Genau. Und wenn ich dann sozusagen, ein, ein gutes, einen guten Bullen bräuchte und in der-- euer Bulle steht in diesem Herdbuch mit all seinen Qualifikationen, sagen wir es mal so, dann, könnte ich auf euch zukommen über den Verband.

Andreas 0:52:31

Dann könnte man auf, über den Verband, drauf zukommen, ja. Und dann, äh, schaut man mal, was, was möglich ist, ob ein Nachkomme, sag ich mal, ein, ein Nachkommentier, also sprich ein Bulle oder ein, ein, ein, ein Mädchen, eine Färse, für den, Zuchtbetrieb, für den anderen Zuchtbetrieb was geeignet wäre, dann wäre das, möglich. Dann kann man reden, ob da ein Tausch stattfindet oder ob da das Tier käuflich erworben wird. das ist dann, das funktioniert dann, wie das bei Landwirten üblich ist, per Handschlag und, dann wird man sich einig und, ähm.

Romy 0:53:06

Auf diesen Handschlag kann man sich in der heutigen Zeit noch verlassen?

Andreas 0:53:09

Unter uns Züchtern, ja.

Romy 0:53:11

Ah, schön. Okay, jetzt kommt das Gewitter. Jetzt gehen wir noch mal schnell.

Andreas 0:53:14

Nee, wir gehen noch mal schnell gucken und bevor es hier eng wird.

Romy 0:53:19

Drübersteigen?

Andreas 0:53:20

am besten ohne anzustoßen.

Romy 0:53:22

Das ist schon ein, ganz anderes Areal. Hier ist nämlich ziemlich viel Schilf und Bäume. Also keine, weitläufige Koppel mehr, sondern wirklich, ja, ähm, es ist nicht feucht, ne? Es ist nee.

Andreas 0:53:36

Nee, ist trocken.

Romy 0:53:36

Nee, ist trocken, aber trotzdem schilfig.

Ulrike 0:53:38

Die Teichsohle ist trocken, aber es war sehr verschilft. Ja. Das war alles, so bewachsen. Die, die Seiten, hier sieht man's noch, haben schon sehr gut ausgelichtet.

Romy 0:53:49

Aber das ist ja bestimmt drei Meter hoch, das Schilf hier, oder? Wenn das reicht.

Ulrike 0:53:52

Ja, vier. Ja, krass. und das haben die bis dort-- Hier ist ungefähr jetzt ein Hektar eingekoppelt von diesem, von diesem Teich mit so, Bauminseln, so Weiden, große Weidenbüsche und also-

Romy 0:54:08

Sehr schön.

Ulrike 0:54:09

Die haben hier also auch Schatten.

Romy 0:54:12

Ja.

Ulrike 0:54:12

Und- Wenn man jetzt hier so sehen kann. Ach ja, gut, ich kann das jetzt nur beschreiben. Das ist also wie gesagt, ein Hektar Fläche, der war, voller Schilfbestand und der ist jetzt so schon runtergefressen, dass man also das Areal ziemlich gut überblicken kann.

Romy 0:54:33

Mhm.

Ulrike 0:54:34

wo die Koppel zu Ende ist. Ja. Dort hinten sieht man- Sehe ich den

Romy 0:54:37

Zaun,

Ulrike 0:54:37

ja. Ne. Und dahinter ist also geht's noch weiter. Die Teichanlage eigentlich. Mhm. Aber wir haben erst mal das Stück eingekoppelt. Da sieht man auch noch wie, wie dicht, ne. Mhm. Weil ich das, fast wie der, wie der Bewuchs eigentlich ausgesehen hat und wie gut man jetzt schon das Gelände hier überblicken kann.

Romy 0:54:58

Also da hinten sieht man sozusagen nichts, weil alles, verschilft ist. Und hier, hat man eine große Freifläche, wo ab und zu noch ein paar Schilfhalme stehen und ringsherum Bäume und, ähm-

Ulrike 0:55:09

Ja.

Romy 0:55:09

Genau. Schattenplätze. Und das haben die alles runtergefressen.

Ulrike 0:55:12

Das haben die runtergefressen. Das ist krass. Elf Tiere.

Romy 0:55:15

Mhm. Wie lange haben Sie gebraucht dafür?

Ulrike 0:55:18

Ja, die stehen jetzt seit dem-

Andreas 0:55:23

Vierzehn Tage.

Ulrike 0:55:25

Gute, gute vierzehn Tage. Ja.

Romy 0:55:26

Mhm. So, genau jetzt kommt hier jemand an. Ja. Ähm, und also

die haben ja ganz viel Haare im Gesicht. Wird-- Die sehen ja kaum was. Also aus meiner Wahrnehmung. wird das freigeschnitten, damit die das, also was sehen oder-

Ulrike 0:55:44

Nein, das wird nicht freigeschnitten. Das bleibt alles so. Das bleibt

Romy 0:55:46

so. Und die gucken durch dieses-

Ulrike 0:55:48

Ja.

Romy 0:55:48

Durch diesen langen Pony durch.

Ulrike 0:55:50

Zum, zum einen ist das Fliegenschutz.

Romy 0:55:52

Ja.

Ulrike 0:55:52

Und zum anderen muss man sich das vorstellen, wenn man jetzt bei den, im Haus an seinen Fenstern Gardinen hat.

Romy 0:56:00

Ja.

Ulrike 0:56:00

Wir können, wenn man drin steht, kann man durch die Gardine auf die Straße gucken. Ja. Kann alles sehen, aber von außen kann niemand reingucken. Kann niemand

Romy 0:56:08

reingucken.

Ulrike 0:56:09

So erkläre ich das auch immer. Ah. Wenn wir auf, auf, Kundschaft, wenn die sagen die sehen ja nix, aber die sehen sehr gut. Das ist so 'n, auch so 'n, so 'n typisches, so der lange Pony.

Romy 0:56:22

Was sind deren ausgeprägteste Sinne? Also nehmen sie viel über den Geruch wahr oder ja?

Ulrike 0:56:29

Ja, über den Geruch nehmen sie wahr. die Sicht ist, wie so 'ne, wie so 'ne Tute, so 'ne, die können auch so von der Seite gucken. Fluchttiere haben ja so seitlich die Augen.

Romy 0:56:40

Ja.

Ulrike 0:56:40

Und, und Jäger haben die Augen nach vorne. Wir gehören eigentlich so mehr zu den-

Romy 0:56:45

Wir sind die Jäger.

Ulrike 0:56:46

Wir sind zum Beispiel die Jäger.

Romy 0:56:48

Jetzt kommt der Regen.

Ulrike 0:56:48

Aber jetzt müssen wir zurück hier. Jetzt fängt's an zu regnen. Genau. So,

Romy 0:56:54

jetzt sind wir Fluchttiere in dem Fall.

Andreas 0:56:56

Spazieren. Lass uns durch. Gut, komm.

Ulrike 0:57:02

Das wäre jetzt auch, hier sieht man erwachsene Tiere. Ja. Das wären jetzt die beiden auch so von der Größe wie von der Schlachtung. Ah

Romy 0:57:11

schön. erst hattest du noch was gesagt, ihr achtet auch auf die Größe des Euters?

Ulrike 0:57:19

Ja, dass das, dass die Zitzen nicht ganz so, so, so, dass das nicht ganz so voluminös ist und die Zitzen nicht ganz so, so riesig, weil, weil, das ja auch wichtig ist, dass so 'n frisch geborenes Kalb das gut fassen kann, die Zitze.

