Robin Zieger aus Mönau


Veröffentlicht am: 29.06.2026  Aufgenommen am: 31.05.2026
Dauer: 1h 18min


Episodenbild

Worum gehts?

Robin Zieger ist Mönauer „von Geburt an, aber auch erst seit zwanzig Jahren“ – sein Wissen über Mönau, den Park und die Geschichte rund um Gut Mönau-Rauden hat er sich vor allem durch Gespräche mit den Älteren und das halbe Archiv in seinem Ortsvorsteherbüro in Uhyst erarbeitet. Romy trifft ihn mitten im Park, den er gemeinsam mit dem Mönauer Park- und Ortschaftspflegeverein seit 2018 in reiner Ehrenamtsarbeit pflegt – gegründet damals als Dorfjugend, weil sich sonst niemand kümmerte.

Der Spaziergang führt vorbei an der Ruine des alten Gutshauses: einst dreiflügelig mit Glockenturm, 1945 Mädellager des Reichsarbeitsdienstes, nach dem Krieg größtenteils abgerissen und 1994 von der Gemeinde für wenig Geld an einen Privateigentümer verkauft, der seitdem unauffindbar ist und das Gebäude verfallen lässt. Eine Enteignung kommt für den Verein trotzdem nicht in Frage – das Beispiel Uhyst zeigt, wohin das führen kann, wenn am Ende doch nur jemand mit „drei Euro fünfzig mehr in der Tasche“ mitbietet.

Daneben geht’s um die größte Platane östlich der Elbe (Stammumfang: rund sieben Meter), um Sommerkino mit einer neun mal sieben Meter großen Leinwand, Glühweinabend und Parkfest – und um die größeren Fragen dahinter: Warum die Lebensmittelversorgung auf dem Dorf fehlt, warum junge Leute wegen der Dresdner Zweitwohnungssteuer ihren Hauptwohnsitz in Mönau behalten, und warum ehrenamtliches Engagement Aufgaben übernimmt, die der überlastete Bauhof der Gemeinde Boxberg längst nicht mehr schafft.

Den größten Raum nimmt am Ende die Frage nach der Identität der Großgemeinde ein. „Ich bin kein Boxberger, ich bin nicht mal Uhyster, ich bin Mönauer“, sagt Robin – und bringt damit ein Problem auf den Punkt, das die Gemeinde seit der Eingemeindung wegen leerer Kassen begleitet: ein fehlendes gemeinsames Leitbild, eine Fehlerkultur, die das Ausprobieren neuer Ideen erschwert, und ein See, der eher trennt als verbindet. Zum Schluss wird’s privat: Robin mäht am liebsten selbst den Rasen zur Entspannung, lebt mit seinem Vater im Mehrgenerationenhaus – und erklärt noch, warum die Apollo-Statue im Park ganz ohne Vorbild entstanden ist und woher der Mönauer Rodelberg eigentlich seinen Namen hat.


SPRECHER IN DIESER FOLGE

Romy

Robin





Kapitelbilder

Zu dieser Episode von „'s menschelt“ gibt es ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecherzuordnung.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt. Bei den Hauptfolgen werden wir so gut wie möglich versuchen, das Transkript nachzubearbeiten. Es kann aber auch immer sein, dass wir dafür keine Zeit hatten. Der automatisierte Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort.

Transkription der Episode anzeigen
Romy 0:00:42

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von 's menschelt, heute in Mönau mit Robin Zieger.

Robin 0:00:49

Ja, halli, hallöchen.

Romy 0:00:51

Halli, hallöchen. Ja, schön habt ihr's hier. Wunderbar grün, gemähter Rasen. Es ist ja ein toller Park, durch den wir jetzt marschieren.

Robin 0:01:00

Ja, der Park, sage ich jetzt mal, das ist noch ein Überbleibsel aus dem alten Gut Mönau. Hat so 'ne glückliche Fügung. Eigentlich sollte der komplett nach dem Zweiten Weltkrieg auch abgeholzt werden und die Besatzungsmächte brauchten eben noch ein Plätzchen, wo sie ihre LKWs verstecken konnten, sodass eben diese ungefähr einen halben Hektar alten Großbäume stehen geblieben sind oder die Fläche von einem halben Hektar mit den alten Großbäumen stehen geblieben sind. War dann lange Zeit Kommunalbesitz der Gemeinde Mönau-Rauden. Mhm. Da fanden eben auch verschiedene Dorffeste statt. Davon ist so eine kleine Betonfläche noch übrig, die damals dann mal gegossen wurde als Tanzfläche. Mhm. Und ist eben mit ins Eigentum der Gemeinde Uhyst übergewechselt und dann ins Eigentum der Gemeinde Boxberg. Die hat das leider dann zusehends verfallen lassen. Gab aber auch, sage ich jetzt mal, von den Bewohnern keine richtige Bestrebung, hier irgendwie was umzusetzen und zu machen. Es gab dann noch kleinflächige Nutzungen und den Leuten sind wir da sehr, sehr dankbar hier im Dorfe. Die haben wenigstens ein paar Tiere hier gehalten, dass das nicht alles komplett zugewuchert ist. Mhm. Das haben sie sehr schön gemacht und haben auch Herbst dann auch das Laub beräumt. Und seit 2018 haben wir dann als Dorfjugend den Mönauer Park- und Ortspflegeverein gegründet, der sich jetzt der Sache angenommen hat, eben hier wieder ein bisschen Leben auf die Fläche zu bringen.

Romy 0:02:11

Ja.

Robin 0:02:11

Beziehungsweise auch das, was von dem Park noch erhaltenswert ist oder zu erhalten ist, zu erhalten und eben weiterzuentwickeln. Genau.

Romy 0:02:19

Ja, super. Kommen wir mal kurz in die Geschichte zurück. Also es hört sich so an, als ob du dich hier auskennst in Mönau. Bist du Mönauer?

Robin 0:02:26

Ich bin Mönauer von Geburt an, aber auch erst seit zwanzig Jahren, aber ich habe mich viel mit den Älteren unterhalten früher. Es gibt auch einige Dokumente, die, die überliefert sind und natürlich jetzt in meinem Ortsvorsteherbüro in Uhyst lagert ein schönes halbes Archiv auch mit, äh, historischen Dokumenten aus der alten Gemeinde Mönau-Rauden. Und es hat mich schon ein bisschen interessiert und da kann man ab und zu mal drin schmökern.

Romy 0:02:49

Okay, also ich verstehe, du bist im Ortschaftsrat.

Robin 0:02:53

Ja.

Romy 0:02:53

Und widmest dich der Geschichte dieses Ortes.

Robin 0:02:58

So kann man das-

Romy 0:02:58

Als Archivar zum Teil auch?

Robin 0:03:00

Nee, das, das eher weniger. Es geht mir wirklich eher darum, eben das, was da ist, aus der Historie quasi wiederzubeleben und zu entwickeln, weil wir sehen's so: Ich seh's ganz häufig, wenn ich durch andere Dörfer fahre. So derzeitig muss ich immer einmal die Woche nach Dresden fahren und die Bundesstraßensituation gibt's ja grad eben so her beziehungsweise auch die Autobahnen, dass man eher über die kleinen Dörfer mal nach Richtung Dresden tuckern muss. Ja. Und ich fahr da häufig so durch die kleinen Dörfer und denk mir: „Mensch, das ist alles so gesichtslos". Ja. Ne? Also die Herrenhäuser, die verfallen, die, die sind teilweise abgetragen schon komplett. Die Baumreihen, die es sicherlich da auch früher gab, da sieht man bloß noch so einzelne Exemplare irgendwo stehen. Vielleicht, weil die Leute sich über's Laub beschwert haben, man weiß es nicht, oder weil sie eben wirklich standsicherer als Probleme hatten, aber eben fürs Nachpflanzen hat man sich nicht entschieden. Und ich find das schade, dass so viele kleine Dörfer eben ihr Gesicht verlieren und das möchte ich gerne eigentlich hier in Mönau, aber auch in Rauden in dem Moment bewahren. Ich sag mal, bestes Beispiel, jetzt unabhängig von dem Park haben wir eben hier diese relativ konstant erhaltene Eichenallee von Uhyst aus kommend rein ins Dorf. Sie sind ja von da gekommen, nicht? Ja. Und eben auch hier diese elf Zentralbäume im, im Dorf mit dem genau gleichen Pflanzabstand. Das ist ein kleines Wunder, dass die eben so erhalten wurden. Ja,

Romy 0:04:16

sehr schön.

Robin 0:04:17

Und ich sag immer: „Was wäre Mönau ohne diese Baumreihe?" Das wäre gesichtslos. Ohne, also könnte einfach jedes andere x-beliebige Dorf sein. Und das sind so diese Kleinigkeiten, die glaube ich, unsere kleinen Dörfer vor allen Dingen lebenswert machen.

Romy 0:04:30

Das ist ja ein interessanter Gedanke, elf Eichen als Gesicht des Ortes zu bezeichnen. Also da wär ich noch nie drauf gekommen. Also Bäume sind ja schon ein Gesicht, ne, aber, aber trotzdem, also das hier, also diese Baumreihe sozusagen als Gesicht des Ortes zu bezeichnen, find ich spannend.

Robin 0:04:49

Mhm. Na ja, so wenn man eben- Öfters die gleichen Strecken fährt. In dem Fall jetzt, wenn ich jetzt auf Möner, Rauen, Uhyst bezogen, das mal so sagen darf, ne, wenn man jeden Monat zur Feuerwehrausbildung nach Rauen fährt, zum Beispiel, dann kommt man nach Hause, die ersten fünfzehn Mal fällt einem das gar nicht auf. Und beim sechzehnten Mal fährt man so um die Kurve und denkt sich: „Die haben sich ja früher doch was dabei gedacht." Ne, wir stehen hier vor dem alten Überrest des Gutshauses auch. Aha. Man sieht's jetzt gerade eben nicht. Hat sich hinter dem, hinter der neu wachsenden Linde versteckt.

Romy 0:05:22

Ja.

Robin 0:05:22

Und es ist eben so, wenn man von Rauden kommt, dann hat man den perfekten Winkel, um an den Eichen vorbei auf das Gutshaus zu schauen.

Romy 0:05:31

Ja.

Robin 0:05:31

Das Gleiche auch schon eher, wenn man aus Rauden rausfährt. Mittlerweile gibt's da auch ein bisschen Wildwuchs, der dazwischen steht, aber man kann noch die Flucht erahnen, warum da eben zum Beispiel kein Bauernhaus steht- Ja. -warum da eben eigentlich nichts ist und man das Gutshaus sehen kann. Ähnlich ist es auch, wenn man von Lieske reinkommt. Da sieht man eben perfekt von hinten immer in diesen Park hinein.

Romy 0:05:50

Ja.

Robin 0:05:50

Ja, und von Uhyst aus, wie gesagt, die Allee, die schon angesprochen wurde, die endet eben genau davor.

Romy 0:05:57

Was war denn dieses, also ein Gutshaus war früher mal ein Gutshaus, aber gehörte das noch irgendwo dazu? Wem gehörte das? Warum ist es jetzt so, wie es ist? Also kümmert sich da keiner mehr drum? Oder wenn ja, wer? Und also, also was ist mit diesem Gutshaus hier?

Robin 0:06:13

Also zunächst muss ich sagen, ist es eben nur noch ein Flügel des Gutshauses, ne. Der Bau hat eigentlich aus drei Flügeln bestanden. Einmal ein identisches, baugleiches Objekt westlich davon angesetzt und dann gab's einen großen Quertrakt mit Glockenturm, in dem sollen wohl auch Säle sich befunden haben.

Romy 0:06:29

Mit Glockenturm? Also war das

Robin 0:06:30

so

Romy 0:06:31

wie 'ne Art Kirche dann

Robin 0:06:32

auch? Nee, das nicht. Eher als Feuerwachturm-

Romy 0:06:34

Aha. -

Robin 0:06:35

gedacht, ne. Müsste ich da mal vielleicht gucken gehen. Ich habe vielleicht noch ein altes Bild, dann kann man sich das besser vorstellen. Jedenfalls Das wäre also das Gesamtexempel gewesen und die, die Zugehörigkeit hat sich immer wieder geändert, ne? Also lange Zeit lang war ja Mönau-Rauden nach Milkel eingefahrt. Da war die Gutsherrschaft mehr oder weniger eigenständig.

Romy 0:06:55

Eingefahrt heißt kirchlich

Robin 0:06:57

bezogen. Kirchlich, kirchlich bezogen eingefahrt. Dann kam's ja zur Grenzziehung durch den Wiener Kongress, wo wir den Preußen zugeschlagen wurden und dem der Rest jetzt teils blieb bei Sachsen. Die Grenze verläuft ja hinter Rauen. Und dementsprechend wurde dann nach Uhyst gewechselt und da hat man auch quasi diesen Gutsbezirk mit übergesiedelt, sage ich jetzt mal- Ja. -mit in, in, in diese, dieses Gesamtexempel mit, mit Uhyst mit hineingenommen. Und die Eigentümer haben aber auch immer wieder gewechselt. Wir sind jetzt hier keine relativ reiche Region, ne. Man hat eben vom Holzeinschlag gelebt. Später hat man versucht, durch die Fischteiche mehr Gewinn zu generieren. Mehr recht als schlecht lief das, denke ich mal, diesbezü-- diesbezogen. Und so hatten wir eben immer wieder wechselnde Eigentümer. Der bekannteste hier in Mönau sind eigentlich die Familie von Hundt und Alten Grottkau. Mhm. Um's 16., 17. Jahrhundert rum haben die hier gewohnt. Der eine Sohn der Familie ist dann wohl bei den Freimaurern ein bisschen, bisschen aufgestiegen. Da habe ich ab und zu mal ein paar Anfragen im Postfach, aber auskunftsfähig über die Person selbst bin ich natürlich auch nicht. Ja. Sondern nur über das Gebäude und das interessiert die Leute dann wieder weniger. Mhm. Mit Uhyst zusammen war's teilweise im Besitz der Familie Ravenau. In Uhyst stehen ja vier Statuen im Schlosspark. Man ist sich relativ sicher, dass nicht alle diese vier Statuen schon immer in Uhyst standen. Das sieht man an den verschiedenen Bildern, die an der verschiedenen Machart- Ah, okay. Die hergestellt sind. Ob nun von denen wirklich eine oder mehrere aus Möneau stammen oder eben nicht oder ob die woanders hergekommen sind, das lässt sich heute nicht mehr richtig belegen und auch nicht mehr nachverfolgen. Aber das wäre so 'ne Vermutung, dass das eben dann, weil das ein Herr war, teilweise mit abtransportiert wurde. Später dann die Familie Gersdorf und eben zum Schluss dann die Familie Kluge vor dem Zweiten Weltkrieg und da war es dann eben so, dass der Eigentümer der beiden Güter, ich glaub, Herbert hieß er, Herbert Kluge, der hat eben im Schloss in Uhyst gewohnt und hier hat dann seine Schwester, die Frau Luchmann gewohnt in dem Schloss. 1945 wurde es dann umfunktioniert zum Mädellager des Reichsarbeitsdienstes- Mhm. Im Nationalsozialismus. Davon ist auch der Fahnenmast, sage ich jetzt mal, noch ein Überbleibsel.

