Franco Piesker aus Klein-Oelsa
Veröffentlicht am: 26.09.2025 Aufgenommen am: 07.09.2025 Dauer: 1h 31min
Worum gehts?
Franco Pieskers Leben liest sich wie ein Drehbuch mit dramatischen Wendungen. 2020 zog er mit seiner Familie von Bayern nach Klein-Oelsa – ausgerechnet in dem Moment, als seine Frau einen schweren Schlaganfall erlitt. Mitten in Corona, mitten im Umzugsstress, mitten im Leben.
Der gelernte Sanitäter und ehemalige Soldat auf Zeit erzählt Romy seine bewegende Geschichte: 14 Jahre Bundeswehr mit einem prägenden Afghanistan-Einsatz, wo er als Sterilisationsassistent in einem Feldlazarett arbeitete. Die DDR-Ausreise 1985 als Fünfjähriger, komplett mit Verhören durch die Staatssicherheit. Die Rückkehr in die Oberlausitz nach 23 Jahren Bayern.
Heute arbeitet Franco im Gebäudemanagement der Gemeinde Boxberg und ist Sicherheitsbeauftragter. Seine Frau kämpft sich zurück ins Leben – gegen alle Prognosen. Ein Gespräch über Durchhaltevermögen, Heimat und darüber, wie man nach schweren Schicksalsschlägen nicht aufgibt.
Diese Folge behandelt schwere Themen wie Schlaganfall, Pflege von Angehörigen, Kriegserfahrungen und politische Verfolgung.
SPRECHER IN DIESER FOLGE
Romy
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Hallo, hier ist Mario.
Kurz vorab Triggerwarnung, wichtiger Hinweis.
Ich schalte mich heute mal ausnahmsweise vor die Folge, weil ich glaube, dass nicht alle die Folgenbeschreibungen gelesen werden haben oder lesen werden und
Ihr könnt dann natürlich selber entscheiden, ob ihr das hören wollt oder nicht.
Die Folge hat Kapitelmarken so wie eigentlich auch alle anderen.
Ihr könnt also einzelne Teile einfach überspringen, ohne dass ihr den Faden verliert.
Und um welche Kapitel geht es?
Es geht um das fünfte Kapitel, das heißt der Schlaganfall, als das Leben stillstand.
Da sprechen Romy und Franco über seine Frau und ihren Schlaganfall.
Da wird es ziemlich detailliert von den ersten Symptomen bis hin zu mehreren OPs.
Gleich das nächste Kapitel Kapitel 6, das heißt Neustart und Genesung.
Da geht es um die Zeit danach, um Pflege psychische Belastung und wie das eine junge Familie ziemlich krass durcheinanderwirbelt.
Dann im achten Kapitel da geht es um Afghanistan.
Und zwar erzählt Franco von seinem Afghanistan-Einsatz, von Kriegserfahrung und von einem krassen medizinischen Notfall im Kriegsgebiet Im 11.
Kapitel da geht es dann um DDR-Ausreise als Kind, um Staatssicherheit, um Gewalt und um familiäre Trennung.
Alle anderen Kapitel Klein-Ölser, Arbeitsschutz, Heimat sind entspannter.
Falls ihr euch unsicher seid, ob ihr emotional gerade dazu in der Lage seid, dann hört die Folge vielleicht einfach später oder nehmt euch jemanden dazu, hört sie vielleicht nicht alleine.
Manchmal hilft das.
Franco erzählt unglaublich offen seine Lebensgeschichte.
Es geht um Durchhalten, um Heimat und darum, wie man nach sehr, sehr sehr schweren Schlägen wieder aufsteht.
Also dann startet jetzt die Folge.
Heute an diesem wunderschönen Sonntag gehen wir spazieren in Klein-Oelsa.
Herzlich willkommen zu 's menschelt mit Franco Piesker.
Hallo erstmal, danke fürs Vorbeikommen.
Hallo, aber gerne doch.
Ja, wir machen heute einen kleinen Spaziergang durch dieses beschauliche Örtchen beziehungsweise diesen
Ja, was soll ich da so groß von erzählen oder dazu erzählen?
Ich bin ja erst seit Mai 2020 hier in Klein-Oelsa
und
habe natürlich schon einiges kennengelernt, so ist es nicht.
Ja, also das ist halt, ich sage mal, so ein Straßendorf.
Was heißt das?
Also viele haben an einer großen Straße gebaut.
Es gibt eigentlich nur wenige kleine Querstraßen wie zum Beispiel hier der Kirchweg.
Ja, das
ist ja dieser Kreisel, sage ich jetzt mal.
Und ja, das ist so praktisch wenn mal so eine kleine Festivität ist, das findet praktisch hier statt, kann man sagen.
Am
Kirchweg, ja, da hinten sehe ich Ja Kreisel,
da ist ein kleiner Spielplatz dabei.
Ein kleiner
Spielplatz, cool.