Ah. Zum Anfang. Okay. Grade zum Anfang, wenn die Milch einschießt, wird das richtig prall und, und dick. Was dann nachher, schon, schon vierzehn Tage später schon ein bisschen nachlässt- Ja. -am Euter, aber deswegen trotzdem richtig auch gut Milch kommt.

Andreas 0:57:57

Ich dreh mal um, dann kann ich mal gucken.

Ulrike 0:57:59

Und, deswegen ist das wichtig, dass die Striche, äh, schlank und schmal sind, damit, das also von einem Kalb gut gefasst werden kann. Weil die ja uns, die, die, die Highland-Kälber sind ja auch, dadurch, dass das rassebedingt das Tier an sich ja schon etwas kleiner ist als herkömmliche Rinder. Da wären natürlich auch, sind auch die Kälber bei der Geburt etwas kleiner.

Romy 0:58:27

Ja. Interessant. Aber es sind sehr schöne Tiere.

Und diese Hörner sind so 'n bisschen einschüchternd, aber- Eigentlich ja nicht gefährlich, weil sie ja nicht direkt nach vorne zielen. Also, ne? Die gehen ja so 'n Stück weit nach oben und die müssten, man müsste schon von der Seite erwischt werden,

Andreas 0:58:51

um

Romy 0:58:52

gefährdet zu sein.

Andreas 0:58:53

Die Highlands wissen ganz genau, dass sie Hörner haben. Und sie wissen auch, wo die Hörner zu Ende sind. Weil das Horn ist ja nicht bloß ein Horn im Sinne von „Ich bin da, ich bin wehrhaft", sondern ist auch ein Sinnesorgan. Sie merken damit, können damit fühlen. Mhm. Sie tauschen damit, die Temperatur aus, wie beim Hund das Hecheln, die Zunge- Ah. - ist das für sie die einzigste Möglichkeit, die Temperatur entsprechend auszutauschen. Es ist 'n ganz warmes Horn. Die kennen unser Auto, ne? Deswegen kommen sie gucken. Mhm. Sie sind, gucken aufrecht und, ähm, wenn sie einen aufrecht angucken, dann ist alles so weit in Ordnung. Und Sie wissen, Sie, ich-- Wie gesagt, Sie wissen, dass das Horn da ist und Sie wissen, wie Sie das Horn auch einsetzen können. daher reicht es manchmal, wenn sie sich unwohl fühlen, einfach den Kopf zu schütteln und dann weiß man: „Aha, ja, ist genug.“ Dann zeigen sie das einem an. ansonsten, ähm, schütteln sie das Horn, zeigen mal kurz die breite Seite, dann weiß man auch, das ist die nächste Drohstufe. Wenn sie dann den Kopf senken und Drohstufe machen, dann ist schon, dann sollte man eigentlich sich zügig zurückziehen. Mhm. denn, das sind so, die Sachen, das kommt aber bei unseren hier nicht vor. Also zumindest, für uns nicht, weil wir sind Bestandteil der Herde. Wir können uns hier drin frei bewegen. Mhm. Wenn es nicht regnet. Über jeden Tropfen freuen wir uns. ja, die wissen, wie sie das einsetzen, können. das tun sie auch. Die Mädels sind da manchmal untereinander etwas rabiat. Also Bullen zeigen eine breite Schulter, drücken mal 'n bisschen. vielleicht tun sie sich auch mal gegenseitig, die Stirn an Stirn mal, gucken, wer ist der Kräftigere, wer ist der Stärkere. Dann ist aber auch gut. Mädels können sich richtig fetzen. Da möchte man nicht dazwischen sein. die können richtig kämpfen, und das tun sie dann auch mit allen, Kräften, die ihnen zur Verfügung stehen, von der Seite reingehen bis hin zum Wegdrücken, Umschubsen. Das können sie alles, recht gut. aber man sieht es denen halt an, weil die Hörner sind, die zeigen das sehr deutlich. nicht behornte Tiere, da kann man das nicht so einfach sehen, äh, welche Stimmungslage sie gerade haben. Das kann man bei behornten Tieren deutlich einfacher sehen. das ist, ja, das ist von der Natur her so auch entsprechend eingerichtet, aber die Bande ist recht gutmütig. Das tun sie recht selten. uns gegenüber auch nicht. Manchmal sind sie zu uns 'n bisschen zu stürmisch, wenn sie angerannt kommen, aber da kann man sie auch einfach einbremsen, indem man sich mal ganz kurz ganz groß macht. Dann halten sie dann auch entsprechend an und dann kommen sie ganz langsam heran, gelaufen. für uns ist halt eben wichtig, wenn man mit solchen Tieren arbeitet, dass man mit den Tieren langsam arbeitet, weil die Tiere sind, nehmen Geschwindigkeiten anders wahr als wir. wenn wir das Gefühl haben, wir sind doch schon langsam, dann sind wir immer noch zu schnell.

Romy 1:02:04

Aha.

Andreas 1:02:05

das ist auch immer ein Tipp, für, mmm, wenn man in den Alpen unterwegs ist, dass-- ich sag immer, das ist 99,9 % , die tödlichen Unfälle, die auf den Alpen oder in den Bergen passieren mit den Rindern, sind menschengemachte, Fehler, die da passiert sind. Einfach zu nah an die Tiere herangegangen, zu schnelle Bewegungen, in Sicherheitsabstände reingetreten. es sind nach wie vor Fluchttiere, aber wenn man in den persönlichen Abstand hereintritt, beim Menschen würde ich sagen, die Unterarmlänge, die Unterarmdistanz. bei den Tieren gibt's verschiedene Fluchtpunkte. Das könnte man jetzt noch mal zeigen. Das wär noch mal 'n Seminar für sich. Wenn das einfach betreten wird, unbeabsichtigt oder einfach weil schöne Bilder halt für Instagram und Co., ne Rolle spielen, das mögen die Tiere nicht. Und dadurch passieren halt diese Unfälle und, die sind, meistens gehen die böse aus.

Romy 1:02:58

Also wenn man in so 'ne Herde kommt, egal wie, man sollte nie wegrennen, sondern man sollte sich eher groß machen und langsam bewegen. Hab ich das richtig verstanden?

Andreas 1:03:07

Genau so ist das. wegrennen bringt nichts, die sind eh schneller.

Romy 1:03:10

Mhm.

Andreas 1:03:10

das ist das eine. Man sollte sich groß machen und langsam den Rückzug, antreten, nicht unbedingt den Rücken zeigen. Das kann man dann ab einem gewissen Abstand dann schon tun. dann merkt man das aber auch am Verhalten der Tiere. Die werden dann dadurch entspannter, je weiter man, den Rückzug antritt. Mhm. Und, einfach großräumig umgehen- Mhm. -äh, diese Tiere. Dann ist man nicht in ihrer, in, ist das man in ihrer Verteidigungs- oder Fluchtdistanz drin und dann klappt das eigentlich ganz, wirklich ganz gut.

Romy 1:03:41

Macht ihr Seminare?

Andreas 1:03:43

Nein, wir machen jetzt keine Seminare, aber wir machen durchaus mal 'ne Weideführung. Das machen wir schon.

Romy 1:03:48

Mhm.

Andreas 1:03:48

Und, dann kann man, äh, auf, Fragen wie jetzt auch entsprechend drauf reagieren und man, das, kann das eine oder andere erklären. Und, ja, das ist das so, wie wir das in den Erfahrungen haben. ja, aus denen können wir halt berichten.

Romy 1:04:04

Okay.

Wie sieht denn so 'n, ein typischer Tagesablauf aus neben eurer Arbeit? Also wenn ihr euch jetzt zum Beispiel am Wochenende speziell nur um die Tiere kümmern könnt.