Romy 0:09:09

Ja.

Robin 0:09:10

Auf einer sicheren Höhe, sage ich jetzt mal, abgesägt. In alten Schriften steht drin, dass man wohl halt die nationalsozialistische Flagge wehen sehen, wenn man aus Uhyst losgefahren ist.

Romy 0:09:20

Boah, da muss der richtig hoch gewesen sein.

Robin 0:09:22

Richtig. Ob das stimmt oder nicht stimmt, man weiß es nicht.

Romy 0:09:24

Ja.

Robin 0:09:25

Na, eben so, so 'ne Erzählungen.

Romy 0:09:28

Ja.

Robin 0:09:29

Ähm, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dann eben Großteile des Schlosses abgerissen. Der Glockenturm hat zu der Zeit aber schon nicht mehr bestanden, genauso wie der Westflügel. Der muss eher mal ausgebrannt sein in irgendwann Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Und so ist eben bloß noch der eine Flügel hier übrig geblieben. Mhm. Der ist in das Gemeindeeigentum übergegangen und wie es eben so häufig in der Geschichte ist, treffen viele Menschen aus den richtigen Gründen leider die falschen Entscheidungen. Und so ist es eben auch hier passiert, dass neunzehnhundertvierundneunzig leider das Gebäude von der Gemeindeverwaltung Mönau-Rauden verkauft wurde für einen relativ sehr günstigen Preis an jemanden, an einen Privateigentümer und der kümmert sich eben seitdem leider um das Gebäude nicht mehr.

Romy 0:10:14

Also der kümmert sich die Verkehrssicherheit?

Robin 0:10:16

Nicht.

Romy 0:10:17

Auch nicht. Das heißt, es fällt zusammen?

Robin 0:10:20

So sieht's aktuell aus, ja.

Romy 0:10:21

Ist ein Abschreibungsobjekt sozusagen.

Robin 0:10:23

Aktuell, ja.

Romy 0:10:24

Und da kann man, ihm kann man nicht mehr habbar werden, also dass man, dass man versucht, das irgendwie zurückzukaufen. Aber wenn ja, was würde man denn damit tun? Also, ne, es ist ein relativ großes Gebäude trotzdem und es muss instand gehalten werden. Wir wissen, dass so was alles Zeit, Geld kostet und Zeit in der heutigen Zeit.

Robin 0:10:40

Richtig, richtig, richtig.

Romy 0:10:41

Also was würde denn dann damit passieren?

Robin 0:10:43

Also das ist erst mal auch das Ansinnen des Vereins, irgendwie wieder diesem Gebäude habhaft zu werden.

Romy 0:10:48

Mhm.

Robin 0:10:50

Was man dann direkt da draus machen kann, äh, muss man dann schauen, wenn man darüber auch reden kann, ne. Also es macht wenig Sinn, sich Luftschlösser zu bauen und am Ende kommt man an das Gebäude nicht ran.

Romy 0:11:01

Mhm.

Robin 0:11:02

Aber ich sag mal, eigentlich ist ja hier alles machbar, ne. Also wir könnten über ein relativ großes Ferienhaus, Ferienwohnungsobjekt reden. Ich meine, ne, man ist ja hier-

Romy 0:11:10

Direkt am Park. Es ist wunderschön, ja, ja.

Robin 0:11:13

Der Bärwalder See ist nicht weit weg.

Romy 0:11:15

Ja.

Robin 0:11:15

Und- Die

Romy 0:11:15

Teichlandschaft auf der anderen Seite.

Robin 0:11:17

Richtig, richtig. Und es ist ja gerade eben dieser Landtourismus, der wieder kommt, ne. Die Menschen ziehen häufig in die Stadt. Da haben wir diesen Hektik, diesen, diesen Trubel und im Urlaub wollen sie eben doch eher ein bisschen ausspannen und da sind wir natürlich hier perfekt im Zentrum.

Romy 0:11:31

Genau. Und wenn ich da hinten gucke, da stehen noch ein paar Kühe auf

Robin 0:11:33

der

Romy 0:11:33

Weide.

Robin 0:11:34

Genau, genau. So ist

Romy 0:11:35

das. Also wirklich Landtourismus.

Robin 0:11:36

Genau. So oder, ähm, anderes Vereinsmitglied hat mal den, den Gedanken geäußert: "Mensch, lasst uns doch ein Spukschloss draus machen". Ne, auch das wäre eine Touristenattraktion, ne. Ich sag mal, da darf man einfach dann keine Gedanken ausschließen, was man daraus machen kann oder ob es noch eine Mischnutzung wird. Aber wichtig ist eben überhaupt erst mal, an das Gebäude heranzukommen. Und hier ist es einfach so, dass auch bei der Gemeinde entsprechende Grundschulden auflaufen und der Eigentümer aber eben, äh, einfach wie verschollen ist. Also er ist einfach nicht greifbar.

Romy 0:12:05

Mhm.

Robin 0:12:06

Und man könnte jetzt natürlich versuchen, das Gebäude zu enteignen, aber ist so 'n Fall von, von uns in dem Moment, dass wir das um keins Fall-- falls wollen- Ah. Denn wir sehen in Uhyst, wo das hingeführt hat oder auch in anderen Kernhäusern beziehungsweise größeren Gebäuden, die eben dann durch den Investitionsstau in der DDR-Zeit verfallen sind oder auch schon eher Es hilft uns ja nichts, dass irgendjemand mit drei Euro fünfzig mehr in der Tasche bei einer Auktion mitbietet und danach sagt: "Na ja, äh, ich macht mir trotzdem nichts, aber für zwei Millionen Euro können Sie's gerne kaufen", weil dann sind wir in 'ner Preisrelation, wo das einfach nicht mehr, nicht mehr machbar ist.

Romy 0:12:45

Also wenn dieses Haus, also wenn irgendein Haus enteignet wird- Ja. -dann wird es automatisch zur, äh, Versteigerung freigegeben.

Robin 0:12:53

Richtig, richtig.

Romy 0:12:54

Okay, und der Meistbietende bekommt es dann.

Robin 0:12:56

Richtig, genau.

Romy 0:12:57

Mhm.

Robin 0:12:58

Und das ist eben nicht, nicht Sinn und Zweck der Sache.

Romy 0:13:01

Mhm.

Robin 0:13:03

Genau.

Romy 0:13:03

Okay.

Robin 0:13:04

So viel zum Herrenhaus.

Romy 0:13:06

Interessant auf jeden Fall. Du hattest erst gesagt, dass es Leute gibt, die nachfragen nach den Eigentümern. Also warum interessiert man sich für die Leute, die hier mal gewohnt haben? Und wer vor allem?

Robin 0:13:18

Das sind ganz verschiedene Personen. Also ich glaub, das sind welche, die sich mit dem Freimaurerkult besonders beschäftigen. Mhm. Also darauf läuft's hinaus. Gar nicht um die Familie von Hundt und Alten-Grottkau an sich. Und ja, die, die interessieren sich dann eben dafür, was haben diese Menschen gemacht? Wo kommen die her? Was haben die vielleicht auch finanziell geleistet oder nicht, ne? Das sind ganz verschiedene Anfragen, die ich nicht beantworten kann, ne. Aha. Wie gesagt. Und vom wo kommen die? Das ist ganz unterschiedlich. Also teilweise aus dem, ich nenne es mal näheren Umfeld, also Sachsen und Brandenburg. Aber ich habe auch schon Anfragen aus Frankreich erhalten oder eben, äh, aus den Vereinigten Staaten.

Romy 0:13:57

Ach krass. Da interessiert man sich in Amerika für Mönau.

Robin 0:14:01

Spannend. Für den Herrn von Hundt und Alten- Grottkau. Nicht für Mönau.

Romy 0:14:06

Okay, dann lassen wir mal ein Stück hier durch den Park spazieren. Was macht denn euer Verein sonst so? Also er pflegt sozusagen diesen Park.

Robin 0:14:13

Richtig.

Romy 0:14:13

Mhm.

Robin 0:14:14

In hundertprozentiger Ehrenamtsleistung. Also damals wurde mit der Gemeinde ein Nutzungsvertrag geschlossen und anfänglich sollten oder war es noch so ein bisschen, ich nenne es mal pari pari. Wir haben es dann aber komplett übernommen. Einfach weil der Bauhof ja der Gemeinde Boxberg absolut überlastet ist und man kann den Leuten nur helfen, indem man denen ein bisschen Arbeit abnimmt. Zusätzlich gab es da ein paar Probleme mit der Standsicherheit von Bäumen, wo wir gesagt haben, na ja, die sind standsicher. Wenn wir hier eine Verkehrssicherungsschnitt durchführen und dann halten die auch locker noch die nächsten zwanzig, dreißig Jahre aus. Mhm. Die Gemeindeverwaltung wollte die Bäume aber lieber abgesägt sehen. Sicherlich auch da keinen, keinen böser Wille, sondern wir waren damals zwischen sechzehn und neunzehn Jahre alt.

Romy 0:14:58

Mhm.

Robin 0:14:58

Ähm, dass man da vielleicht nicht gleich auf uns hört, ist verständlich, ne. Das beste Objekt oder das beste Beweisstück sehen wir aber jetzt eigentlich da hinten. Der Baum, der sollte schon längst weg sein.

Romy 0:15:09

Der da, er liegt.

Robin 0:15:10

Nein, nein, nein, der steht, ne. Es ist die, die Eiche, die sich jetzt hier zwischen uns da befindet, die wurde oben einmal abgesetzt. Sollte weg, obwohl wir auch ein Gutachten vorgelegt haben, was eben, äh, locker noch zwanzig Jahre Standsicherheit-

Romy 0:15:26

Ach, da jetzt.

Robin 0:15:26

Genau. Ja. Vorhersagt. Ähm, war eben so. Seitdem übernehmen wir auch die Verkehrssicherungspflicht und am Ende ist es gut so. Am Ende ist es gut so, wenn nicht alle so viel zu sagen haben.

Romy 0:15:36

Hallo.

Robin 0:15:36

So.

Romy 0:15:42

Okay.

Robin 0:15:42

Unser Schmuckstück hier im Park, da können wir uns mal nach links drehen. Das ist eine der größten Plantanen, die es östlich der Elbe gibt.

Romy 0:15:51

Ein wunderschöner Baum. Toll zum Klettern, wenn man raufkommt.

Robin 0:15:55

Ist, äh, glaube ich, jetzt, äh, eher weniger der Fall, aber so von, von den Maßen mal her haben wir eben einen Stammumfang von rund sieben Metern. Krass.

Romy 0:16:03

Das denkt man gar nicht, wenn man so davor steht.

Robin 0:16:05

Mhm. Das ist so unser, unser Schmuckstück, sage ich

Romy 0:16:08

mal. Mhm. Die ist sehr, sehr schön. Sehr schön. Ja, also was macht ihr sonst noch? Ja. Wenn ihr jetzt die Verkehrssicherungspflicht, ähm-

Robin 0:16:15

Das außer, außer Acht lassen, genau.

Romy 0:16:17

Das außer Acht lasst, genau.

Robin 0:16:18

So, dann sind wir natürlich immer dabei, den Ort weiterzuentwickeln. Sprich, die Wegeführung haben wir erneuert. Wir haben auch uns- Lederfrosch.

Romy 0:16:25

War 'ne

Robin 0:16:25

Kröte. Ja. Wir haben uns auch darum gekümmert eben, dass die Statue wieder in den Park zurückkommt. Zumindest eine.

Romy 0:16:32

Ist das die von Uhyst?

Robin 0:16:33

Nein, das ist nicht die von Uhyst. Die ist angelehnt an eine aus Uhyst. Wir wissen wie gesagt ja nicht, welche aus Uhyst, vielleicht vom Möner Stand oder auch nicht. Wir dachten einfach, der Apollo als Gott der Künste und der Musik, der passt hier besonders gut hin. Ja. Weil was machen wir sonst neben Pflege und Entwicklung? Wir veranstalten hier einige, ja, wir haben hier einige Veranstaltungen im Park. Es beginnt meistens im Winter mit so 'nem kleinen Glühweinabend fürs Dorf. Da kommen auch meistens nur die Leute aus dem Dorf, ist auch vollkommen ausreichend, ne. Jedes Dorf hat eben seinen kleinen Weihnachtsmarkt und-

Romy 0:17:05

Mhm. Wie viele Leute seid ihr denn?

Robin 0:17:08

Sechzig. Mit Rauh zusammen hundertvierzig ungefähr. Okay. Ja. Dann folgt im Sommer meist ein Sommerkino.

Romy 0:17:17

Mhm. Mit

Robin 0:17:17

großer Freilichtbühne, mit großer Freilichtleinwand.

Romy 0:17:20

Wie organisiert ihr das denn?

Robin 0:17:22

Na, die haben wir eben als Verein mal angeschafft.

Romy 0:17:24

Ihr habt 'ne richtig große Sommerleinwand angeschafft?

Robin 0:17:26

Ja.

Romy 0:17:27

Krass. Kann man, also kann man die tatsächlich auch ausleihen, gegebenenfalls als anderer Verein oder ist das schwierig?

Robin 0:17:33

Also nach Uhyst haben wir sie schon mal teilweise weggegeben.

Romy 0:17:35

Ja.

Robin 0:17:36

Das Problem ist die Aufhängung, ne. Also wir reden von einer Größe von, ich muss jetzt schwindeln, neun Meter Breite und sieben Meter Höhe. Wow. Das ist schon ein Riesending.

Romy 0:17:45

Ja.