Kennt man gar nicht, das sieht man gar nicht
Das sieht man gar nicht von der Straße, lass uns mal hier lang gehen.
Genau.
So
ein kleiner Birkenhain, das ist ja niedlich.
Ja
also da... Ist jetzt auch schon eine Weile her, da hat man so ein Nachbarschaftsfest gemacht oder so.
Ich komme gerade nicht auf die richtige Bezeichnung.
Und da stand hier eine Hüpfburg und jeder hat so ein bisschen was mitgebracht.
Musik wurde gespielt.
Ja, und dann hat man halt gesessen sich ausgetauscht, weil man ja doch unterm Tag ist man immer ein Hast.
Man rennt ja von da nach da, sieht sich, grüßt sich.
Aber die Zeit für so ein richtiges Gespräch das ist halt viel zu selten in der heutigen Zeit, in der schnelllebigen Zeit.
Ja,
sollte eigentlich wieder mal stattfinden.
Ich weiß jetzt nicht direkt, woran es gehapert hat, aber ich bin sicher, dass es auch mal wieder was wird, dass man sich hier trifft und austauschen kann.
Und ja, genau.
Und von wem wurde das organisiert?
Von einer Martina, die wohnt hier gleich.
Martina zum Beispiel, die hat das gemacht.
Ist sie
Ortschaftsrätin oder Ortsvorsteherin, meine ich Nein
nein, nein.
Einfach
so?
Einfach eine Bürgerin ja.
Gibt es denn von diesen Bürgern, die Lust haben, was zu machen, viel?
Jein.
Ja, das ist, ich bin eigentlich ursprünglich aus Reichwalde.
Ja.
Und da ist es natürlich so, das ist so, wie soll man sagen, der ist da zusammen halt größer, scheinbar größer von außen, wenn man es so sieht, weil viel mehr Aktivitäten da sind.
Ja, liegt es daran, dass der Ort auch größer ist?
Kann sein.
Ich will jetzt niemanden irgendwo zu nahe treten oder sowas aber es hängt auch von einzelnen Personen ab, die es managen.
Und ja, Klitten ist doch sehr groß, muss man mal sagen.
Und Klein-Oelsa gehört da doch zu Klitten.
Ja, das verteilt sich hier bei uns in Klitten-Klein-Oelsa doch auf die Fläche.
Man kennt sich zwar schon, man hat den Heimatverein, der neu formiert wurde, der hieß ja vorher Bürgerverein.
Dann hat man den Feuerwehrverein da hat man die Feuerwehr selber, den Sportverein und es gibt halt viele kleine Vereine oder viele Vereine.
Kleine sind es jetzt nicht, aber es gibt viele Vereine.
Du
redest jetzt von Gesamtklitten und nicht von Klein-Oelsa?
Genau, genau.
Also da
gibt es nochmal so einen Unterschied zwischen den Ortsteilen in Klitten oder ist Klitten tatsächlich der Ort der
Ach, Kleinradisch gehört ja auch dazu, ne?
Genau.
Ja, das ist ja Zimpel-Tauer, Kaschel gehört auch dazu.
Das sind ja praktisch so die ganzen Ortsteile von Klitten damals.
Es hieß ja früher Gemeinde Klitten.
Nach meines Wissens, ich bin da wie gesagt zugezogen Ich kann jetzt da nicht so viel sagen wie jemanden der hier wirklich aufgewachsen ist, von hier stammt wirklich.
Aber das ist das, was ich so in den letzten fünf Jahren, fünfeinhalb Jahren so mitgenommen habe.
Ja,
und
ja, also Kaschel zum Beispiel, da gibt es ja auch einen Verein, Einigkeit Kaschel.
Die feiern und machen Feste Kinderfest, Oktoberfest.
Dann dieses Jahr war jetzt schon wieder die Kaschel-Menia.
Ja.
Das ist angelehnt an Roland
Kaiser.
Roland
Kaiser, ja.
Und jeder Ort macht doch so seine Aktivität.
Aber ich finde, jeder Zusammenhalt wie zum Beispiel in einem anderen Ortsteil mit den Vereinen.
Das beste Beispiel ist halt immer Reichwalde.
Der ist halt hier nicht so richtig gegeben, obwohl man sich doch Mühe gibt, muss man sagen.
Also die Leute, die ich kennengelernt habe, machen eigentlich kaum Abstriche nach dem Motto, ich gehe jetzt da nicht nach Kaschel oder ich gehe jetzt nicht nach Klitten.
Da geht man hin.
Man ist ja doch in der Heimat.
Das ist ja ein heimatliches Gefühl.
Und warum bist du nach Klein-Oelsa gezogen wenn du aus Reichwalde stammst?
Ich, lange Zeit in Bayern gelebt
und
bin auf der Suche vor sechs, sieben Jahren ungefähr gewesen nach einem Haus hier in der Region, also in der alten Heimat.