Ulrike 1:04:15

Der fängt früh erst mal mit der Koppelkontrolle an, ob alles in Ordnung ist.

Romy 1:04:21

Bei dreiunddreißig Hektar ist das ziemlich viel Zeit, oder?

Ulrike 1:04:24

Na ja, wir haben ja die Hauskoppel, die können wir recht gut und schnell übersehen, auch an den Anzeigern. wir haben, wir haben ja Koppel, Geräte, die also auch, mit Lichtsignalen arbeiten und daran können wir schon mal sehen, ob alles in Ordnung ist. Und, äh, ansonsten hier fahren wir also jeden Früh- und jeden Abend, rau, raus hier an den, an den Teich, um zu gucken, ob das alles noch heil ist. Zählen auch mal durch. Wenn wir gesehen haben, hier ist eine, eine, na, wie soll ich sagen, ein-

Andreas 1:05:03

Lütze. -

Ulrike 1:05:04

eine, 'ne Lütze beschädigt oder kaputt, dann gehe ich auch durch und zähl, zähle durch, ob sie alle noch da sind und dann, ob der Strom richtig läuft und das Wasser alles fließt. Und ja. Und dann wird so, werden so die, die anfallenden Arbeiten, durchgeführt am Tag. Ob das jetzt, Flächen sind, die man also nach 'ner Beweidung wieder durchstriegeln muss, damit das, damit, also die Kothaufen, verteilt werden, keine Geilstellen entstehen, und das, Wachstum dort, also diese Düngung, diese Kotdüngung dann, äh, gleich, bisschen gleichmäßiger verteilt wird.

Romy 1:05:49

Also fahrt ihr da mit dem Traktor drüber und habt eine Egge hinten dran oder irgendwas, um das breitzuziehen? Okay.

Ulrike 1:05:55

Ja. Oder ob das, für, für neue Koppeln, das, das, Vorbereiten ist, dass man also für die Lützenstellen, wie man, freischneiden muss.

Romy 1:06:07

Also um das kurz zu erklären, das sind so Stangen, die kommen in die Erde und die sind ungefähr, wie hoch sind die?

Ulrike 1:06:14

Die sind einen

Romy 1:06:15

Meter. Einen Meter zehn. Und da kommen sozusagen in der Mitte und oben zwei Drähte, sage ich jetzt mal patzig, äh, ran, damit, die Kühe da nicht drüber können. Und wenn das Gras zu hoch ist, dann kommen die an diese Drähte dran und dann fließt der Strom nicht mehr richtig.

Ulrike 1:06:31

Zum Beispiel, ja. Ja. Genau. Oder auch wenn man jetzt, eine Fläche neu einkoppeln muss und es sind jetzt Gesträuch dazwischen. Das muss man also erst mal so 'ne, so 'ne, so 'ne Schneise freischneiden- Ja. -und zurechtmachen, dass man das also einkoppeln kann und dann den Rest erledigen dann die Tiere.

Romy 1:06:48

Mhm. Ja, und ihr macht ja sozusagen eure täglichen Fahrten, um die Koppeln. Nutzt ihr auch, Drohnen oder so, um das von oben ein bisschen, äh, zu beobachten oder zu prüfen?

Andreas 1:07:02

Wir haben, unser Sohn hat 'ne Drohne. Da machen wir natürlich mal eine Aufnahme, aber jetzt nicht zum Kontrollieren, sondern einfach mal für uns mal einen Überblick zu bekommen, aber, äh, nicht im Einsatz. Also, das machen wir nicht. Auf gar keinen Fall. der persönliche Kontakt ist viel wichtiger als, ein elektronischer Kontakt. das ist zwar nett, aber, das ist nicht zielführend. Mhm. Und da ist es so, dass, Ulrike dann eben früh und abends rausfährt und, oder, oder auch ich selber und dann ist das, ja, muss das mit eingeplant werden. Mhm. Das ist einfach wichtig und, dadurch sind die Tiere einfach auch, die kennen, die kennen unser Auto. Würden wir jetzt den Hänger noch hinten dran haben, dann würden die alle hier stehen und warten.

Romy 1:07:51

Ah, dass sie sozusagen auf die nächste Koppel gebracht werden.

Andreas 1:07:54

Jawohl, die kennen das. sie sind Autofahren gewohnt und, das ist auch okay. Das dürfen sie auch. Und, das macht auch die Freude dann auch beim Aufladen, weil die merken, es ist, man merkt den Tieren die gewisse Freude an, es geht jetzt wieder woanders hin.

Romy 1:08:10

Mhm.

Andreas 1:08:10

Das merken wir schon und ja, das sind so die, auch die Highlights für uns, weil das tut unserer Seele auch gut.

Romy 1:08:16

Ja, das glaube ich. Habt ihr Hilfe?

Andreas 1:08:21

Die Hilfe ist in Familie und in Freunden.

Romy 1:08:23

Okay.

Andreas 1:08:24

Die ist essenziell und auch wichtig. Und, Ja, und auch den Eltern ist auch die, meinen Eltern ist die, ist auch 'ne, hmmm, große Hilfe, auch wenn sie jetzt schon sechsundsiebzig sind. Aber wenn man sich um Mittagessen und um Abendbrot nicht unbedingt kümmern muss. Hmm. Nimmt das schon viel ab. Und wenn der Anruf kommt, Essen ist fertig und man alles stehen und liegen lassen kann, das ist was ganz Tolles.

Romy 1:08:50

Ja.

Andreas 1:08:51

Ja, da sind wir sehr dankbar rüber, dass wir das auch haben.

Romy 1:08:53

Das glaub ich.

Andreas 1:08:54

Und dass wir da auch in einem Mehrgenerationenhaus leben dürfen.

Romy 1:08:58

Habt ihr trotzdem schon mal drüber nachgedacht, so, ähm, mit Menschen zu arbeiten, die, mal so mal 'ne Auszeit machen jetzt vom Job oder von ihrem eigentlichen Leben und Land und Leute kennenlernen wollen? Da gibt's ja unterschiedliche Programme, wo man sich anmelden kann und dann, Also ich hab jetzt keinen Namen im Kopf, aber so für Kost und Logie helfen die Leute.

Andreas 1:09:21

nein, darüber haben wir uns überhaupt keine Gedanken gemacht, weil dazu sind wir einfach zu klein. Auch als, als, Betrieb, von der wirtschaftlichen Größe. Der Betrieb, muss ja auch rentabel sein und, das sind wir. Aber, mit solchen Aktionen werden wir das mit, erst mal nicht. Was wir natürlich machen, ist, wir empfangen gerne Besuch. das sogenannte Kuhkuscheln ist bei uns möglich. Da kann man gerne mal kommen. Da kriegen wir-

Romy 1:09:47

Kuhkuscheln?

Andreas 1:09:48

Kuhkuscheln oder Fersenkuscheln. Da gibt's schon den einen oder anderen, der zu uns kommt, explizit, sich auch anmeldet und, dann bekommt er einen Striegel in die Hand und dann können sie dann mit auf der Koppel sein und dann können sie sich mal um die Tiere mit kümmern, dann können die gestriegelt werden. Das ist möglich. Und ja, die haben dann sich einfach fotografieren lassen zwischen unseren Rindern und, haben mal 'n Babybauch-Shooting, gehabt.

Romy 1:10:12

Ach krass. Äh,

Andreas 1:10:12

das haben wir schon gemacht. Oder es kommen Menschen, die kommen einfach her, die sind, Freunde von den Highlands, einfach weil die eben auch Charakter haben, also vom Aussehen und die sind halt Hobbyfotografen. Na ja, dann machen wir halt mal auch 'ne Weidebegehung und, dann dürfen die halt ihre Chipkarte voll fotografieren.