Robin 0:17:46

Und wir stellen dann hier 'ne Rüstung auf und haben auch die Technik, um die entsprechend aufzuziehen. Krass. Die, ich sag mal, wer sie sich ausleihen wollen würde, würde ich natürlich sagen, selbstverständlich, ist gar kein Problem. Aber wir haben die Technik, um das umzusetzen. Ja. Das ist das Problem, ne. Und in Uhyst war's so, da haben wir einen Teil der Leinwand, die besteht aus drei Teilen, da haben wir einen Teil ausgeborgt und die haben das eben im Festzelt dann aufgehangen. Da haben wir eben bloß noch eine Größe von, was hab ich gesagt, sieben Meter und dann eben sieben mal drei oder was, drei Meter Höhe. Das ist dann bewältigbar. Man nimmt dann quasi einen Teil quer und dann geht es los. Genau.

Romy 0:18:21

Also das ist, wie muss ich mir das denn vorstellen? Also wenn du jetzt von Leinwand redest, denke ich tatsächlich an ein großes Stück Stoff, das aufgerollt ist, aber das scheint es ja nicht zu sein.

Robin 0:18:30

Es sind drei große Stücken, nennen wir es Stoff.

Romy 0:18:33

Ja.

Robin 0:18:33

Es ist eher so von der Textur her wie Linoleum.

Romy 0:18:36

Ja.

Robin 0:18:37

Aber hat eben 'nen, 'nen Bestand, äh, 'ne besondere Webart, damit es möglichst viel von dem angestrahlten Licht auch zurückreflektieren kann.

Romy 0:18:45

Also kann man das auch bei, also man kann das theoretisch auch schon um acht anmachen oder muss es stockdunkel sein?

Robin 0:18:51

Ähm, das ist natürlich die Frage des, des Beamer. So und unser, unser Beamer hat schon 'ne relativ große Lichtleistung, aber da sollte es schon relativ dunkel sein. Also vor Sonnenuntergang geht gar nix. Nach Sonnenuntergang oder Dämmerung starten wir meistens mit einem kleinen Vorprogramm für die Kinder, kommen ein paar Trickfilmchen. Ach süß. Und wo es eben auch nicht so schlimm ist, wenn man mal einen Teil nicht sieht. Ja, ja okay. Ähm, zumal wir auch eben immer meistens in diese, in, in diese Richtung bestrahlen. Das heißt, wir haben eben den, den Abendschein von der Sonne meistens noch drüberflimmern. Könnte man organisatorisch versuchen umzudrehen, ist aber einfach von der, von der Location her so rum schöner der Stromanschluss, weil der Strom kommt von vorne. Das heißt, die Versorgungsständer müssen eher in, in Richtung des Stroms sein, einfach um das ein bisschen zu vereinfachen.

Romy 0:19:38

Aber lohnt sich das für sechzig Leute?

Robin 0:19:40

Man muss es einfach machen. Es, es geht auch bei Vereinsarbeit nicht darum, dass es sich um irgendwas lohnt.

Romy 0:19:47

Es ist ein sehr geiler Ansatz. Gefällt mir.

Robin 0:19:49

Ne? Genau.

Romy 0:19:52

Schön. Also Sommerkino.

Robin 0:19:54

Sommerkino. Dann haben wir meistens unser Parkfest. Im letzten Jahr war ein Sommerkino und Parkfest zusammen. Eine allgemeine Tanzveranstaltung. Als Besonderheit kann man hier nennen, dass wir relativ viele Beleuchtungselemente haben. Sprich, man kann den Park dann in so 'nem mystischen Licht erleben.

Romy 0:20:12

Ja.

Robin 0:20:13

Ist eigentlich immer ganz, ganz toll, weil bei den Kleineren strahlen dann manchmal ein bisschen die Augen auch.

Romy 0:20:19

Das glaub

Robin 0:20:19

ich. Die Größeren freuen sich über den Bierwagen. Der strahlt ja

Romy 0:20:23

auch.

Robin 0:20:23

Dann ist es auch immer 'n, 'n relativ schöne, 'ne relativ schöne Veranstaltung. Genau.

Romy 0:20:27

Ja, das glaub ich.

Robin 0:20:27

Und früher, was heißt früher, ungefähr bis vor drei Jahren, vier Jahren haben wir immer so 'n Rentnercafé durchgeführt.

Romy 0:20:33

Ja.

Robin 0:20:34

Aber wir wissen alle, was zwischen 2020 und 2022 so passiert ist. Und das, das ist wirklich eine Sache, das ist den Aufwand, macht einfach keinen Sinn mehr.

Romy 0:20:41

Also zu wenige Rentner.

Robin 0:20:43

Ja.

Romy 0:20:43

Schade. Aber also das hört sich nach 'nem, also es sind nicht viele Programmpunkte, aber es sind einige große Programmpunkte für so 'n kleinen Ort, finde ich, mit sicherlich A viel Leidenschaft, was ich raushöre, aber auch viel Energie, die da reingesteckt werden muss. Und das ist echt also beneidenswert, dass ihr das macht. Und da muss man auch ein großes Danke sagen, ne, dass es euch dann hier gibt in diesem relativ kleinen Ortsteil mit so wenigen Einwohnern und dass ihr trotzdem so große Dinge auf die Beine stellt. Also wirklich danke. Cool.

Robin 0:21:12

Bitte, bitte.

Romy 0:21:13

Ja, also.

Robin 0:21:14

Und wenn Sie sagen, wenig, wenig Programmpunkte, das ist ja, also man muss es noch ein bisschen größer sehen, weil wir zählen ja alle zur Ortschaft Uhyst. Ja. Das heißt, wir wollen uns ja alle auch nicht gegenseitig behaken, ne. Also wir sind ja froh, wenn auch Gäste aus Uhyst kommen. Ja klar. Mit Rauen gehören wir eh zusammen. Wir haben auch die Doppelfeuerwehr Möner Rauen als Ortsfeuerwehr in dem Moment. Und das heißt, das Erste ist ja quasi, die Veranstaltungen beginnen ja in Rauen schon im, im Frühjahr. Auch da haben wir das Osterschießen an der Kulturscheune. Okay. Veranstalten wir gemeinsam Hexenbrennen in Rauen und dann haben wir im Juni das Scheunenfest. Mhm. Und quasi dieser Rahmen wird quasi komplettiert dann durch das Kino und durch das Parkfest beziehungsweise eben im Winter gibt's dann auch die Weihnachtsfeuerwehr. Ich denke, das sagt Ihnen bestimmt auch was, ne, die dann durch Rauen fährt, mit durch Rauen, fährt durch alle anderen Ortsteile der Gemeinde teilweise auch. Und so ist das dann für so zwei kleine Dörfer eigentlich doch ein relativ voller Veranstaltungskalender. Stimmt. Dazu kommen eben dann die Veranstaltungen in Uhyst. Denken wir mal an die Inselklassik, die dieses Jahr wieder stattfindet, wo auch viele, viele von hier da helfen gehen beziehungsweise sich natürlich auch freuen, sich da die alten Autos anzugucken und am Programm da mit teilnehmen zu können. Mhm. Und, ähm, man sollte ja nicht das durch noch mehr Veranstaltungen, sage ich mal, sich gegenseitig torpedieren. Das macht keinen Sinn. Nee, nee. Es macht nur Sinn, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und wie gesagt, die Gesamtheit unserer vier Ortsteile da weiterzuentwickeln.

Romy 0:22:34

Mhm. Super. Ortschaftsrat.

Robin 0:22:38

Ortschaftsrat.

Romy 0:22:39

Mhm.

Robin 0:22:39

Mhm.

Romy 0:22:40

Was sind da so die wichtigsten Themen?

Robin 0:22:45

Das haben wir ganz, ganz viele wichtige Themen. Deswegen, was sind die wichtigsten? Natürlich für, also ich drücke es mal, es gibt zwei Seiten. Die eine Seite ist, was ist für die Bürger am wichtigsten? Die möchten gern, dass das Gras immer frisch gemäht ist. Die möchten gern, dass die Dorfbeleuchtung brennt und dass auf der Straße ja kein Schlagloch zu sehen ist.

Romy 0:23:05

Okay.

Robin 0:23:05

So. Wenn wir jetzt weiterdenken, was ist im größeren Kontext besonders wichtig? Na ja, einmal eben, dass wir diese, diese ehrenamtliche Engagement, was wir in der Ortschaft Uhyst haben, zu dem eben geht's hier auch Mönau-Rauden und Drehna zählen, erhalten und bestmöglich unterstützen, weil wenn die Gemeindeverwaltung all diese Aufgaben, die jetzt die ehrenamtlichen Akteure übernehmen, selbst übernehmen wollten Dann würde rigoros abgespeckt werden müssen.

Romy 0:23:32

Mhm.

Robin 0:23:32

Das können die einfach nicht schaffen.

Romy 0:23:34

Und es ist auch teilweise gar nicht, also nicht teilweise, sondern es ist nicht deren Aufgabe, für das kulturelle Leben zu sorgen. Sie sind eine Verwaltung und kein Kultur-

Robin 0:23:40

Das gehört natürlich dazu, richtig.

Romy 0:23:42

Ähm, keine

Robin 0:23:42

Kulturorganisation. Richtig, aber re, wenn wir re-- Das ist richtig, aber wenn wir bloß über die Flächenpflege reden, ne- Ah ja,

Romy 0:23:49

okay,

Robin 0:23:49

mhm. Was da geleistet wird, das, wir haben halt jetzt schon drüber gesprochen. In Uhyst haben wir ja dann das Parkseminar, äh, haben wir verschiedene Arbeitseinsätze auf dem Dorfplatz, wo da eben Unkraut gezupft wird und Ähnliches. Der Sportplatz, der an sich durch den Sportverein da instand gehalten und in Schuss gehalten wird. Und dann haben wir das Adelspädagogium als Verein, der sich da in Größenordnungen drum kümmert, auch um so ein altes Gebäude, das, äh- Ja. zu erhalten. Und dann gibt's noch so eine ältere Herrengruppe, sage ich jetzt mal, die kümmern sich um den Volkspark. Auch ähnlich wie hier, damit diese Fläche dann in Uhyst in dem Fall für Veranstaltungen offen gehalten wird. Das sind einfach Sachen, die könnte die Gemeindeverwaltung in dem Fall nicht die Verwaltung an sich, aber der Bauhof nicht stemmen.

Romy 0:24:30

Ne, das glaube ich, mhm.

Robin 0:24:30

Ne, und man muss einfach in dem Moment unterstützen, auch immer alle manchmal ein bisschen besänftigen und bisschen taktieren. Es gelingt uns, denke ich, immer relativ gut im Ortschaftsrat und ansonsten haben wir natürlich ganz große Probleme, was heißt Probleme, aber ganz große Aufgaben in der Daseinsvorsorge, ne. Also das Ärzteproblem ist, denke ich mal, in der Gesamtgemeinde bekannt. Zum Glück haben wir jetzt wieder zwei in Boxberg.

Romy 0:24:53

Jawohl.

Robin 0:24:54

Natürlich sage ich, äh, hätte das Ärztehaus auch in Klitten oder in Uhyst sein können. Man hätte vielleicht ein historisches Gebäude retten können, anstatt wieder was Neues zu bauen.

Romy 0:25:01

Mhm.

Robin 0:25:03

Lebensmittelversorgung, riesengroßes Problem, gerade für die Älteren, die vielleicht nicht mehr mit dem Auto überall hinkommen können.

Romy 0:25:10

Ja.

Robin 0:25:10

ÖPNV ist ohnehin schwierig hier.

Romy 0:25:13

Wie sieht's denn da aus mit diesen kleinen, na, die Höfchen und Viereichener, die kommen doch eigentlich mit so kleinen Autos rumgefahren von der-

Robin 0:25:24

Äh, bei uns hier eher weniger.

Romy 0:25:25

Ach, Tatsache?

Robin 0:25:25

Ja,

Romy 0:25:26

weil in Kringelsdorf kommen die und in Nochten fahren die rum.

Robin 0:25:28

Richtig, richtig. Also müssen wir mal, hat 'n anderen Beweggrund. Also bei uns kommt die Landfleischerei Uhyst vorbei und es kommt auch ein Bäcker aus Königswartha vorbeigefahren. Mhm. Da ist schon was, ne. Okay. Also ist einfach, wir sind in einer anderen, in einer anderen Ecke. Muss ganz einfach mal sagen, ich bin in Mönau eher in Bautzen-

Romy 0:25:44

Mhm.

Robin 0:25:44

als dass ich in Rechwalde bin.

Romy 0:25:46

Mhm.

Robin 0:25:46

Ne, obwohl wir eigentlich mit Rechwalde eine Gemeinde bilden.

Romy 0:25:48

Genau.

Robin 0:25:49

Einfach ein ganz anderer Entfernungsunterschied. Das heißt, hier kommen natürlich andere Händler vorbei, aber es fehlt trotzdem eben an Es ist nicht gerade an der Wurst oder Brotversorgung, weil da haben wir ja auch in Uhyst den Fleischer, wie gesagt, der mit dem Auto auch kommt und da haben wir auch den Bäcker, die Bäckerei Schütze.

Romy 0:26:02

Und Eis habt ihr auch.

Robin 0:26:03

Die-

Romy 0:26:04

Und Blumen habt ihr.

Robin 0:26:05

Blumen haben wir auch und Eis haben wir auch. Es fehlt eben an anderen, an anderen technischen Bedarfsdrucken, Produkten, Drogerieartikel. Milchprodukte ist so 'n, so 'n Thema. Ne, ganz viele andere Sachen bekommt man auch dann teilweise beim Fleischer mit, wie Hartweizenerzeugnisse, also Nudeln und Reis und so was. Leinöl oder eben auch mal Semmelmehl und Zeitungen oder, äh, Gurken, Gurken, äh, Tomaten bei der Bäckerei. Aber eben was gekühlt werden muss, schwierig.

Romy 0:26:31

Ja.

Robin 0:26:32

Ja. Und hier kann man sich das noch organisieren. Ich sag mal, jeder kennt irgendwo dann auch 'n Nachbarn oder teilweise sind's ja auch Mehrfamilien- oder Mehrgenerationenhäuser hier noch in Möneau, wo man eben jüngere Menschen noch im Haus hat, die dann eben fahren. Dann können die was mitbringen, das ist gar kein Problem. Aber jetzt mal als Ortschaftsrat gesprochen, ist es ja für den Tourismus auch 'n Problem. Also wir wollen, dass hier mehr Leute längere Zeit bleiben und ein, wir haben eben kein Hotel, wir haben Ferienhäuser. Das heißt, die müssen sich irgendwie ja selbst versorgen. Aha. Und es ist jetzt sehr, also ich in Urlaub fahre, find ich das jetzt nicht so toll, dass ich erst zwanzig Kilometer mit dem Auto irgendwo hinfahren muss, damit ich mein, mir was zum Abendbrot kochen kann. Aha. Ja. Und deswegen ist das eben diese zweiseitige Medaille, einmal für die eigene Bevölkerung und aber eben auch für die Touristen in dem Moment, dass dahingehend an der, an der Versorgung eigentlich sich was ändern sollte. Genau.

Romy 0:27:27

Ich überlege jetzt grad, weil also auf der einen Seite gibt's ja diese, diese Kühlgeschichten, ne, wo man sozusagen so 'n großen Kühlschrank hinstellt, wo man sich für 'n paar Euro irgendwie was rausziehen kann. Also das gibt's ja in vielen Regionen. Das hab ich auch schon mit Wandern gesehen, dass da so Weinkühlschränke irgendwo rumstehen, dass man sich 'n Weinchen ziehen kann- Mhm. -in der Weinregion.

Robin 0:27:47

Mhm.

Romy 0:27:48

Wäre das 'ne Option? Und wenn ja, wie könnte das finanziert werden? Und die andere Frage, die sich auftut, beziehungsweise ein anderer Gedanke: Man könnte ja theoretisch, also du redetest von Mehrgenerationenhäusern. Das heißt nicht die Mehrgenerationenhäuser im Sinne von, also die Äh, wo, wo viele Sachen angeboten werden. Es gibt ja Mehrgenerationenhäuser im Landkreis, wo eine Organisation sich drum kümmert, sondern du meintest Familien- Richtig, richtig. die in mehreren Generationen in einem Haus wohnen. Richtig. Genau so.

Robin 0:28:17

Genau so mein ich das.

Romy 0:28:18

Und dass man vielleicht, wenn ihr so 'ne kleine Gemeinde seid, dass es da so 'ne Art, äh, Bestell- und Lieferservice gibt und dass einmal in der Woche irgendwie jemand sich bereit erklärt, für ein paar Leute zu fahren und dann so 'n Großeinkauf macht. Also das wäre ja auch noch 'ne Option.

Robin 0:28:32

Ja, das sind, das sind Optionen, die lassen sich umsetzen. Oder werden ja jetzt quasi schon umgesetzt, ne. Ich hab ja gesagt, dann bringt eben der eine mal für den anderen was mit oder man geht rüber zum Nachbarn und Mensch, mir fehlt noch grad eben Mehl. Hast du, hast 'n Sack dastehen, ne. Das, das klappt schon. Das klappt vor allen Dingen hier in den kleinen Dörfern, denk ich, relativ gut.

Romy 0:28:52

Mhm.

Robin 0:28:53

Dass-- Die Sache ist einfach, äh, so gestrickt auch: Wir haben in Uhyst das Potenzial, dass da zum Beispiel 'ne Lebensmittelversorgung auch gewinnbringend laufen kann.

Romy 0:29:04

Mhm.

Robin 0:29:04

Durch die Bundesstraßenanbindung-

Romy 0:29:06

Ja.

Robin 0:29:07

gibt's, es gibt auch Interessenten, die da schon mal hin wollten.

Romy 0:29:10

Ja.

Robin 0:29:10

Das Problem ist einfach, dass uns da aktuell die Fläche fehlt. Ja, es ist, es ist unglaublich schwer, aber in dem Fall auch für die Gemeinde, da 'ne Fläche zu qualifizieren. Sächsische Bauordnung, äh, Bau, wie sagst du ja, na- Bebauungsplan geändert werden. Bebauungsplan. Na, nicht mal, nicht mal geändert werden, sondern müsste neu aufgestellt werden für so 'ne Fläche. Und das ist unglaublich verwaltungstechnischer Aufwand.

Romy 0:29:33

Okay.

Robin 0:29:35

Ansonsten wäre das vielleicht sogar schon umgesetzt gewesen.

Romy 0:29:40

Also dass sozusagen ein größerer Markt sich in Uhyst ansiedelt.

Robin 0:29:44

Ja, ja, ja.

Romy 0:29:45

Und das mit diesen Außenstellen, das ist wahrscheinlich dann trotz, das ist wahrscheinlich nicht rentabel, wenn man sagt: „Okay, wir machen eine kleine, mein klein, eine kleine Außenstelle auf, anstatt einen großen Markt hinzubauen und diese Außenstelle braucht halt nicht ganz so viel Platz. Es muss ja dann das ganze Sortiment auch da sein, ne?

Robin 0:30:01

Ich glaube, das ist ja so 'ne, so 'ne, so 'ne Sache, die einfach die Betreiber von sich aus so vorgeben, ne. So, sicherlich könnte so eine kleinere Lösung auch funktionieren, aber da sind wir eben wieder beim Sortiment. Deswegen auch diese Kühlschränke. Sicherlich, die könnten auch funktionieren. Die Frage ist wieder, wenn ich wieder nicht alles bekomme, was ich eigentlich will, fahr ich dann nicht vielleicht doch wieder oder schick jemand anderen los.

Romy 0:30:25

Aha.

Robin 0:30:26

Und nutze ich das dann so, wie ich eben den richtigen Markt nutzen würde.

Romy 0:30:32

Dieses Haus hier sieht leer aus?

Robin 0:30:33

Das Haus ist leer, ja.

Romy 0:30:34

Das wär doch 'ne Fläche.

Robin 0:30:37

Wir sind nicht an der Bundesstraße.

Romy 0:30:39

Ah, das muss an der Buni, ja. Das

Robin 0:30:40

muss an der Bundesstraße liegen. Deswegen, wir in Mönnau, Rauden und Drehna, da sind wir eh raus. Es geht jetzt da bei solchen Sachen,

Romy 0:30:47

geht um Uhyst. Aber wenn ich hier so was sehe, wie ist es denn mit Weg- und Zuzug bei euch in Mönau?

Robin 0:30:55

Wegzug haben wir weniger, aber das liegt einfach daran, dass wir ohnehin schon zu wenig sind.

Romy 0:31:01

Ja.

Robin 0:31:02

Der Großteil, wenn die Bevölkerungszahl abnimmt, sind einfach Sterbefälle.

Romy 0:31:06

Das

Robin 0:31:06

muss man einfach so sagen. Nachkommen an Kindern tun relativ weniger. Ne, also mein, mein kleiner Max, der ist voriges Jahr geboren und er hat die nächstjüngere in Mönnau gesagt, die ist jetzt mittlerweile sieben und in der Schule: „Endlich bin ich nicht mehr die Jüngste". Ne? So ist es eben und Zuzüge, ich sag mal, das wäre sicherlich ausbaufähig, aber auch hier ist das so 'n, so 'n Eigentumsproblem. Wir haben eben viele, viele Häuser, die sind dann schon hinter Erben. Das heißt, was mit denen wirklich passiert, wie die, die wieder an Mann kommen, das weiß keiner so richtig. Mhm. Dann sind viele Gebäude auch noch bewohnt, bloß noch von, von einer älteren Person. Ich sag mal, in den, innerhalb der nächsten zehn, fünfzehn Jahren sind wir da ein bisschen schlauer.

Romy 0:31:56

Mhm.

Ja, ich hatte mit anderen Leuten drüber gesprochen mal, wie sich das so generell entwickelt, ne. Dass in der Stadt reden sie alle davon, dass kein Wohnraum vorhanden ist und aufm Land ist eigentlich so viel Wohnraum vorhanden. Eben genau diese Häuser, die teilweise nur mit einer Person bewohnt werden oder die halt teilweise leer stehen. Und es ist total schwer, ältere Menschen dazu zu bewegen, ihr Heim zu verlassen oder mit neuen Menschen zusammenzuziehen. Und ich könnte mir vorstellen, wenn man zeitig anfängt, ne, also wenn wir jetzt sozusagen darüber reden und in zwanzig, dreißig, vierzig Jahren irgendwann mal in die Situation kommen, dass wir vielleicht schon 'n anderen Blick auf die Dinge haben und vielleicht da 'n bisschen flexibler sind, was das angeht. Also weißt du, was ich meine? Ich

Robin 0:32:42

weiß, ich weiß, was du meinst, aber das ist, glaub ich, nicht das, nicht das Kernproblem an sich, weil es ist ja trotzdem, also auch wenn da noch viele Gebäude bloß von einer Person meinetwegen bewohnt sind, ist ja nicht so, als wenn hier Wohnraum fehlt. Ne, wir laufen jetzt hier an den nächsten leeren Gebäude vorbei. Mhm. Das ist, glaube ich, nicht, nicht das, das, das, das Kern, der, der, der Kern, der, oder der treibende Gedanke, sondern es ist eher so 'n, so 'n Denkfehler im Kopf von vielen Jüngeren, die überhaupt erst mal in die Stadt ziehen, um eben da irgendwie was zu erleben, obwohl die gar nicht vielleicht nicht richtig wissen, was sie überhaupt da erleben wollen.

Romy 0:33:18

Ja, und vor allem, was du erzählst, was es hier für Aktivitäten gibt. Also ich find auch, es ist wahnsinnig viel los jedes Wochenende irgendwo anders.

Robin 0:33:24

Genau.

Romy 0:33:24

Nicht fünf Minuten von der Haustür entfernt, aber das ist in der Großstadt ja auch nicht. Ähm, da muss man sich ja auch ein Stück weit bewegen. Ja, ich glaube, es ist einfach die Vielzahl an Menschen, die vielleicht hier fehlt, die die Jugend braucht, um sich so auszutoben, zu entwickeln, 'ne Persönlichkeit auszubilden, ne. Einfach mal so auch mit anderen Menschen zusammenzukommen und ich bin davon überzeugt, dass es gut ist, dass die Menschen erst mal ihre Heimat verlassen für 'ne kurze Zeit, für die Ausbildung, fürs Studium und dann aber auch wieder zurückkommen, weil sie dann sich auch gefestigt haben und neue Ideen mitbringen und darüber sich ja auch die Ortschaften neu entwickeln können.

Robin 0:33:58

Das, da stimme ich vollkommen zu, aber es ist eben nur ein Bruchteil, der überhaupt zurückkommt.

Romy 0:34:03

Ja, ich weiß.

Robin 0:34:03

Und da sehen wir eben der zum Beispiel, ne, in Dresden, ich war ja selbst in Dresden studieren, Zweitwohnungssteuer. Bin ich ein kleiner Student, kann ich mir diese Zweitwohnungssteuer eigentlich nicht leisten. Das heißt, ich melde mich in meiner Gemeinde ab und melde mich da an.

Romy 0:34:18

Ach, Boxberg hat 'ne Zweitwohnsteuer?

Robin 0:34:19

Nein, nicht Boxberg.

Romy 0:34:21

Ach,

Robin 0:34:21

Dresden. Dresden. So, das heißt, wenn ich hier als Hauptwohnsitz bleibe und ich ziehe nach Dresden, muss ich mich da anmelden und zahle zehn Prozent von meiner Kaltmiete noch mal on top pro Monat.

Romy 0:34:34

Ach,

Robin 0:34:34

das ist ja krass. Das ist natürlich, das ist natürlich 'ne Summe. Und die kann ich als Student anders gebrauchen eigentlich.

Romy 0:34:39

Oh ja.

Robin 0:34:40

Und wenn ich einmal umgemeldet bin, ist natürlich der Weg zurück, mich wieder zurückzumelden-

Romy 0:34:44

Ja.

Robin 0:34:45

Eine ganz andere Hürde.

Romy 0:34:46

Das ist ja interessant. So wird das noch gar nicht gesehen.

Robin 0:34:51

Die, die Stadt gräbt uns dahingehend eben bei den jungen Leuten, glaube ich, so ein bisschen das Wasser ab.

Romy 0:34:56

Mhm.

Robin 0:34:57

Strukturbedingt.

Romy 0:34:59

Interessant. Da muss ich noch mal drüber nachdenken. Wo setzt man da am besten an, um dem, um dem vorzubeugen beziehungsweise um, ja, um den Le-- Na ja, wobei Aber wenn ich zurückkommen will, dann komm ich einfach zurück.

Robin 0:35:18

Ja, genau. Wenn ich, wenn ich ohnehin zurückkommen will, komm ich zurück. Aber wenn ich mit dem Gedanken hadere na, ich weiß noch nicht, ob ich zurückkomme, ich weiß noch gar nicht, ob mir Landleben gefällt. Mensch, in der Stadt, das war doch auch ganz schön, dass ich eigentlich mit meinen Nachbarn nicht so viel reden musste. Mhm. Aber doch eigentlich ist es auch schön, wenn mein Nachbar neben mir lebt und mit dem verstehe ich mich gut und mit dem kann ich vielleicht auch mal was unternehmen oder trifft man sich auf so 'nem Grillabend. Das ist ja auch was Schönes. Dann ist man so in 'nem Zwiespalt und im Scheid, im Zweifel entscheidet eben die Option mit dem geringeren Aufwand. Muss ich zum Amt gehen oder muss ich nicht zum Amt gehen?

Romy 0:35:49

Mhm.

Wie lange warst du denn in Dresden? Was hast du studiert?

Robin 0:35:53

Ich hab Lehramt für Physik und Chemie studiert und war da-

Romy 0:35:57

Nicht für Geschichte?

Robin 0:35:58

Nein. Das

Romy 0:35:58

wundert mich jetzt.

Robin 0:35:59

Nein. Nein. Ach. Geschichte ist viel zu einfach.

Romy 0:36:03

Okay.

Robin 0:36:04

Ähm.

Romy 0:36:04

Physik und Chemie. Mhm.

Robin 0:36:06

Ich glaub, fünf Jahre.

Romy 0:36:08

Krass.

Robin 0:36:10

Ne.

Romy 0:36:11

Und wo bist du da jetzt?

Robin 0:36:12

In Lohsa an der Oberschule.

Romy 0:36:13

In Lohsa an der Oberschule als Physik- und Chemielehrer.

Robin 0:36:16

In der Zeit noch im Referendariat, aber nächste Woche sind meine letzten Prüfungen und dann sollte ich hoffentlich dann da als Vollzeitstelle bleiben dürfen.

Romy 0:36:27

Tja, dann drücken wir mal schon mal die Daumen.

Robin 0:36:30

Danke.