Romy 1:10:32

Ach, das ist cool.

Andreas 1:10:32

Ähm, das sind, Sachen, die wir machen, was, was auch gerne angenommen wird. Und wir freuen uns dann auch immer über die Ergebnisse, die wir dann auch immer mitbekommen dürfen. Ja. Und das macht uns auch Freude.

Romy 1:10:44

Ach, schön.

Andreas 1:10:45

Ja, ich selber fotografier auch. Ich fotografier selber auch sehr, sehr gerne. Ja, ich hab gesehen den

Romy 1:10:50

Fotoapparat. Das

Andreas 1:10:52

ist

Romy 1:10:52

ein großes Teil.

Andreas 1:10:54

Und, das machen wir halt und so lernt man den einen oder anderen dann auch kennen, quasi über Instagram. Äh, da sind wir vertreten und da gibt's auch noch andere Kontakte dann darüber hinaus und, wo man sich dann auch mal austauscht mit dem einen oder anderen. Und ja.

Romy 1:11:09

Ja cool.

Andreas 1:11:10

So, so ist, so ist halt die Welt, die man dann ein Stückchen ranholt und man lernt dann eben ganz andere Leute noch mal kennen, die man sonst so nicht kennenlernen würde. Und es ist immer schön, wenn man dann sie doch plötzlich dann mal sieht in, in Natur vor sich und nicht bloß elektronisch. und das macht dann eben auch Freude.

Romy 1:11:26

Das glaube ich.

Andreas 1:11:26

Ne. ja. Ansonsten, ich sag mal, wenn die Frage käme, Marktkunden, ich sag mal Kunden im Sinne von, Fleischverkauf, Kundenwerbung ist Instagram sicherlich ein Medium, wo wir unsere Arbeit, mit, zeigen können und auch wo wir die Leute mitnehmen können.

Romy 1:11:48

Mhm.

Andreas 1:11:49

Aber es ist keine Kundengewinnplattform.

Romy 1:11:52

Ah, okay.

Andreas 1:11:53

Also das haben wir sehr deutlich festgestellt. Und, die Mund-zu-Mund-Propaganda ist viel stärker als man denkt. Und das Einzigste, was wir halt machen, ist, dass wir auf dem, Fischereifest bei, der Familie Kittner in Petersheim immer im Oktober, sind, auf diesem sogenannten kleinen Bauernmarkt. Da kann man uns auch live vor Ort sehen. Da sind auch Tiere mit dabei. Und dieses Jahr waren wir das erste Mal in-

Ulrike 1:12:20

Wartha, auf dem Naturmarkt in Wartha. Ja. Im Frühjahr. Hatten dort, uns mit zwei, Färsen präsentiert und verkauften dort eigentlich auch immer, was von den Hörnern mit, die also von den geschlachteten, geschlachteten Tieren, dann anfallen.

Die werden gerne genommen und auch, das, was wir an Wurst, an Konservenwurst haben, also Leberwurst-

Romy 1:12:46

Mhm. -

Ulrike 1:12:46

von den Tieren dort verkauft. Und wir stellen dann unser, unsere Arbeit vor.

Romy 1:12:53

Mhm.

Ulrike 1:12:54

Interessenten und Kundenwerbung auch.

Romy 1:12:57

Diese Hörner, was macht man damit? Also wie kann man die weiterverarbeiten?

Ulrike 1:13:04

Ja, die werden gerne genommen jetzt wieder bei, so Mittelalter-Marktfreunden als Trinkhörner.

Romy 1:13:12

Ja, okay, verstehe.

Ulrike 1:13:13

ja, für Pfeile ist es eigentlich weniger, weil da sind sie vielleicht ein, vielleicht mal ein, ein Bullenhorn, aber, sonst sind die e-eigentlich vielleicht zu, zu kurz für so Pfeile zum, zum Reinstecken, aber überwiegend als Trinkhörner.

Man kann sie verwenden, viele verwenden das auch einfach nur als, Schmuck zum Hinhängen.

Romy 1:13:37

Mhm.

Ulrike 1:13:39

Oder als, als, Vase, als,

Andreas 1:13:42

Kerzenhalter.

Ulrike 1:13:43

Kerzenhalter, als oder Fackelhalter-Haltung. Wenn man

Andreas 1:13:48

sie noch in so ein Metallgestell reinbringt, dann kann man da auch eine schöne Hal-, also Fackelkerzenhalter draus machen. So was in der Art, wird gerne genommen.

Ulrike 1:13:57

Aber dazu müsste man dann die Hörner auch speziell reinigen, bevor man, also wenn man sie jetzt direkt als Trinkhörner verwenden möchte.

Romy 1:14:05

Mhm.

Ulrike 1:14:06

Ja.

Romy 1:14:06

Also sie sind tatsächlich hohl?

Ulrike 1:14:09

Ja.

Romy 1:14:10

Wenn sie blutend sind, könnte ja sein,

Ulrike 1:14:11

dass sie voll sind. Na ja, die sind aber, nur deswegen hohl, weil, wir vorher die Hörner kochen und den Hornzapfen rausziehen. Also praktisch das, was an, an Knochengewebe dort drin ist, dieser Hornzapfen, den ziehen wir dann nach dem Kochen

Romy 1:14:26

raus

Ulrike 1:14:27

und, dann ist das Horn hohl.

Andreas 1:14:31

Das Horn ist ungefähr vergleichbar. Es hinkt 'n bisschen, aber, das ist ein ähnliches Gewebe wie unser Fingernagel. Mhm. Und, so ist es entsprechend auch aufgebaut. es ist der Knochen, der die Stabilität bringt, der sehr stark durchblutet ist. Und dann gibt's ein Gewebe, was sozusagen das, den, den, den Horn oder das Horn entsprechend wachsen lässt. Und ja, das wird dann entsprechend, ja, nach dem Schlachten dann, werden die Hörner entfernt vom Kopf und dann, also sprich abgesägt, und, dann werden die halt ausgekocht.

Ulrike 1:15:07

viele kennen ja auch, aus dem, aus 'm, Landwirtschaftsmarkt, Hornspäne.

Romy 1:15:13

Genau, das dachte ich mir auch, dass,

Ulrike 1:15:14

mhm. Ähm, das wird dann, das, das kommt von den, von Hörnern und von den Hufen wird das gewonnen und das ist ein Langzeitdünger.

Romy 1:15:21

Ja, ja.

Ulrike 1:15:21

Und, äh, deswegen, passt das so 'n bisschen mit dem Fingernagel, also weil das ja auch von den, von den Hufen als Horn-

Romy 1:15:27

Mhm

Ulrike 1:15:27

späne gewonnen wird.

Romy 1:15:29

Und wenn ich die Hörner auskoche, ist das im Prinzip so, wie wenn ich die Knochen auskoche und ich kann daraus dann 'ne, 'n Sud machen bzw. Ne-nein, also nein, okay, Hornsuppe schmeckt nicht.

Andreas 1:15:40

Hornsuppe schmeckt nicht. Nein.

Romy 1:15:43

Okay, dann haben wir das auch schon geklärt. Gut, dann-

Andreas 1:15:46

Sie riecht zwar wie Rippchen, aber nein, wir kosten es nicht.

Romy 1:15:51

Gut. Na ja, aber dann kommen wir doch mal direkt zur, Direktvermarktung. Was ist das eigentlich?