Romy 0:36:31

Krass, aber wieso Physik und Chemie? Also das ist doch so-

Robin 0:36:35

Na ja, ähm, das hat auf der einen Seite- Schwierig. -praktische Gründe, auf der anderen Seite interessensbezogene Gründe, ne. Also Chemie war für mich gesetzt und eigentlich mit meinem alten Geo-Lehrer in Lohsa habe ich immer gewitzelt, ich werd ihn mal ersetzen als Geografie- und Chemielehrer. Als es dann darum ging, sich in die Studiengänge einzuschreiben, habe ich eben mal in meinem Kopf bisschen weitergedacht und die Stunden gezählt, die man im besten Fall in so einer zweizügigen Dorfschule hat und bin darauf gekommen, dass ich mit Geografie und Chemie niemals sechsundzwanzig Stunden abdecken kann. Ah, okay. Das heißt, es bleiben bei mir immer Stunden offen, was natürlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ich abgeordnet werde an irgendwelche anderen Schulen. Und mit Physik, was auch 'n bisschen, ja, nah verwandt ist zur Chemie-

Romy 0:37:15

Ja. -

Robin 0:37:15

war alles abdeckbar. Ja. Genau.

Romy 0:37:18

Also strategische Gründe, interessant.

Robin 0:37:20

Mittlerweile muss ich sagen, dass ich aber fast lieber Physik unterrichte als Chemie.

Romy 0:37:24

Ja, warum?

Robin 0:37:26

Das ist einfach, kann man, das kann man schwierig erklären. Also Physik beginnt in der Klasse sechs und dann kann man da 'n paar mehr, mehr fachliche Grundlagen beziehungsweise didaktische Grundlagen von An-Anfang anlegen. Chemie beginnt ja erst ab der Klasse acht- Ja. - und baut eigentlich relativ viel auf Mathematik und auf die Physik auf Und eigentlich wiederholen sich da Sachen, die man aber eigentlich nicht wiederholen müsste, weil eigentlich hat man das ja schon vorneweg mal vermittelt.

Romy 0:37:54

Ja.

Robin 0:37:55

Ja, deswegen.

Romy 0:37:57

Bring mal ein Beispiel.

Robin 0:37:59

Na, zum Beispiel unterhalten wir uns in Klasse sechs eigentlich über Aggregatzustände in der Physik.

Romy 0:38:02

Mhm.

Robin 0:38:03

Und in Klasse acht steht auf einmal wieder drin in Chemie: Aggregatzustände.

Romy 0:38:07

Ja.

Robin 0:38:07

So, aber jetzt eben in einem anderen Kontext, nicht in dem Teilchenkontext, dass sich die Teilchen schneller und langsamer bewegen-

Romy 0:38:13

Ja.

Robin 0:38:14

-sondern eben da geht's relativ häufig den Aggregatzustand und die Schmelz- und die Siedetemperatur.

Romy 0:38:18

Mhm.

Robin 0:38:19

Ne? Und ja, ist so für mich so doppelt gemoppelt.

Romy 0:38:23

Okay, aber wenn du sozusagen-- bist du der einzige Lehrer für diese Fächer?

Robin 0:38:28

Ich bin in Lohse der Einzigste für Physik und in Chemie habe ich zum Glück noch 'ne Kollegin, die Frau Holzmann. Die wird mich noch ein paar Jahre begleiten.

Romy 0:38:40

Aber du könntest doch theoretisch fächerübergreifend lehren oder unterrichten, sodass du das, auch wenn das im Stundenplan in Chemie dann dran steht in der achten Klasse, eigentlich gar nicht mehr aufgreifen müsstest, weil du's ja schon hattest.

Robin 0:38:50

Nee.

Romy 0:38:51

Das geht nicht. Das

Robin 0:38:51

kann ich nicht machen, weil wir haben ja immer Zuzüge und Neuzugänge.

Romy 0:38:56

So, okay, ja.

Robin 0:38:57

Und ich kann jetzt da nicht davon ausgehen, dass das alle Kollegen genauso machen würden.

Romy 0:39:01

Ja.

Robin 0:39:01

Das heißt, ich muss schon die Lerninhalte so behandeln, wie sie im Lehrplan stehen. Also ich kann sicherlich Lerninhalte aus vergangenen Jahren nachholen.

Romy 0:39:11

Ja.

Robin 0:39:11

Aber vorgreifen ist eben schwierig.

Romy 0:39:14

Hm. Und du kannst auch nicht davon ausgehen, dass die Kinder es schon gelernt haben.

Robin 0:39:17

Genau.

Romy 0:39:18

Das außerdem. Okay. Inwiefern hilft dir dein Wissen aus dem Studium in deiner Arbeit als Ortschaftsrat oder als Vereinschef?

Robin 0:39:29

Gar nicht.

Romy 0:39:30

Gar nicht?

Robin 0:39:30

Gar nicht. Das sind eben zwei verschiedene Welten, die da so aufeinanderprallen, weil was man im Studium lernt, ist häufig sehr stadtbezogen, wenn ich's mal...

Romy 0:39:41

Aha.

Robin 0:39:41

Ja, es, es hat auch mit dem Klientel der Leute, die da bei den Studien dabei sind, die eben mittlerweile auch in meinem Alter größtenteils schon aus der Stadt wieder kommen. Ich glaub, wir waren von hundert Mann im Physikstudiengang waren fünf Mann, die aus so 'nem kleineren Dorf gekommen sind wie ich.

Romy 0:39:56

Ja.

Robin 0:39:56

Der Rest eben aus den Großstädten Dresden und Leipzig, aber eben auch Mittelzentren, Bautzen, Freiberg. Und da ist das Verständnis einfach von, von, von Leben und was ist eigentlich wichtig, schon ein ganz anderes. Und das spiegelt sich eben auch in den Lerninhalten in dem Moment dann ein bisschen, bisschen wieder, beziehungsweise wie man dann mit dem, was gelehrt wird, eigentlich umgehen möchte.

Romy 0:40:17

Was hättest du dir denn gewünscht?

Robin 0:40:20

Na ja, dass man eben nicht immer alles so auf die Struktur zum Beispiel abschiebt, sondern mal guckt, wo kommt dieses strukturelle Problem denn eigentlich her?

Romy 0:40:30

Hier liegt ein toter Fisch mitten auf dem Weg.

Robin 0:40:33

Tja, da hatte wohl jemand gut Hunger.

Romy 0:40:36

Ja. Also wir spazieren jetzt sozusagen zwischen den Teichen entlang.

Robin 0:40:42

Ja.

Romy 0:40:42

Mhm. Deshalb vieles Vogelgeschwitscher. Wir haben auch schon einen Schwan gesehen. Sehr, sehr schön hier. Also sehr idyllisch.

Robin 0:40:51

Auf jeden Fall.

Romy 0:40:52

Bei

Robin 0:40:52

euch. Also das Froschkonzert auch abends in der Nacht ist phänomenal.

Romy 0:40:55

Mhm.

Robin 0:40:57

Wie gesagt, also wenn man Ruhe haben will, ist eigentlich Münau, Rauden, Uhyst insgesamt wahrscheinlich unsere Gemeinde an sich der Ort, wo man dann doch sagen kann: „Mensch, kommt doch her, macht doch hier Urlaub".

Romy 0:41:07

Ja.

Wie stehst du denn zu der Großgemeinde? Also du hast ja sozusagen viel von Mönau, Rauden, Uhyst, Drehna hast du erst auch erwähnt, gesprochen, dass das sozusagen zusammengehört, aber Boxberg zwar als Verwaltungseinheit, aber wie, wie siehst du das sozusagen?

Robin 0:41:25

Ähm, ich glaube, wir haben als Gemeinde ein paar kleine Problemchen.

Romy 0:41:31

Mhm.

Robin 0:41:31

So ein Problemchen ist in meinen Augen auf der einen Seite natürlich ist es ein Segen, dass er da ist, der See.

Romy 0:41:38

Ja.

Robin 0:41:38

Weil da waren früher kleine Dörfer. Wären die vielleicht noch da, sag mal, dann könnte ich vielleicht jemanden, die Dörfer sind ja Merzdorf und Schöpsdorf, ne. Dann könnte ich vielleicht jetzt jemanden in meinem Alter aus Merzdorf und der kennt, könnte jemanden aus Boxberg und man trifft sich da bei ihm zum Geburtstag regelmäßig und dann würde mehr Zusammenhalt entstehen.

Romy 0:41:56

Du meinst, der See ist so trennend?

Robin 0:41:58

Ja, der, der ist ja einfach ein Loch.

Romy 0:42:00

Ja.

Robin 0:42:00

Und sicherlich gibt's da ja Angebote, sich kennenzulernen und Ähnliches, ne. Also die Gemeindeverwaltung versucht ja über die Jugendclubs, dass die sich mal mehr zusammenfinden und Ähnliches. Ist auch eine gute Idee in dem Moment, aber trotzdem muss man sich mal die Frage stellen: Fahr ich als Jugendlicher oder auch als Erwachsener dann da achtzehn Kilometer um den See? Mhm. Also die halbe Strecke und abends dann bin ich nach Hause wieder zurück. Wieder zurück. Mhm. Mach ich nicht. Mhm. Also ich zumindestens. So, deswegen ist es so, so 'n trennende, trennendes Objekt in der Mitte. Ja. Was natürlich auf der anderen Seite, wie schon mehrmals angesprochen, aber für diesen Tourismus, den wir vorantreiben wollen, ja unerlässlich ist. Mhm. Also da können wir jetzt wenig ändern. Fertig. Zweite Sache ist: Dadurch, dass man eben so wenig Menschen kennt von allen Seiten, unterhält man sich zu wenig. Das heißt, es gibt da Kommunikationsprobleme. Nicht zwingend mit der Verwaltung an sich, sondern so auch untereinander, weil die anderen kann nicht so richtig verstehen, wo drückt der Schuh. Natürlich selber versteht man auch gar nicht richtig, wo drückt der Schuh auf der anderen Seeseite.

Romy 0:42:58

Mhm.

Robin 0:43:00

Und da anstatt gemeinsam was zu entwickeln, endet das dann eher so in 'ner manchmal in einer Leitdebatte. Das ist nicht, nicht förderlich.

Romy 0:43:09

Was könnte dieses gemeinsame Entwickeln oder was bedeutet dieses gemeinsame Entwickeln für dich?

Robin 0:43:14

Na, dass man einfach mal auch ohne zu hinterfragen, ein paar Projekten zustimmen könnte. Ne?

Romy 0:43:20

Äh, du meinst jetzt beim Gemeinderat?

Robin 0:43:21

Zum Beispiel. So, dritte Sache: Eben gemeinsam entwickeln. Ein Leitbild.

Romy 0:43:29

Mhm.

Robin 0:43:30

Ich kenne kein Leitbild der Gemeinde Boxberg.

Romy 0:43:32

Mhm.

Robin 0:43:33

Und das fehlt ungemein, weil wenn wir irgendwo ein großes Projekt hätten, an dem wir an einem Strang ziehen, von dem aber auch alle Ort, in dem sich alle Ortsteile repräsentiert fühlen-

Romy 0:43:42

Ja.

Robin 0:43:43

-dann wäre das, ich denke mal, gemeinschaftsfördernd.

Romy 0:43:49

Was könnte das denn sein, dieses eine gemeinsame Projekt? Das

Robin 0:43:52

ist eine gute Frage.

Romy 0:43:53

Mhm.

Robin 0:43:53

Kann ich leider nicht beantworten.

Romy 0:43:56

Inwiefern wurde dieses Thema des Leitbildprozesses denn schon mal angesprochen im Ortschafts- oder im Gemeinderat?

Robin 0:44:02

Mein Vorgänger, der Frank Knoblauch, der hat es relativ häufig und offensiv versucht, äh, zu kommunizieren. Leider ohne Erfolg.

Romy 0:44:08

Mhm. Im Ortschaftsrat aber?

Robin 0:44:10

Im Gemeinderat.

Romy 0:44:11

Im Gemeinderat.

Robin 0:44:12

Und dann kam jetzt mal innerhalb dieser, dieser INGEK-Analyse kam das Thema mal auf.

Romy 0:44:20

Ja.

Robin 0:44:20

Wo Probleme oder beschreiben Sie Ihre Gemeinde in verschiedenen, mal in drei Worten oder ähnliches-

Romy 0:44:26

Ja. -

Robin 0:44:27

darauf Bezug genommen werden sollte. Wir haben jetzt mittlerweile das integrierte Gemeindekonzept, aber irgendwie findet sich das da nicht wirklich wieder.

Romy 0:44:34

Was findet sich da nicht wirklich wieder?

Robin 0:44:36

Na, ein Leitbild.

Romy 0:44:37

Mhm.

Robin 0:44:38

Also es wurden zwar verwaltungstechnische Leitbilder und Entwicklungsbilder erstellt, aber nicht so ein, so ein, so ein Credo, an dem man mit den, mit der Bevölkerung arbeiten könnte.

Romy 0:44:47

Also was wünschen sich die Bürger, die in der Großgemeinde wohnen, für ihr zukünftiges Leben?

Robin 0:44:54

Zum Beispiel.

Romy 0:44:55

Und da geht es nicht um Straßen und um ärztliche, ähm- Versorgung

Robin 0:44:58

erst mal. -

Romy 0:44:58

Versorgung, sondern um was denn dann? Also worum geht es denn dann, wenn es

Robin 0:45:02

nicht um- Was macht, was macht diese Gemeinde aus? Also wofür, wofür steht die Gemeinde? Jetzt heißen wir zum Beispiel Gemeinde Boxberg. Ich bin kein Boxberger, ich bin nicht mal Uhyster, ich bin Mönauer.

Romy 0:45:16

Mhm.

Robin 0:45:17

Ich kann mich mit dem Wappen der Gemeinde Boxberg nicht identifizieren. Ich kann mich mit dem Namen der Gemeinde Boxberg nicht identifizieren. Kann ich nicht. Möchte ich auch nicht.

Romy 0:45:26

Wir hatten ja als Perspektive, bevor wir uns diesen Namen gegeben hatten Auch darüber diskutiert, wie wir uns nennen. Und ein Vorschlag war Boxbergs achtzehn. Und diese, diese Zahl ist in bestimmten Kreisen leider negativ besetzt und demzufolge haben wir uns gegen diese Zahl entschieden, obwohl wir ja achtzehn Ortsteile sind.

Robin 0:45:52

Mhm.

Romy 0:45:52

Wohlwissend, dass das, das damit sozusagen sich der eine oder andere vielleicht nicht identifizieren kann, aber dieses Perspektive stand für uns tatsächlich als, also als das, was es ist, eine Perspektive für die Großgemeinde. Und wir konnten aber tatsächlich auch diese achtzehn Ortsteile nicht anders in diesen Namen packen als mit Perspektive Boxberg, weil wir die Gemeinde Boxberg sind.