Ulrike 1:15:57

Direktvermarktung, bezeichnet man, äh, wenn die, die Tierhalter ihre eigenen Tiere dann, auf dem eigenen Ge-Gelände und im eigenen, Räumlichkeiten oder bei, bei sich direkt dann vermarkten. Das heißt, bei sich von Hof ab das Fleisch dann verkaufen.

Romy 1:16:17

Aber

Ulrike 1:16:17

ihr

Romy 1:16:17

schlachtet doch nicht.

Ulrike 1:16:19

Ja, wir lassen schlachten, lohnschlachten. dort wird das, bleibt das Fleisch, neun Tage hängen zur Reifung.

Romy 1:16:26

Ja.

Ulrike 1:16:27

Dann wird es zerlegt und portioniert und einvakuumiert und dann holen wir das ab. Wiegen, das, wird's ausgewogen und beschriftet und dann, machen wir das zurecht, für die Vermarktung.

Andreas 1:16:44

Also wir verkaufen dann das Fleisch direkt ab Hof. Also es übernimmt für uns kein Metzger. die, ich sag mal, der Schlachtbetrieb beziehungsweise die Metzgerei, die machen in unserem Auftrag alles fertig, so wie wir das gerne haben wollen. Wir haben uns mittlerweile in den sechs Jahren gut eingespielt und, Dann wird, wie gesagt, alles direkt bei uns ab Hof verkauft und das nennt man dann wirklich Direktvermarktung. also es ist kein Dritter, dazwischen, ähm, der auch noch was verdienen, möchte, denn das ist unsere Ernte. Das ist, ich sag mal, wenn ich Getreide dresche und das Getreide verkaufe, ist das die Ernte. Und, für uns ist eben der Fleischverkauf die Ernte neben der Heuernte, die wir benötigen natürlich, damit wir die Tiere über den Winter bekommen. Aber das ist eigentlich unsere, äh, unsere sind unsere Erlöse, die wir mit, benötigen, damit wir den Betrieb auch am Laufen halten.

Romy 1:17:40

Und was, also erst mal diese neun Tage hängt, hängt das Tier sozusagen, nachdem die Haut abgezogen worden und ausgenommen ist und so, ne, ausgeweidet. das ist ganz schön lange. So eine Karnicke hängt einen Tag. Hat das was mit den Kilos zu tun? Oder

Ulrike 1:17:56

das, das Rindfleisch braucht, bestimmte Enzyme, die sich entwickeln müssen, damit das mürbe wird. Das ist anders wie beim Flei-, beim, beim Schwein. Schwein schlachten kennt man ja, dass das dann an demselben Tag schlachten und verwursten alles passiert.

Romy 1:18:10

Ja.

Ulrike 1:18:11

Rindfleisch muss Enzyme entwickeln, damit es, damit es mürbe wird, damit es und bekömmlich wird. Damit es, das ist ein, ein Reifeprozess, der stattfinden muss, damit es, ja, damit, damit man's, ähm, wie soll ich sagen, das besser dann auch ver-, äh, Verdaulicher. Genießt man ganz verdaulich. Dass es auch weicher wird.

Romy 1:18:35

Mhm. Okay. Und das hängt dann in der Kühlkammer, damit halt sozusagen kein Viehzeug und so rankommt?

Ulrike 1:18:42

Richtig, das hängt dort in der Kühlkammer diese Tage ab und, da verliert es auch, an, an, an Flüssigkeit.

Romy 1:18:50

Mhm.

Ulrike 1:18:52

Und-

Romy 1:18:53

Deshalb, was ich im, Topf hab, sozusagen.

Ulrike 1:18:56

Genau.

Romy 1:18:57

Das, mhm, was ich reinlege, hab ich auch draußen.

Ulrike 1:18:59

Ja, ja.

Romy 1:19:00

Okay. Und ihr sagt dem Fleischer, oder dem, der Schlachterei, was ihr für Produkte haben wollt. Also ob das jetzt 'ne Schulter ist oder ein Filetstück oder was auch immer. Aber die machen keine Wurst für euch.

Ulrike 1:19:14

Doch, die machen für uns auch Wurst.

Romy 1:19:16

Die machen das auch für euch.

Ulrike 1:19:17

Ja.

Romy 1:19:17

Okay. Und ihr sagt, was da alles rein muss oder ist das deren Rezept?

Ulrike 1:19:22

wir haben das so gemacht, dass wir dann schon probieren dürfen, und ob wir, ob uns das und dann wird nur das verkauft, was auch uns schmeckt. Wo wir sagen: „Ja, das, das können wir mit vertreten. Das, das, das können wir so, äh, äh, und, und der Kundschaft präsentieren", und dann, wird das so gemacht, wie das dann angeboten worden ist. Also praktisch, ne, die ma-machen eine Wurst und bieten praktisch das an, das könnte jetzt so und so schmecken. Und dann, wenn wir damit zufrieden sind-

Romy 1:19:53

Mhm. -

Ulrike 1:19:53

dann wird das so hergestellt.

Romy 1:19:56

Aber habt ihr auch einen Laden? Das hab ich nicht gesehen.

Ulrike 1:19:59

Wir haben keinen direkten und ständigen Hofladen.

Romy 1:20:02

Mhm.

Ulrike 1:20:03

Sondern wir haben, einen Verkaufsraum. Okay. Weil wir, bis jetzt so drei bis vier Mal im Jahr etwa schlachten, je nachdem, wie die Tiere gerade so anfallen.

Romy 1:20:18

Mhm.

Ulrike 1:20:19

Und, dann wird an dem Wochenende, also und es wird erst geschlachtet, wenn wir auch für die Tiere, die Kundschaft zusammen haben. Wenn wir nicht- Das ist ja interessant, okay. Wenn wir nicht genügend Kunden haben, werden die Tiere auch nicht geschlachtet. Also es wird nicht eingefroren, auf lange Zeit oder, das und woanders hin, hin verkauft, ja so halbe Tiere, sondern, wir, vermarkten die Tiere erst, wenn wir auch, die entsprechende Kundenzahl zusammen haben. Und dann geht das an dem Wochenende, wo dann der Verkauf stattfindet von Freitag bis Sonntag, dann, sind die Tiere dann meistens sind es zwei, dann auch vollständig raus.

Romy 1:21:04

Wie viel Menschen könnten an einem, Rind essen?

Ulrike 1:21:08

Na, das ist jetzt 'ne Frage, ähm-

Romy 1:21:11

Also das ist jetzt 'n bisschen tricky, weil ich hab grad überlegt, ich hatt ja mit dem Julian Gruner, mit dem Koch aus, Rauden gesprochen und der sagt dann, es ist für ihn relativ schwierig, tatsächlich aus der Region die ganzen Sachen, zum Kochen zu organisieren, weil dann ist es zu viel und dann müsste er das einfrieren und Punkt punkt Punkt. Und deshalb die Frage: Also wenn ich jetzt ein Rind schlachte und ich sag, ich hab jetzt 'ne Hochzeit, krieg ich davon hundert Leute satt? Oder und muss ich dann immer noch, ganz viel einfrieren? Oder also könnte ich für 'ne große Veranstaltung tatsächlich ein komplettes Rind verwursten, also verarbeiten?

Ulrike 1:21:43

Verarbeiten. Also ich sage mal so, hundert Leute kriegen sie schon satt, weil wir hatten, unsere eigene Tochter hat geheiratet und wir haben, da also auch Fleisch, dat, dafür gegeben und da hat der Koch also aus dem Rindfleisch praktisch die ganze Hochzeitsgesellschaft beköstigt und das hat gut funktioniert.

Also bleibt auch noch was übrig. Aber, ja.

Andreas 1:22:12

Ein ganzes Tier, für, ne große Party, ich sag mal, von hundert Leuten, da müssen schon gute Esser dabei sein. und 'n ganzes Tier Ochs am Spieß gibt's ja manchmal auch. Also da brauchen wir schon mehr als hundert Leute, die das dann entsprechend abnehmen, und dann essen kommen. Aber das würde dann schon auch weggehen, wenn man das auf 'n Spieß, legen würde. Das ist, durchaus möglich, aber das ist nicht, jetzt unsere Vermarktungs, ähm, Philosophie, dass wir das im Ganzen verkaufen, sondern wir haben, viele, viele andere Einzelkunden, wo wir sogenannte Fleischpakete anbieten.

Romy 1:22:48

Mhm.

Andreas 1:22:49

Weil ein Rind besteht ja nicht nur aus Steak und aus Filet-

Romy 1:22:52

Aha ...

Andreas 1:22:53

sondern es gibt auch Kochfleisch, es gibt halt verschiedene Braten, es gibt halt entsprechend den Gulasch, es gibt Rouladen, es, es gibt entsprechend Hackfleisch, es gibt, äh, entsprechend die Knochen. Das muss alles dann auch, mit, verarbeitet werden. Und es sind einfach dann auch letztendlich leckere Produkte- Aha ... die dann zum Schluss, ja, aus dem Kochtopf kommen und dann auf die Teller, äh, gelangen. Und, das ist ein, Bereich, wo wir diese Fleischpakete dann verkaufen. wir bieten an, circa zehn Kilo Paket, das ist so unser Haupt, Schlager. Je nach Fleischigkeit der Tiere bewegt sich das natürlich um die zehn bis zwölf Kilo, weil die Braten das-- Ja, wir wissen dann, wenn das Tier am Haken gehangen hat, was ungefähr ist. Mhm. Dann kann man das abschätzen. Aber, letztendlich wissen wir das erst, wenn das alles, zu Hause ist und ausgewogen wurde, wie sich das Paket dann entsprechend zusammensetzt. Es ist anteilig von jedem was dabei und, es gibt dann 'ne Mischkalkulation und ich denke, für so 'n relativ, aktuell relativ guten Preis und, von daher, wird das auch sehr, sehr gerne angenommen und man braucht dafür ungefähr so 'n Standardgefrierfach im Kühlschrank.

Romy 1:24:02

Mhm.

Andreas 1:24:02

Für

Romy 1:24:03

zehn Kilo, okay.

Andreas 1:24:03

Von, zehn bis zwölf Kilo von der, vom Volumen her. das ist so 'ne Sache. Was wir dann noch anbieten, sind halt Bratwurst, Bockwurst, Salami. das, kommt noch mit dazu. Dann Leberwurst im Glas als, also Leber, ja, ich sag dann, ich sag immer schon Leberpastete. ja und, demnächst sind noch 'n paar andere Ideen, die uns im Kopf rumschweben, aber, da können wir erst drüber reden, wenn sie dann schon mal durchgekostet wurden.

Romy 1:24:31

Mhm. Wie findet man euch denn?

Andreas 1:24:33

Uns findet man, im Internet gibt's die einen oder anderen Einträge. Wir haben sicherlich, noch keine richtige große Reklame gestartet, weil die Nachfrage ist sehr, sehr gut über Mund zu Mund. Wir haben immer mal 'n Flyer, über die Märkte sind die verteilt worden. und wenn uns Leute ansprechen, geben wir unsere Erreichbarkeiten weiter, weil wir haben jetzt nicht wirklich groß in die Reklame reingestartet, weil es ist einfach, wir können den Bedarf nicht decken, was die Nachfragen betrifft, und, es hat sich auch sicherlich ein gewisser Stammkundenbereich schon auch aufgebaut, der auch mit, bedient wird und neue Kunden sind natürlich immer willkommen, aber sie müssen ein bisschen Geduld haben. Weil wir schlachten ja nur im Frühjahr und im Herbst. Und, ja, dann bekommt derjenige einen Anruf und dann, oder eine entsprechende WhatsApp-Nachricht und, wann denn dann das ist, stattfindet das Verkaufswochenende. Ja, so geht das peu à peu. Wir haben angefangen mit Reklame. Man sieht's ja am Auto, dass wir auch mit Erreichbarkeiten durch die Gegend fahren. Wir haben, n Kühlanhänger uns, zugelegt. der trägt auch die Reklame. Den kann man übrigens bei uns auch mieten für Familienfeierlichkeiten.

Romy 1:25:49

Das ist gut zu wissen.

Andreas 1:25:52

Ja, oder andere Festlichkeiten. da stehen die Erreichbarkeiten auch entsprechend drauf. und ja, das ist dann noch mal was, wo wir dann mit in unter anderem dann mal vielleicht in 'ne Anzeige oder so was mal 'ne Reklame reingeben, aber so weit sind wir einfach noch nicht.

Romy 1:26:06

Okay, gut. der Name Highland Cattle Farm ist ja jetzt erst mal bekannt, ne. Dann können die Leute googeln, wenn sie Interesse haben. gut, dann lassen wir's erst mal dabei. Ich muss nämlich noch mal ganz kurz zurück auf die Verwertung des kompletten Tieres. Was passiert denn mit dem Fell?

Ulrike 1:26:22

Das Fell, wird vom, vom Abdecker mit, mit abgeholt die, die erste Zeit. Und dann, wird das dort bei dem Schlachtbetrieb, gibt's auch jemanden, der die Felle auch der übrigen Tiere von dem, von dem, Schlachtbetrieb – die haben ja selber auch 'ne Rinderhaltung – dann zur, Ledergewinnung dann abholt.

Romy 1:26:43

In die Gerberei.

Ulrike 1:26:44

In die Gerberei. Ja, weil so ein, so ein Fell, wir haben auch schon mal, die Fühler ausgestreckt, so 'n Fell oder, mal selber gerben zu lassen. wir haben auch Anfragen bekommen, ob's so ein Fell zu erwerben gibt und, das ist dann schon ganz schön teuer. Also das- Vier, fünfhundert

Romy 1:27:01

Euro,

Ulrike 1:27:01

oder? Ja genau, das will keiner zahlen dann am Ende und deswegen ist da bei uns auch noch nix passiert. Mhm.

Andreas 1:27:09

Und es gibt auch nicht wirklich viele Gerbereien, wo man hinfahren könnte, die das machen. Wir haben auch schon Fühler nach Polen ausgestreckt, sind da nicht wirklich fündig geworden. Mhm. Es ist eine-- die nächste Gerberei für uns wäre bei Leipzig. Mhm. Ja und dann fährt man einfach noch viel, viel weiter. Also sprich bis an die französische Grenze und von da kommen die nämlich auch dann letztendlich die Felle holen.

Romy 1:27:36

Krass. Das ist wirklich ganz schön weit, wenn man sich das überlegt.

Andreas 1:27:38

Mhm.

Romy 1:27:38

Und dann, ne, um das als Teppich hinzulegen, sind vierhundert, fünfhundert Euro ganz schön, ganz schön viel, wenn man so 'n Teppich, für wesentlich günstiger bekommt. Aber es ist natürlich Natur, das muss man auch sagen, ne. weiß man nicht, wie's mit der Reinigung ist.

Andreas 1:27:52

Wir haben's noch nicht durchkalkuliert, was es kosten würde.

Romy 1:27:54

Mhm.

Andreas 1:27:56

Weil wir wissen's einfach noch nicht. Sicherlich werden wir mal irgendwann eins machen.

Romy 1:28:00

Zum

Andreas 1:28:00

Test

Romy 1:28:00

und so.