Also das war sehr, sehr, wirklich sehr schwer. Wir haben lange darüber diskutiert über diesen Namen, wie nennen wir uns, dass irgendwas von dem, was wir machen, sich darin spiegelt, aber letztendlich auch die Großgemeinde sich wiederfindet. Und ich höre von ganz vielen Seiten ja, seit Perspektive Boxberg, aber ich bin ja nicht Boxberg.

Robin 0:46:34

Genau.

Romy 0:46:35

Ja, aber

Robin 0:46:36

Genau,

Romy 0:46:37

weißt

Robin 0:46:38

du.

Romy 0:46:38

Das

Robin 0:46:39

ist

Romy 0:46:39

wirklich schwierig.

Robin 0:46:40

Das glaube ich. Und das ist die, das ist einfach kein leichtes Thema.

Romy 0:46:44

Wirklich schwierig.

Robin 0:46:45

Ne? Auf der anderen Seite haben wir eben so eine Situation, sicherlich zum Beispiel, ne, die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe und die Feuerwehr wird von der Finanzi-- wird von der Gemeinde auch gut finanziell unterstützt.

Romy 0:46:56

Ja.

Robin 0:46:56

Ne, ich sag mal, ich glaub, kein Feuerwehrmann hat wirklich in der Gemeinde Boxberg was, ich sag mal, in der technischen Vorsorge, die da getroffen wird, an Geräten, an Sicherheitsausstattung, da was zu meckern. Und dennoch gibt's dann so 'ne kleinen Sachen wie eben: Warum muss denn das Wappen von Boxberg auf der Uniform oben sein? Früher hatte jede Ortsfeuerwehr ihr eigenes Wappen und die durften ihr eigenes Wappen tragen. Das sind Sachen-

Romy 0:47:21

Das ist verpflichtend?

Robin 0:47:23

Das ist verpflichtend. Also die Gemeinde bestellt die Kleidung und da ist eben dann das Wappen oben von Boxberg.

Romy 0:47:28

Könnte mir

Robin 0:47:28

vorstellen, dass das- Auf den Fahrzeugen. Warum ist da nur das Wappen von Boxberg oben? Meinetwegen ist okay, es wurde von Boxberg bezahlt, das soll da oben sein, ist ja vollkommen richtig, aber es hätten auch beide oben sein können.

Romy 0:47:41

Okay, bei, bei den Fahrzeugen gehe ich da mit, aber bei der Bekleidung gehe ich davon aus, dass das 'ne finanzielle Geschichte ist, denn jedes Teil, was ein anderes Wappen trägt, kostet extra. Also so, ne, das sind so 'ne Finanzierungsgeschichten tatsächlich. Also könnte ich mir vorstellen. Ich weiß es nicht, aber ist eine Spekulation.

Robin 0:47:57

Wäre möglich. Wäre sicherlich

Romy 0:47:57

möglich. Genau. Aber ja, da könnte man ja im Prinzip noch mal mit ins Gespräch gehen und überlegen, ob man da noch sich irgendwas draufnäht, zusätzlich zum Wappen von Boxberg. Ah, okay, also es ist ein Identifikationsproblem.

Robin 0:48:11

Genau. Das ist ein guter, ein, eigentlich ein guter Begriff dafür.

Romy 0:48:16

Hm.

Robin 0:48:18

Und ich sage mal, auch das ist zum Beispiel jetzt mal wieder in der Historia ein bisschen historisch belegbar, ne. Wir hier, wir haben seit der, seit der Wende beziehungsweise auch schon vor der Wende Bezirk Cottbus, Kreis Hoyerswerda, waren Kreis Hoyerswerda angehörig. Boxberg selbst war ja immer Kreis Weißwasser angehörig in diese Richtung und die Klippner zum Beispiel in Richtung Niesky.

Romy 0:48:38

Ja.

Robin 0:48:38

Und das ist bis heute ja spürbar im Alltag der Menschen, ne. Also es gibt ganz viele Menschen, die haben hier eben nicht die Lausitzer Rundschau und nicht den Weißwasser Anhalt in den sächsischen Zeitungen, sondern das Tageblatt Hoyerswerda in ihrem Teil. Mhm. Ganz viele Menschen fahren hier nach Hoyerswerda zum Einkaufen. Ich habe Ihnen erst gesagt: "Mensch, ich bin schneller in Bautzen als in Reichwalde". Das Schlaueste wäre, nach Bautzen einkaufen zu fahren, wenn ich jetzt einen ganz großen Laden brauche wie Kaufland oder Marktkauf oder ähnliches. Machen aber viele nicht. Viele fahren lieber diese zehn, zwölf Kilometer weiter nach Hoyerswerda.

Romy 0:49:14

Aber mal ganz ehrlich, Hoyerswerda ist weiter als Bautzen?

Robin 0:49:17

Ja.

Romy 0:49:18

Krass.

Robin 0:49:18

Das

Romy 0:49:19

hab ich jetzt, also das hätte ich tatsächlich jetzt-

Robin 0:49:20

Es ist von, von Uhyst aus ist es ungefähr alles gleich weit weg.

Romy 0:49:27

Aber Mönau ist ja jetzt-

Robin 0:49:28

Ist man noch ein Stückchen weiter wieder in die Richtung, Bautzen noch mal ein Stückchen weiter. Genau.

Romy 0:49:33

Interessant, ja.

Robin 0:49:34

Nee, also ich glaube mal von Bautzen ist, äh, von Uhyst aus ist der Unterschied Hoyerswerda vierundzwanzig Kilometer und nach Bautzen zwanzig.

Romy 0:49:40

Ah, okay. Ja. Warum ist denn Uhyst dann überhaupt nach Boxberg gekommen? Also da, da waren ja, in Uhyst war ja dann schon Rauden, Mönau und Drehna angeschlossen, ne?

Robin 0:49:50

Richtig, richtig.

Romy 0:49:51

Und dann hat sich diese, diese Gemeinde Uhyst zu Boxberg also...

Robin 0:49:57

Bekannt.

Romy 0:49:58

Bekannt, genau.

Robin 0:49:59

Der Eingliederungsvereinbarung. Ja, ich, es ist jetzt eben so, wie es ist.

Romy 0:50:04

Ja.

Robin 0:50:05

Ne? Und wir sind da eingemeindet worden. Ich sag's mal mit den Worten, die ich schon mal heut gesagt habe: Häufig treffen Menschen aus, mit dem richtigen Gedanken falsche Entscheidungen. Ne? Also Boxberg hatte damals einfach relativ viele finanzielle Mittel.

Romy 0:50:19

Ja.

Robin 0:50:20

Das hat natürlich gelockt und Begehrlichkeiten gelockt.

Romy 0:50:23

Mhm.

Robin 0:50:23

Und ich will auch nicht meckern. Also es ist auch viel passiert. Die Gemeinde Boxberg macht ja doch auch noch investiv einiges. Manchmal ein bisschen zu langsam in meinen Augen.

Romy 0:50:34

Mhm.

Robin 0:50:34

Das heißt, man muss zum Beispiel um so 'n Bushäuschen da drei, vier Jahre kämpfen, aber danach ist es doch ganz schön geworden. Oder wenn's eben mal um den Radweg geht, dass der saniert werden muss. Oder, oder, oder.

Romy 0:50:44

Ja.

Robin 0:50:44

Wollen wir nicht alles aufzählen. Aber es wird am Ende wird's dann doch gemacht und dann freuen wir uns alle darüber.

Romy 0:50:50

Also man braucht 'n langen Atem, auch im Ortschaftsrat.

Robin 0:50:52

Genau.

Romy 0:50:53

Mhm.

Robin 0:50:53

So, das ist natürlich 'n, 'n Fakt, dass es gab damals da die finanziellen Möglichkeiten, die Alternativen für Uhyst währe gewesen, entweder nach Lohsa zu gehen.

Romy 0:51:05

Ja.

Robin 0:51:07

Das war zeitgleich, als Boxberg die reichste Gemeinde war, war das, glaub ich, eine der höchstverschuldetsten Gemeinden-

Romy 0:51:13

Ah,

Robin 0:51:13

okay. Im Freistaat. Bleibt's, glaub ich, ne.

Romy 0:51:16

Ja, ist klar.

Robin 0:51:17

Wem nehmen Sie in Ihren Haushalt auf? Und mit wem wollen Sie gern zusammenwohnen? Mit dem offensichtlich Verschuldeten oder dem mit dem Ferrari vor der Tür? Ne? Oder eben die Gemeinde Radibor beziehungsweise damals, glaub ich, noch Milkel. Ich müsste das nachschauen, ob wir zuerst nach Boxberg eingemeindet wurden oder Milkel zuerst nach Radibor.

Romy 0:51:36

Ja.

Robin 0:51:37

Ändert aber nichts wirklich an der Situation. Zusätzlich sind wir hier im äußersten Zipfel des Landkreises Görlitz. Das heißt, jede andere kommunale Hochzeit hätte bedeutet, dass man größere Strukturen ändern muss, weil man den Landkreis wechselt.

Romy 0:51:51

Ja.

Robin 0:51:52

Das ist, glaub ich, damals 'ne Hürde gewesen.

Romy 0:51:53

Ja, okay. Hm.

Okay, aber wir waren beim Leitbild.

Robin 0:51:58

Ja.

Romy 0:51:58

Also wenn wir jetzt mal so 'n bisschen kreativ überlegen, was könnte sozusagen ein gemeinsames Leitbild für diese Gemeinde sein? W-w-wofür soll die Großgemeinde stehen, außer für 'ne hohe Lebensqualität aufgrund des Sees?

Robin 0:52:15

Ja, das ist genau das ist halt so 'ne Schwierigkeit. Also da fällt mir tatsächlich auch selbst nichts ein. Weil wenn ich um den See herumfahre, also um die Großgemeinde durch alle Ortsteile, dann haben wir ja ganz, ganz verschiedene Strukturen innerhalb der Gemeinde. Ja. Wir haben da diese, diese, ich nenn's mal großen Diesen großen Block, Boxberg, der aus dem alten Dorf besteht und dann haben wir da diese, diese angebaute Satellitenstadt nenn ich's jetzt mal.

Romy 0:52:42

Das ist auch ein interessanter Begriff, Satellitenstadt.

Robin 0:52:46

So, dann haben wir die kleinen Dörfer auch auf dieser Seite, ne, Bärwalde und Sprey, die noch relativ ursprünglich sind-

Romy 0:52:51

Ja.

Robin 0:52:52

Mit dem kleinen Dorfleben. Kringelsdorf.

Romy 0:52:55

Nochten nicht zu vergessen.

Robin 0:52:56

Nochten nicht zu vergessen, natürlich Nocht nicht zu vergessen, die ja auch ganz schön viel hinnehmen mussten. Ich glaub, da wurde ja gute Hälfte des Dorfes damals abgebaggert.

Romy 0:53:04

Ja, ja und jetzt sind sie immer noch direkt am Loch, ne.

Robin 0:53:07

Also das- Ja, ja. Genau so ist es. So und dann eben alles umgeben, sage ich jetzt mal eben vom Tagebauloch und auch von den Problemen, die dieser Tagebau in die Umwelt mit sich bringt, ne. Tiefe Grundwasserstände.

Romy 0:53:17

Ja.

Robin 0:53:17

Staubemission, Lärmemission. Ja. Keine Frage. So, und auf der anderen Seite haben wir eben die anderen kleinen Dörfer in 'ner Vielzahl, Mönerau, Rauen, Zimpel Tauer, also was die Klittener Ortsteile denn sind. Die, die, die haben eine ganz andere Realität, ne. Also die haben kein, zum Beispiel kein Wasserproblem. Die freuen sich über ihre Teiche und ärgern sich aber zum Beispiel dann eher, dass die vielleicht anfangen zu verlanden.

Romy 0:53:41

Mhm.

Robin 0:53:41

So, ist ein privatwirtschaftliches Problem. Da kann die Gemeindeverwaltung nicht wirklich helfen. Ja. Oder nichts machen.

Romy 0:53:47

Ja.

Robin 0:53:48

Aber es sind natürlich Sachen, die die Bewohner umtreibt.

Romy 0:53:50

Ja.

Robin 0:53:51

Und die leider eben auch den Bewohnern teilweise sehr schwer zu erklären ist häufig, dafür ist die Gemeinde zuständig und dafür ist die Gemeinde jetzt nicht zuständig.

Romy 0:53:59

Mhm.

Robin 0:53:59

Was aber eben gerade dieses Leitbild beziehungsweise dieses Finden von so einem großen Projekt, von dem wir alle was haben, wo wir, wo wir alle dran arbeiten könnten, schwierig macht.

Romy 0:54:08

Ja.

Robin 0:54:08

Weil unser Problem ist eben nicht Lärm, Lärmemission und Staubemission im Tagebau . Zum Beispiel.

Romy 0:54:15

Ja.

Robin 0:54:16

Und das Gleiche, gehe ich jetzt davon aus, denken eben die anderen auch in die andere Richtung.

Romy 0:54:21

Na, Reichwalde sieht da noch mal anders aus. Also da könnte man das mit dieser Lärm- und Staubemission auch noch so ein Stück weit mit auf die Agenda schreiben.

Robin 0:54:27

Genau, genau.

Romy 0:54:29

Äh, bei Schadendorf, also in Kringelsdorf, da ja auch noch ein Stück weit. Aber trotzdem, ja, das stimmt. Es gestaltet sich sozusagen, also es ist sehr vielfältig, weil halt die Gemeinde so groß ist. Und es macht aber bei so einem Leitbild auch gar keinen Sinn, das dann irgendwie in drei Teile aufzuteilen und sagen, die Gemeinde möchte Teil A, Teil B und Teil C die und die Sachen umsetzen.

Robin 0:54:50

Genau,

Romy 0:54:51

genau. Weil dann ist es ja wieder eine-

Robin 0:54:52

Genau.

Romy 0:54:53

Ein Separieren anstatt ein Zusammenbringen.

Robin 0:54:56

Genau. Und das wurde aber im integrierten Gemeindekonzept ja quasi gemacht. Nicht auf die, auf die drei Richtungen, sage ich jetzt mal, eben Ausrichtung Lieske, Ausrichtung Heinersreude, Ausrichtung Weißwasser bezogen aufgeteilt, sondern eben da haben wir eben verschiedene, verschiedene Leitbilder finden wollen, aber eben als Handlungsperspektiven.

Romy 0:55:19

Mhm.