Andreas 1:28:02

Einfach auch für uns, wenn man mal 'n Tisch hat, wo man, was präsentieren möchte, da mit den Menschen da auch mal, die Finger aufs Fell legen können.

Romy 1:28:09

Ja.

Andreas 1:28:10

aber, äh, jetzt, wir haben's noch nicht durch, durchkalkuliert und noch nicht durchgespielt, also was da alles notwendig wäre. Wir haben zwar schon mal die Fühler ausgestreckt, wir wissen, wie das ein oder andere zu handhaben wäre, weil das ist ja auch nicht ganz so einfach. Das Fell muss ja dann sozusagen erst mal gelagert werden, ne. Ein frisch geschlachtetes Tier, wenn das Fell zum Beispiel nicht, das muss gesalzen werden, muss in Salz eingelegt werden und, wenn das in Salz eingelegt wird, dann kann man das haltbar machen und dann kann man das erst hintransportieren. Ansonsten nehmen glaube ich die Gerüche ziemlich stark überhand und, vielleicht dann auch die Maden und dann ist das ja alles nichts mehr wert. Geh dahin, ja. Und, das wollen wir natürlich nicht. Also wir wollen schon dann auch 'n gutes Produkt haben.

Romy 1:28:59

Mhm. Habt ihr, schon mal Rückmeldungen bekommen von der größeren, größer werdenden Community der, Veganer oder Vegetarier? Habt ihr da mal mit Anfeindungen zu tun gehabt? also ist ja möglich, wenn ihr auf Instagram unterwegs seid.

Andreas 1:29:14

Nein.

Romy 1:29:14

Nein. Super.

Andreas 1:29:15

Gar nicht. Gar nicht. vielleicht es hängt das auch einfach damit zusammen, weil die Tiere auch Charakter haben. Mhm. Und, ja, wir tun aber auch nicht jetzt irgendwie gegen Veganer sein. das tun wir natürlich auch nicht. Und ja, es darf jeder gerne das tun, wie er das möchte und die, die Fleisch haben wollen und die auch was Besonderes haben wollen, die dürfen gerne zu uns kommen und das tun sie auch.

Romy 1:29:41

Okay, schön. Ähm,

wir sind jetzt schon ziemlich lang unterwegs, aber ich hab trotzdem noch 'n paar Fragen. Und zwar, das ist ja, also ich will nicht sagen, dass es 'n teures Hobby ist, aber es ist ja auch 'n Hobby, was mit Kosten verbunden ist, ne. Also ihr habt jetzt hier diese Zäune, ihr musstet überhaupt erst mal die Tiere anschaffen. ihr müsst sozusagen zum Schlachter, ihr müsst Heu machen. Also ihr müsst unterschiedliche, Zertifikate ranbringen und Genehmigungen und dies und das und jenes. Also lohnt sich das wirklich?

Andreas 1:30:14

Es gehört Idealismus dazu, das ist so. Und man muss dahin kommen, dass wir wirtschaftlich sind. das ist auch ein, ein, ein, ein, ein ganz wichtiger Punkt und der ist Der wird nicht nur, von uns selber gewollt. Äh, das Finanzamt möchte auch, dass wir wirtschaftlich sind. Äh, das ist, das ist so und ich kann eigentlich sagen, wir sind wirtschaftlich.

Romy 1:30:40

Okay, das ist gut.

Andreas 1:30:41

Und, das ist aber so, dass wir das eben in Familie leisten alles und mit Freunden leisten, denn, mit Angestellten wäre das nicht mehr wirtschaftlich.

Romy 1:30:50

Mhm. Ja, und ihr hättet dann auch gar nicht die Größe. Also ihr hättet ja nur, ihr habt ja nur diese dreiunddreißig Hektar. Ihr müsstet dann eventuell was dazu pachten, damit ihr größer werden könnt und dann ist das schon wieder so 'ne, dann kann man's gar nicht mehr nebenbei machen. Dann muss man das im Hauptberuf machen und dann ist immer noch die Frage, ob sich das trägt, ne.

Andreas 1:31:08

So ist es.

Romy 1:31:09

Auf jeden Fall spannend.

Andreas 1:31:10

So ist es. Man muss immer schauen, in welchem Bereich bewegen wir uns und, Das

Ulrike 1:31:14

ist jetzt so die ungefähre Größe, die man so nebenher alleine

Romy 1:31:21

bewerkstelligen

Ulrike 1:31:21

kann.

Andreas 1:31:22

Ja, die wir bewerkstelligen können und, wo wir auch, in wirklich in 'ner Perspektive 'ne dauerhafte Wirtschaftlichkeit, erreichen. Und wir hoffen, dass nicht die explodierenden Ölpreise und, verschiedenen anderen Sachen uns wieder, in einen Rückschlag versetzen, denn das macht uns schon auch Sorge.

Romy 1:31:41

Die Ölpreise? Ach wegen jetzt,

Andreas 1:31:43

ähm, Heuernternte und Kraftstoff. Wegen der, wegen den Kraftstoffpreise. Also es sind viele, viele Sachen, die natürlich dadurch auch, automatisch, teurer werden. Und, das ist, das ist dann, also es geht los, wenn ich mal 'ne Hütze einkaufen will, ähm, die mal vor zehn Jahren, ich sag mal, ist nur ein Beispiel, ist nur ein Beispiel, fünfzig Euro gekostet hat, die kostet jetzt achtzig Euro. Und, so sind viele Sachen, die sich da irgendwo reinbewegen und, das hoffen wir, dass es sich jetzt nicht noch gravierender auswirkt. Aber die Auswirkungen, die tatsächlichen Auswirkungen, die kommen ja erst noch. Also das werden wir erst nächstes Jahr so richtig merken, weil noch leben wir aus den Reserven.

Romy 1:32:24

Ah, okay. es beschäftigen sich ja viele Menschen mit Umweltschutz und das, was ihr jetzt hier gemacht habt mit diesem, wie habt ihr's noch mal genannt? Landschaft.

Andreas 1:32:34

Landschaftspflege.

Romy 1:32:35

Mit der Landschaftspflege. Das ist ja auch 'n Teil des Umweltschutzes. gibt es dafür die Möglichkeit, Förderung, zu beantragen oder denkt ihr euch das alles aus? Oder habt ihr das gemacht, weil ihr irgendwie, Förderung bekommen habt? Oder w-w, also wie kommt ihr auf so was?

Andreas 1:32:53

Wir sind dankbar, dass uns das angeboten wurde, weil wir einfach auch mal nachgefragt haben: „Wie sieht's denn aus? Äh, besteht denn die Möglichkeit, wir könnten mal hier reingehen und 'ne Beweidung durchführen?"

Romy 1:33:04

Mhm.

Andreas 1:33:04

wir wollen das mal ausprobieren. Wir wollen das mal testen. Mhm. schön wär's, wenn's natürlich auch Förderungen geben würde und schön wär's, wenn das Biosphärenreservat oder die anderen uns, auch wahrnehmen würden, dass wir mit Highlands auch Landschaftspflege machen können und nicht nur mit Schafen. Mhm. Dann könnte man sicherlich noch andere Projekte angehen. das wär natürlich schon schön, aber wir haben auch noch nicht mit gesprochen mit dem Biosphärenreservat diesbezüglich, was Landschaftspflege betrifft. Aber da kann man ja noch, mal an die herantreten.