Robin 0:55:19

Ich glaub, Leben und Wohnen war eins oder Entwickeln der Natur, müsste ich jetzt auch in den Unterlagen gucken, wie die drei genau hießen. Aber die waren jetzt auch nicht so richtig griffig, wo ich sagen kann, damit kann ich jetzt mit meinen Einwohnern werben gehen.

Romy 0:55:29

Ja. Hm. Das ist auf jeden Fall interessant, da mal 'n bisschen intensiver drüber nachzudenken

Robin 0:55:39

Ich denke, viel würde eben wirklich diese Kommunikation helfen, wenn nicht immer so viel zerredet wird, sondern lass uns doch mal probieren. Und wenn's scheiße war, dann machen wir's eben nicht noch mal. Aber wir haben's erst mal versucht und wir haben's vor allen Dingen relativ zeitnah umgesetzt, ohne erst mal halbe Ewigkeit drüber zu debattieren.

Romy 0:56:00

Würden das die Bewohner tatsächlich auch honorieren, diesen Ansatz? Ich hab nämlich das Gefühl, dass das nicht so ist.

Robin 0:56:09

Inwiefern?

Romy 0:56:10

Na ja, wenn wir jetzt einfach mal was versuchen und dann scheitert's, ja. Ähm, das ist ja bei vielen Dingen so, ne.

Robin 0:56:18

Man

Romy 0:56:18

muss es erst mal versuchen und gucken, ob's funktioniert. Man kann nicht alles bis ins Detail durchdenken, weil am Ende stellt man fest, die Realität ist doch eine andere. Aber ich glaube, die Bürger, das ist zumindest mein Eindruck, dadurch, dass sie gern schimpfen Schimpfen sie noch mehr, wenn das Ergebnis von einem Test nicht positiv ausfällt. Also diese, diese Fehlerkultur zu sagen, okay, wir müssen auch Fehler machen, damit wir daraus lernen können, ist noch nicht so ganz angekommen.

Robin 0:56:49

Das ist durchaus richtig und das ist aber eben vor allen Dingen eben dahingehend, denke ich, gewachsen, wofür jetzt auch wieder keiner wirklich was kann, ne. Wir kennen die Situation, dass man ist nach Boxberg gegangen wegen dem Geld. Danach war das Geld auf einmal weg- Mhm. - und da wurde jeder Stein fünfmal umgedreht. Aha. So. Und da sind eben auch viele Sachen, haben sich dann verkompliziert, sind zu sehr in die Länge gewandert worden oder gezogen wurden. Aha. Und dahingehend, denke ich, kommt auch dann dieser, dieser, dieses Fehlerproblem her oder dieses, dieses Akzeptieren von dem Fehler, weil man denkt jetzt natürlich ganz anders darüber nach, ne. Also wir mussten damals so und so lange dafür kämpfen. Warum geben wir jetzt einfach so mal zwanzigtausend Euro an ein Planungsbüro? Mhm. Und am Ende kommt das, was da rauskommt, ist gar nicht das, was wir wollten. Mhm. Ne? Wenn ich vorneweg schon mal wegen dreitausend Euro eine Reale kämpfen musste. Das ist, denke ich, so was, was bei den, die da intensiver drüber nachdenken, die nicht nur meckern um des Meckerns willen noch, die haben-

Romy 0:57:49

Mhm. Mhm. -

Robin 0:57:51

ein bisschen hängen geblieben ist.

Romy 0:57:53

Ja. Also ich glaube, die Krux heute ist, dass wenn etwas über Fördermittel gemacht wird, dass dann manche Bedingungen an diese Fördermittel geknüpft werden. Auf jeden Fall. Und manchmal ist das halt, dass man mit einem Planungsunternehmen zusammenarbeiten muss, damit man das Geld überhaupt ausschöpfen kann.

Robin 0:58:09

Ja.

Romy 0:58:09

Und das ist natürlich schwer zu erklären. Richtig, richtig. Das fühlt sich an, wie ich schmeiße das Geld zum Fenster raus, weil eigentlich haben wir's doch schon.

Robin 0:58:14

Richtig.

Romy 0:58:15

Alles geklärt im Vorfeld.

Robin 0:58:16

Richtig.

Romy 0:58:17

Aber es ist halt, wie es ist, ne. Also da gibt's halt Rahmenbedingungen, da kann man nicht dran ruckeln, an die muss man sich halt einfach halten.

Robin 0:58:23

Na ja, das sind eben die größeren aufgesetzte Strukturen-

Romy 0:58:26

Mhm. -

Robin 0:58:26

wo ich der Meinung bin, dieses, dieser Begriff Fördermittel ist eigentlich nicht irreführend, aber also ich, ich für mich nicht ein bisschen ein rotes Tuch. Ich meine, auch wir haben im Park viel über Fördermittel gemacht und wir sind dankbar, dass es die Gelder gab. Mhm. Aber das sind ja quasi trotzdem alles öffentliche Gelder, die irgendwo in Haushalten eingestellt werden.

Romy 0:58:46

Mhm.

Robin 0:58:47

Und jetzt verstehe ich nicht, warum man anstelle dessen die Gelder nicht direkt den Kommunen gibt, dass die da was umsetzen können, ohne starren Mantel, um sich eben zu entwickeln.

Romy 0:58:57

Das ja, könnten wir mal auf anderer Ebene nachfragen, ne. Also da kann die Gemeinde nichts dafür.

Robin 0:59:02

Genau, genau.

Romy 0:59:03

Das ist von noch viel weiter oben, das ist ein Thema von viel weiter oben. Ich könnte mir vorstellen, dass es daran liegt, wenn man die Gemeinden stärker zur Selbstverwaltung bringt und zur Eigenverantwortung, dass dann die Abhängigkeiten nicht mehr so groß sind und geringere Abhängigkeiten...

Robin 0:59:23

Bringt geringeren Steuerungsaufwand. Richtig. Auch Steuerungsmöglichkeiten.

Romy 0:59:29

Ja, genau.

Robin 0:59:32

Ist so.

Romy 0:59:34

Aber okay, das ist noch mal ein ganz anderes Thema.

Robin 0:59:35

Genau.

Romy 0:59:36

Das ist auch sehr

Robin 0:59:37

spannend. Viel zu groß, viel zu groß

Romy 0:59:38

für heute. Viel zu groß für heute und vor allem für uns. Also ja, hm. Na okay, aber ich nehme das auf jeden Fall mal mit, diesen Gedanken. Vielleicht können wir uns da auch noch mal austauschen. Ich weiß nicht, ob du jemanden kennst. Ich sage die ganze Zeit auch "du" und du sagst "Sie" zu mir. Also soll ich dich lieber siezen?

Robin 0:59:59

Nein, du kannst mich duzen. Duzen habe ich dich auch geduzt. Äh, das ist so, das ist so meine, meine liebe Grundschullehrerin, da habe ich das mit dem Siezen einfach nicht begriffen. Ich habe sie immer geduzt und irgendwann-

Romy 1:00:09

Aha,

Robin 1:00:09

okay. -hat sich das dann vielleicht doch mal ein bisschen verankert in meinem Kopf, wobei mir das immer wieder auch passiert, dass ich dazwischen switche. Also derjenige, der das dann sich noch mal anhören darf, vielleicht fällt demjenigen selbst schon auf: "Mensch, da kommt das Du und da kommt das Sie."

Romy 1:00:24

Okay, ja, aber vielleicht nehmen wir das noch mal mit und ich weiß nicht, ob du jemanden kennst auf der anderen Seeseite, der vielleicht auch so ein bisschen drüber nachdenkt, wie wir da so ein bisschen, nicht Struktur ist das falsche Wort, aber so ein so ein, so ein Leitbild gemeinsam entwickeln könnten. Also ein Gedanke war mal, dass wir sagen, wir sind die erste Gemeinde, die plastikfrei unterwegs ist im Sinne von wir verkaufen keine Dinge mehr, die Plastik

Robin 1:00:54

haben. Haben Sie schon mal Suppe mit einem Holzlöffel gegessen?

Romy 1:00:59

Metall.

Robin 1:01:00

Na ja, ich meine, ich meine jetzt auf einem Dorffest. Macht sich nicht gut.

Romy 1:01:04

Ich weiß, aber also ich meine nur so. Ja, ja. Also solche Sachen. Oder man sagt: "Okay, wir sind die erste Gemeinde, die kostenlose Fahrräder zur Verfügung stellt oder die Carsharing als gemeinnütziges Ding ansieht und nicht profitorientiert. Oder die, oh, ich sehe die Falten auf der Stirn, aber , also es ist, ist ja, also nicht, dass man das jetzt, äh, weiter voranbringt, sondern, ne, einfach nur so ein paar Ideen, wo man dann feststellt, also das ist wirklich Humbug. Oder ah, okay, hier könnte man weiterdenken. So meine ich das, ne, dass man das mal auf den Tisch packt.

Robin 1:01:41

Das wäre, das wäre auf jeden Fall, denke ich, viel wert, wenn, wenn man das tun würde. Und wie auch beim Schloss in Mönau, es dürfen einfach da auch vielleicht keine Ideen verschlossen bleiben. Also vielleicht ist das mit dem Carsharing jetzt 'ne supertolle Idee. Ich denke da in dem Moment gerade eben einfach auch bloß daran wieder, es hat ja hier jeder ein Auto. Viele Familien haben auch zwei Autos oder teilweise drei Autos.

Romy 1:02:01

Mhm.

Robin 1:02:01

Eben dadurch bedingt, dass die Struktur der Versorgung ja eben so problematisch ist.

Romy 1:02:07

Mhm.

Robin 1:02:08

So. Ega, egal in welchem Bereich wir da jetzt von der Versorgung her gucken würden. Das heißt, für mich ist es wieder so, wir müssten eigentlich anfangen und darüber auch jede richtige Idee verfolgen, die die Struktur der Versorgung insgesamt verbessert. Haben wir eine gute Versorgung, haben wir ein Standortargument, dass wieder mehr junge Familien hierher kommen, haben wir wieder mehr Einwohner, haben wir vielleicht auch wieder 'nen, 'nen, 'nen größeren Bedarf an verschiedenen Versorgungsgütern, nenne ich's jetzt mal.

Mhm. Und jeder Laden bringt ja auch wieder Arbeitsplätze. Mhm. Wir sind irgendwie in so 'ner, in so 'ner teilweisen Abwärtsspirale noch, die durchbrochen werden müsste mit egal welcher Idee.

Romy 1:02:57

Also ich komme mal zu einem anderen Thema, aber vielleicht dockt das dann doch dort an. Ich habe irgendwo gelesen, dass die Bahnhöfe Klitten und Uhyst jetzt auch hübsch gemacht werden sollen von der Bahn. Ist das korrekt?

Robin 1:03:08

Nein.

Romy 1:03:10

Okay, Fehlinformation.

Robin 1:03:11

Jein, es ist schon wieder so'n ei-ei-ein Thema, das ist größer als wir zwei.

Romy 1:03:17

Okay.

Robin 1:03:17

Das Biosphärenreservat wollte gern mit Mitteln auch aus den Kohlegeldern die Bahnhöfe hübsch machen. Ich sag's mal so: Ich find's schön, dass da was hübsch gemacht werden hätte sollen. Das wäre für den Tourismus auch wieder gut gewesen, ne. Also ich steige beim Biber aus oder ich steige beim Seeadler aus oder, ne. Das wäre ja 'ne tolle Sache gewesen. Inwiefern das natürlich wieder aus Kohlemilliarden Arbeitsplätze bringt, ist mir schleierhaft. Andere Geschichte. Die wichtige Frage jetzt: Warum kommt das Projekt nicht? Und die Biosphärenreservatsverwaltung hat's damit begründet im Ortschaftsrat, dass es einfach zu große Kommunikationsprobleme mit der, mit der Deutschen Bahn gab. Sprich, da gibt's einfach zu viele Zuständige, die zu viel prüfen müssen, die zu viel abstimmen müssen, die zu viel neu berechnen müssen, dass man gesagt hat, hier kommen wir hier zu keinem Ergebnis, das, äh, lassen wir jetzt mal bleiben.

Romy 1:04:06

Okay, weil der nächste Gedanke dann war, wenn diese Bahnhöfe ertüchtigt würden, dann könnte man hier die Bahnhofsgebäude gegebenenfalls zu kleinen Einkaufslädchen- Umfunktionieren, zumindest hier in Uhyst, auch wenn das jetzt kein großer Laden ist, aber das sind sozusagen-

Robin 1:04:23

Wir haben ja keine Bahnhofsgebäude mehr.

Romy 1:04:25

Wie?

Robin 1:04:26

Die Bahnhofsgebäude gehören ja nicht der Deutschen Bahn.

Romy 1:04:29

Ach, die sind auch

Robin 1:04:29

Eigentum

Romy 1:04:30

von-

Robin 1:04:30

Mit der, mit der Sanierung der Bahnstrecke wurde da ja viel auch wegrationalisiert, eine Ausweichgleise zum Beispiel oder Ähnliches.

Romy 1:04:37

Aha.

Robin 1:04:39

Teilweise Bahnübergänge und in dem Zuge wurden auch viele Bahnhofsgebäude, wenn nicht sogar schon eher, da müsste ich jetzt auch nachgucken, ob das Bahnhofsgebäude sogar schon eher privatisiert wurde, sind privatisiert. Und in Uhyst haben wir den Fall, dass das Bahnhofsgebäude derzeitig umgebaut wird zu Ferienwohnungen.

Romy 1:04:57

Okay. Gut, dann ist das Thema auch vom Tisch.

Robin 1:05:02

Tja,

Romy 1:05:03

leider. Tja.

Robin 1:05:04

So ist es.

Romy 1:05:05

Hm. Hm. Okay. Dann denken wir noch mal neu.

Robin 1:05:12

Dann denken wir noch mal neu. Genau so ist es. Nichtsdestotrotz haben wir ja genug andere alte Gebäude, die man auch zu solchen Arten umfunktionieren könnte. Aber die Frage ist eben immer da wieder die Wirtschaftlichkeit des Ganzen.

Romy 1:05:22

Ja genau, das ist das

Robin 1:05:22

große Problem. Das ist das, was man da betrachten muss.

Romy 1:05:24

Mhm. Das könnte man gegebenenfalls über eine Genossenschaft regeln, ne, wo man sagt: „Okay, wir machen wirklich ein Genossenschaftsmodell", sodass die Bürger merken, okay, das Geld bleibt dann auch bei uns, wenn wir hier einkaufen gehen- Genau. -auch wenn es zehn Cent teurer ist oder zwanzig oder fünfzig als jetzt in Bautzen oder Hoyerswerda, aber ich habe den Fahrtweg nicht.