Romy 1:33:37

Mhm. Ich überleg grad. Ich meine, es gibt ja genug Flächen in Boxberg, wo, ne, wo man mal 'n bisschen aufhübschen könnte. da ist natürlich dann zu bedenken, dass es ja immer einen Zaun braucht, der muss aufgebaut werden, ne. Und wie lange stehen sie dann? Die Wasserversorgung. Also es ist ja alles dann noch mit 'nem Rattenschwanz hintendran. Aber nichtsdestotrotz, das tatsächlich mal, äh, mitzudenken, gegebenenfalls auch mit der Gemeindeverwaltung zu sagen: „Okay, welche Fläche steht denn jetzt hier zur Verfügung? Müsste sich mal angeguckt werden." Ist vielleicht gar nicht, also nicht für heute und morgen, aber vielleicht perspektivisch, mal ganz spannend. Ja und klar, Biosphärenreservat, Heide und Teiche. Also schon Potenzial drin.

Andreas 1:34:14

Es ist Potenzial drin und es ist Potenzial drinne für Schafe, für Ziegen und für Highlands. Und da muss man einfach mal schauen. Natürlich konkurriert, das immer mit Flächen, von anderen Betrieben, aber es sind auch, ich sag mal Landschaftspflegebereiche. Da sind ja unter Umständen so wie hier keine Maschinen unterwegs. Ähm. Dann, wär das auch in Ordnung. Ja, da muss man einfach mal schauen. vielleicht, entwickelt sich da jetzt was. Das ist 'n Test, den wir jetzt hier machen- Mhm. den wir spannend finden und, vielleicht, das ein oder andere dokumentieren wir hier recht gut, damit man das auch mal vorzeigen kann. Mhm. Was, so geht und wie das so dann sich darstellt. Mhm. Und, wenn wir nächstes Jahr hier noch mal rein, dürfen in, die Fläche, dann werden wir sicherlich, den Erfolg der Maßnahme, deutlicher sehen als das, was wir jetzt sehen. Mhm. Jetzt sehen wir ja nur, dass es die Tiere auslichten, sehr viel auslichten, vielleicht auch das ein oder andere runtertrampeln. Aber die Frage ist dann: Was kommt denn nächstes Jahr noch hoch? Mhm. Was haben sie denn geschafft, entsprechend so kurz zu halten, zu pflegen und wie sieht das dann aus? das kann man erst in einem Jahr oder in zwei Jahren sehen. so ist auch in der generellen landwirtschaftlichen Produktion oder Arbeit. Also wir denken immer in Jahresscheiben. Mhm. Also wir müssen immer ein Stückchen gucken, was ist denn nächstes Jahr um dieselbe Zeit? Kommen wir mit dem Futter hin? wissen wir, wo wir die Tiere weiden lassen? Wie müssen wir Pflegemaßnahmen durchführen, damit das alles sich entsprechend ja auch futtertechnisch entwickeln kann, damit wir die Heuernte selber auch durchführen können und dass die Heu sich selbst, also dass das sich alles selber trägt. Das ist alles, mit in den Gedanken drin. Aber wenn das Wetter nicht mitspielt- Mhm. sind schnell Sorgenfalten da. Na

Romy 1:36:13

ja, klar.

Andreas 1:36:15

Und die waren dieses Jahr schon groß, muss ich sagen. Die waren schon sehr groß, weil das Frühjahr viel zu trocken war im Gegensatz zum letzten Jahr. Da war das ein gutes Jahr, aber dieses Jahr war's viel zu trocken. Also wir haben wirklich vier, fast sechs Wochen keine Niederschläge gehabt, und das ist, schon sehr deutlich zu spüren gewesen, wenn die Pflanzen in ihrem Wachstum innehalten und sagen, jetzt schieben wir lieber doch die Blüte, damit wir vielleicht doch noch 'n bisschen Samen entwickeln können, um mit unseren Nachfahren weiter zu überleben. Dann fehlt's aber an Masse- Mhm. was sonst die Jahre gekommen ist. Denn wir sagen immer, auch wenn's jetzt regnet und, die Gäste beim Festival jetzt alle nass werden, aber wir freuen uns über jeden Tropfen, der kommt, weil Wasser ist Leben und, ohne das Wasser, haben wir die Nahrungsmittel nicht. Sicherlich sind wir jetzt ein, nur ein kleiner Teil davon, 'n kleiner besonderer Teil, aber ist ein wichtiger Punkt.

Romy 1:37:19

Mhm. Wollt ihr uns noch was, anderes mit auf den Weg geben? Irgendein Gedanke in Bezug auf eure Rinder, eure Lebensweise, eure Philosophie?

Andreas 1:37:32

Also uns würde sehr freuen, wenn, nicht nur bei uns eingekauft wird, sondern es gibt noch diverse andere regionale Partner, die hier in der Region, Ähnliches anbieten, wenn die stärker in den Fokus mitgenommen werden. Und, das hilft, die, Region insgesamt überhaupt stärker zu fördern. Das hilft, den einzelnen Betrieben, wirklich am Leben zu bleiben und auch eine Vielfalt, die wir brauchen, in der Region.

Wir brauchen nicht nur Agrar Konzerne, sondern wir brauchen wirklich 'ne Vielfalt und, das ist uns eigentlich sehr wichtig, diese Betriebe zu erhalten. Und das ist eine Frage des Einkaufs, der Einkaufsmöglichkeiten und, da können wir nur animieren und, würden uns freuen, wenn auch die anderen Partnerbetriebe oder überhaupt in der Region bei solchen kleinen, Betrieben eingekauft wird.

Romy 1:38:27

Schließen sich natürlich gleich mehrere Fragen in meinem Kopf an. Also gibt es denn so eine, ein Netzwerk der Direktvermarkter hier aus der Region? Also gibt es da irgendwie so 'n Flyer oder eine Website, wo die Leute draufgehen können und sehen, wer hier in der Großgemeinde Boxberg oder auch in der Lausitz Direktvermarkter ist?

Andreas 1:38:48

Hier, was die Gemeinde hier betrifft, weiß ich nicht. Wissen wir nicht. Wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass, ähm, im Rahmen der Entwicklungsgesellschaft, vom Landkreis, Görlitz, Von der ENO? Von der ENO, da eine App wohl, da arbeitet beziehungsweise auch ins Leben gerufen wurde, wo man so verschiedene Sachen sich anschauen kann. das haben wir gehört, haben das auch schon mal uns angeschaut, sind da aber noch nicht so richtig fündig geworden, ob das auch was für uns ist. Aber für uns ist, wird das sicherlich was werden, wo wir uns dann einfach mal mit vorstellen. Mhm. Und das sind schon die ein oder anderen, Betriebe, die sich dort auch mit, präsentieren und, ich find's 'ne gute Sache und auch das braucht noch sicherlich seine Zeit um das stärker wahrgenommen zu werden, was hier noch so 'ne Region ist.

Romy 1:39:37

Mhm. Es gibt auch diese Initiative Lausitz schmeckt.

Andreas 1:39:42

Die kennen wir noch nicht.

Romy 1:39:43

Okay, gut. ja, also ich hätt eigentlich noch, aber ich denke, das war sehr, sehr informativ. Also ich fand das sehr spannend und auch zu sehen, was hier so passiert, ne, was diese Rinder machen mit der Landschaft und, wie ihr mit den Tieren umgeht und was ihr so für Ideen habt. Und es ist einfach schön, euch zuzuhören, ja, und zu sehen, was und wie ihr das tut. Und ich wünsche euch ganz viel Erfolg weiterhin.

Ulrike 1:40:13

Danke schön.

Andreas 1:40:14

Danke schön.

Romy 1:40:15

Ja dann, lass uns mal zurückfahren.

Andreas 1:40:18

Gerne, geht los.

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