Robin 1:05:41

Ja, ja, ja.

Romy 1:05:42

Also das wäre aus meiner Sicht tatsächlich eine Option, das genoschen, genossenschaftlich aufzuziehen, aber man, es müsste halt jemand kommen, der es macht, ne? Das könnte euer Verein dann auch nicht mehr leisten, ne? Das wäre, glaube ich, auch zu groß. Nein,

Robin 1:05:56

das kann, glaube ich, gerade eben kein Verein in dem Moment leisten. Es müsste dann eben wieder 'ne, 'ne Genossenschaft gegründet werden und auch da, um so was zu voranzutreiben, bräuchte man ja erst mal das Geld, damit man überhaupt, sage ich jetzt mal, jemanden finanzieren kann. Das kann natürlich einer aus dem Dorf sein, aber der so 'ne Vollzeitstelle auch bekleidet.

Romy 1:06:13

Mhm. Gut, auch da könnte man erst mal über zwei, drei Minijobs oder so nachdenken. Aber okay, man bräuchte ja erst mal ein Objekt, das dafür geeignet ist. Das müsste saniert werden, die Genossenschaft müsste gegründet werden und dann müssen sich drei Leute finden, die sagen: „Okay, ich sitze zu den und den Zeiten da und kümmere mich drum."

Robin 1:06:32

Genau.

Romy 1:06:33

Genau. Gut. Auch 'n bisschen zu groß für heute und für uns beide. Aber wer weiß, was sich daraus ergibt.

Robin 1:06:44

Ich glaube, es gab sogar den Gedanken von jemandem, der wollte so was in der Art umsetzen.

Romy 1:06:48

Mhm.

Robin 1:06:49

Und da hatten wir aber auch wieder das Problem, dass quasi das Gebäude, was dafür perfekt nutzbar wäre, versteigert wurde. Und es gab eben jemanden, der hat eben zehn Euro mehr bieten können. Ich meine mich da an was zu erinnern.

Romy 1:07:06

Mhm. Wo erfährt man denn von diesen Versteigerungen?

Robin 1:07:10

Das ist, glaube ich, ein ganz großes Problem, gar nicht so richtig irgendwo. Also es ist-- Man muss sich schon auf verschiedenen Seiten selber darüber informieren, dass so was gerade eben stattfindet. Ansonsten wird das gar nicht groß breit getragen.

Romy 1:07:23

Weil theoretisch könnte so was ja auch im Amtsblatt stehen.

Robin 1:07:27

Mhm. Könnte vielleicht schon. Weiß ich nicht, inwiefern das, also das ja auch vielleicht die Verwaltung in dem Moment Arbeit macht, das zu recherchieren, ob die davon 'ne Information bekommen, bevor es passiert.

Ich glaube, es ist so, dass diese, diese Zwangsversteigerung, da bin ich jetzt ein bisschen überfragt. Das heißt, das ist jetzt gefährliches Halbwissen, was ich erzähle, die findet statt und erst danach, ne, Kommunen haben ja ein Vorkaufsrecht. Erst danach wird die Kommune angefragt: „Hier, Herr XY hat das Gebäude für so und so viel Euro ersteigert. Liebe Gemeinde, möchten Sie Ihr Vorkaufsrecht ziehen?"

Romy 1:08:05

Gut, aber wenn dann die Gemeinde sagt: „Nein, ich möchte es nicht", dann würde es ja trotzdem an die andere Person gehen, obwohl ein Bürger interessiert wäre. Genau. Aber Bürger sind ja nicht Gemeinde.

Robin 1:08:14

Genau, richtig. Das ist das Problem.

Romy 1:08:19

Und die Gemeinde dürfte es ja dann x Jahre nicht veräußern. Also sie können es auch an die Privatperson nicht verkaufen.

Robin 1:08:23

Richtig, richtig. Beziehungsweise es ist für die Gemeinde auch sehr, sehr schwer, das Vorkaufsrecht überhaupt zu ziehen. Also einfach bloß zu sagen: „Na ja, Mensch, ich würd da gerne vielleicht in zehn Jahren 'n Markt entwickeln", reicht nicht aus. Also braucht man schon konkrete Pläne. Ne? Nehmen wir jetzt mal als anderes Beispiel. Ich glaube, so würde es funktionieren, wenn Boxberg jetzt gerade eben aktuell ein gutes Gebäude veräußert werden würde, was auch den Ansprüchen des Projektes Ärztezentrum entspricht, dann könnte das vielleicht funktionieren, dass man diesen, diesen Anspruch da durchkriegt. Ansonsten ist das, glaube ich, insgesamt schwierig.

Romy 1:08:55

Aha.

Robin 1:08:56

Aber wie gesagt, gefährliches Halbwissen: Da bitte in der Verwaltung nachfragen bei den Fachleuten.

Romy 1:09:00

Okay. Spannend. Ja, jetzt haben wir so viel über Projekte und so gesprochen. Wer ist denn Robin Zieger sonst so, wenn er nicht Ortschaftsrat und Parkwächter ist?

Robin 1:09:13

Die Frage verstehe ich jetzt gerade eben so gar nicht so richtig. Dann bin ich meistens derjenige, der im Winter gerne im Wald seinen Wald pflegt, der im Sommer gern im Garten herumrennt und eben, ja, auch gerne Gras mäht, weil das entspannt mich irgendwie.

Romy 1:09:28

Ach, schön. Und als Waldeigentümer hast du da auch eine Jagdpacht?

Also bist du Jäger?

Robin 1:09:36

Nein, nein, das ist an mir vorbeigegangen.

Romy 1:09:41

Hätt ja sein können. Na ja, Rasenmähen zur Entspannung. Geht mir auch so. Rasentraktor raus und dann-

Robin 1:09:48

Geht es los.

Romy 1:09:49

Geht es los. Genau. Einfach draufsitzen, ne, sehen, wie das dann alles so schön wieder hübsch ist. Wobei es ja nicht unhübsch ist, ne, wenn in dem Gras dann halt noch diese Glockenblumen rauskommen und irgendwelche anderen schönen Blümchen und dann denkt man: „Och, es blüht so schön. Eigentlich schade, es abzumähen", oder?

Robin 1:10:06

Das ist vollkommen richtig, ja. Deswegen lassen wir hier zum Beispiel im Park auch ein paar Bereiche stehen-

Romy 1:10:10

Aha.

Robin 1:10:10

Wo es eben, da jetzt mal auch, dass man dadurch, dass man das stehen lässt, keinen Mehraufwand birgt.

Romy 1:10:15

Aha.

Robin 1:10:16

Das ist einfach jetzt wirklich auch die Sache bei sechzig Einwohnern oder auch bei mir zu Hause relativ große Fläche. Äh, dann bin ich da, dann ist da mein, mein Vater noch, der da, ne, Mehrgenerationenwohnen haben wir schon angesprochen- Mhm. Der da auch mal ein bisschen mäht und was tut. Und trotzdem muss es eben ein bisschen effizient sein, weil wir haben ja alle bloß vierundzwanzig Stunden am Tag. Ja, ja. Ne, und deswegen an Stellen, wo es keinen Mehraufwand birgt, da kann man das in meinen Augen gerne und auch gut stehen lassen und ich würde es auch gerne an anderen Orten vielleicht länger stehen lassen, dass es eben blüht. Aber es ist eben dann so ein eklatanter Mehraufwand, das dann händisch abzusensen- Ja, ja. Oder ähnliches, als wenn man eben einfach einmal mehr darüber tackert.

Romy 1:10:53

Ja.

Ich gucke jetzt gerade noch mal hier auf diesen Apollo, hast du gesagt.

Robin 1:10:57

Ja.

Romy 1:10:58

Erzähl mir noch ein bisschen was zu dem.

Robin 1:11:01

Was soll ich da jetzt zu dem erzählen? Also-

Romy 1:11:03

Und warum ist dahinter ein Hügel? Ist der aufgeschüttet worden oder war der schon immer so?

Robin 1:11:06

Oh, das, da, dazu kann ich noch was erzählen. Jedenfalls erst mal zum Apollon. Den haben wir eben 2020 über das böse Wort Fördergelder rein. Also deswegen, da bin ich natürlich ganz dankbar der Sache. Es gibt auch Fördergeldgeber, wie zum Beispiel die Leader-Region Lausitzer Seenland-

Romy 1:11:20

Ja.

Robin 1:11:21

Die eben vor allen Dingen so kleine Projekte auch fördern und dann wirklich nicht bloß hier, sondern überall in der Gemeinde. Ich glaube, in Reichwalde war es zum Beispiel dann die, die Schlepperfreunde Reichwalde, die da ihre Halle jetzt gerade eben neu machen-

Romy 1:11:32

Mhm.

Robin 1:11:32

Ne, die ja so was fördern und die ja zwingend-

Romy 1:11:36

Bisschen Unterstützung brauchen.

Robin 1:11:37

Richtig, richtig, genau, ne. So, und der Apollo eben, wie gesagt, warum haben wir schon erwähnt Interessant zu sagen ist vielleicht, dass der wurde dann gefertigt von der Firma Hempel, und zwar ohne, ohne Vorbild, sage ich jetzt mal, ne. Also wir haben gesagt, auch wenn es vielleicht eine der Statuen aus Uhyst ist, die, ne, hin und her, aber es hilft uns ja jetzt nicht, wenn hier drei Kilometer von Uhyst eine Kopie einer Uhyster Statue steht. Ja,

Romy 1:12:02

ja.

Robin 1:12:02

Ist ja Quatsch. So, und er hat es eben sich selbst dann ausgedacht und selber beziehungsweise der, der Steinmetzmeister, ich glaub, Herr Faust hieß er, hat er sich das ausgedacht, dass das eben dann die Plastik diese Form bekommt. Mhm. Und das ist wohl, habe ich mir sagen lassen, gar nicht so einfach, weil im Normalfall die Steinmetze eben wirklich einfach nur eins zu eins mit ihren Werkzeugen das übernehmen, aber eben diese Proportion selber aus so einem, aus so einem Steinblock einschätzen zu können, ohne dass man eine Vorlage hat und ohne dass das auch dann abbricht, ne. Wenn wir jetzt da gucken, haben wir diese Hohlräume in der Hafe und auch am Arm, dass das trotzdem in sich hält und aber auch noch, ich sag mal, reell aussieht und nicht, äh, gekünstelt, ist wohl gar nicht so einfach, habe ich mir sagen lassen.

Romy 1:12:47

Ja, aber es sieht gut aus. Mhm.

Robin 1:12:49

Ne. So und der Hügel dahinter, also jetzt ist es der Mönauer Rodelberg.

Hügel.

Süß. Ne. Na ja, es, es, es klingt total blöd und sicherlich ist die Abfahrt jetzt nicht so lang. Hat natürlich einfach den Vorteil auch, wenn ich an, an meine Kindheit zurückdenke, man konnte hier einfach als, als-

Romy 1:13:12

Kleiner Knirps.

Robin 1:13:12

Kleiner Knirps, auch alleine mit seinen Freunden rodeln gehen, ohne dass da irgendwelche Eltern dabei sind, weil was soll hier schon passieren?

Romy 1:13:17

Ja, genau. Genau.

Robin 1:13:18

Da hat man eine ganz andere Möglichkeit, sich auch vielleicht selbst zu entwickeln und auch verantwortungsbewusst, sage ich jetzt mal, in dem Moment heranzuwachsen. So, wo kommt der Hügel her? Ich habe da erzählt, dass das hier geblieben ist eine Zeit lang oder der Park geblieben ist, weil die Besatzungsmächte einen Ort brauchten, um ihre LKWs zu verstecken. Und da gab es hier so eine kleinen, kleinen Wälle, wo man eben auch die LKWs be- und entladen konnte. Mhm. Und die wurden mal dann zu DDR-Zeiten zusammengeschoben durch große Raupen zu einem Hügel.

Romy 1:13:48

Mhm.

Robin 1:13:48

Und dann war der auch noch wesentlich kleiner. Und als ich so drei, vier, fünf Jahre alt war, da gab es eine Dorf-Initiative, die hat das eben noch mal mit mehr Erdmassen noch mal aufgeschüttet.

Romy 1:13:58

Ah, okay. Also hier geradeaus und dann hier auf der rechten Seite ist auch noch ein kleiner.

Robin 1:14:01

Genau, genau.

Romy 1:14:02

Mhm. Interessant. Okay. Also sehr, sehr spannend, was ich heute hier alles gehört habe.

Robin 1:14:08

Das hoffe ich doch.

Romy 1:14:09

Ja, vielen Dank dafür. Und wir bleiben dran an dieser, an diesem Leitbild.

Robin 1:14:15

An diesem Leitbild. Das wäre wünschenswert.

Romy 1:14:17

Okay, wollen wir uns da gleich verabreden oder?

Robin 1:14:21

Na, da müsste ich jetzt in meinen Terminkalender gucken, den ich leider gerade eben nicht bei mir habe, weil wie gesagt, vierundzwanzig Stunden hat der Tag. Bei mir könnte er gern sechsundzwanzig Stunden haben, aber ich glaube, das können wir, äh, so schnell auch nicht verändern.

Romy 1:14:33

Nee, aber wir haben ja die zwei Wochen am See im Juni. Vielleicht sehen wir uns da. Da machen wir noch so einen kleinen Workshop an dem Montag nach dem Natur- und Regionalmarkt und am Dienstag gibt es das Thema gekonnt streiten. Am Mittwoch sind ja die Tischtennisleute da im Zelt und am Donnerstag ist das Tackatack. Also da sind sozusagen vier Abende, an denen was los ist. Und vielleicht ergibt sich da die Gelegenheit, einfach mal rumzukommen auf einen Absacker. So nach der Arbeit, nach der Schule.

Robin 1:15:02

Das muss ich mir in den Kalender eintragen.

Romy 1:15:04

Ja, würde ich mich freuen. Cool. Also dann vielen Dank für das Gespräch, für die Zeit und ich wünsche toi, toi, toi für die Prüfungen, die noch anstehen und die vielen großen Aufgaben, die es hier in Mönau und Umgebung noch zu bewältigen gibt.

Robin 1:15:18

Danke schön.

Romy 1:15:19

Und ich bin gespannt auf unseren Leitbildprozess. Dann noch einen schönen Sonntag.

Robin 1:15:24

Ja, ebenso. Ebenso.

Romy 1:15:25

Danke.

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