Und wir hatten erst zur Aussicht gehabt in Reichwalde die Bockschänke.
Ach, da hinten raus?
Da
hinten raus, ja.
Das
ist ja ein Saal.
Ja das ist eine alte Gaststätte und ob wir die genauso betrieben hätten, ist jetzt mal dahingestellt, aber es hat einen gewissen Flair gehabt, also hat es immer noch.
Nur leider hat es dann ungefähr, kann man sagen, so vier, fünf Wochen vor Unterzeichnung Des Vertrages Probleme mit dem Verkäufer gegeben.
Er hat einen Rückzieher gemacht und hat ein anderes Ehepaar verkauft.
Ach, das ist ja ärgerlich.
Und ja, da hatte mich der Makler damals noch angerufen, hat sich noch tausendmal entschuldigt und es ist nicht auf sein Mist gewachsen, so nach dem Motto.
Ja, ist halt wirklich traurig und schade, weil man hat sich doch gefreut dass man jetzt praktisch den Weg doch zurückgefunden hat in die Heimat und dann ist es auf einmal nicht mehr.
Man sitzt schon auf Kartons wir haben ja schon gepackt wir haben
das Speditionsunternehmen und so weiter organisiert.
Ja, meine Frau hat ihren Job eigentlich schon gekündigt, war noch im Resturlaub gewesen, den hat sie abgebaut, das war so Anfang 2020
Ja, und dann war halt so, was machen wir jetzt?
Ja, das
glaube ich.
Genau.
Man muss dazu aber auch sagen, im Vorfeld hatten wir uns hier schon mal ein Haus angeguckt hier in Klein-Oelsa.
Da wohnt jetzt die Familie Henkert drin.
Ah, okay.
Das ist ein Ponyhof,
ne?
Ja.
Genau.
Das hatten wir uns angeschaut, das war aber dann viel zu groß.
Ja.
Ja, und obwohl es auch eine sehr schöne Lage ist, haben wir gesagt, nee, wir gucken mal weiter.
Ja.
Jedenfalls meine Frau war total am Boden zerstört, wie sie die Das kann ich mir vorstellen.
Und
hat dann praktisch alles dran gesetzt, ich musste ja weiter arbeiten.
Sie war ja, wie gesagt, im Urlaub abbauen, Resturlaub abbauen.
Und du musstest weiter arbeiten, was hast du gemacht damals?
Ich war im Außendienst gewesen.
Ah, okay Zu Zeitpunkt.
Zu Zeitpunkt.
Jedenfalls meine Frau hat sich dann bemüht bei ImmoScout und wie sie nicht alle heißen, die ganzen Internetplattformen und geschaut, was gibt es denn noch in der Region.
Und dann ist auf die Anzeige gestoßen, auf das Haus, wo wir jetzt drin wohnen, da hatte der Heinz Reu drin vorher gewohnt.
Der ist ja November 2019 verstorben
und
da stand das Haus praktisch dann zum Verkauf drin.
Also es ging dann auch über einen Makler sozusagen?
Das ging
dann auch wieder über einen Makler,
weil
wir haben in der Nähe von Erding gewohnt auch auf dem Dorf kann man sagen, in Grünbach.
Und dann mal schnell herfahren und schauen, was ist hier los auf dem Immobilienmarkt.
Das ist nicht so einfach.
Macht
man ja nicht.
Dafür gibt es ja heutzutage das Internet.
Man muss ja nicht immer gleich vor Ort sein.
Genau und jedenfalls wo bin ich jetzt stehen geblieben?
Gleich den Faden verloren.
Über einen Makler ging es.
Genau, über einen Makler ging es.
Dann hat man auch einen Termin gehabt zur Besichtigung.
Einen Tag zuvor kann ich mich noch genau erinnern, das war nämlich der 20.
Februar, hat man das mit dem Umzugsunternehmen schon gemanagt, weil wir hatten Fristen einzuhalten.
Wir hatten ja ein Haus gehabt, ein Reihenhaus.
Wir hatten dafür schon einen Käufer gehabt, der wollte rein, der hat Druck gemacht.
Ja,
Druck, relativ.
Also der wollte auch wissen, wann er rein kann.
Ja, logisch.
Hat natürlich auch bei sich seine Wohnung und so weiter auch gekündigt und musste raus.
Ja, und das am 21., 22.
rum, das ist praktisch Freitag Samstag wollten wir dann hierher fahren und das Haus anschauen.
Aber daraus wurde dann nichts.
Weil?
Ja, Freitagfrüh, es war so gegen fünf, halb sechs,
hatten meine Frau einen Schlaganfall erlitten.
Ach Gott.
Aus heiterem Himmel.
Ja, also ich bin in die Küche und sie stand am Küchentresen, wollte sich ihre Schilddrüsentabletten wie jeden Morgen vor dem Kaffee einnehmen.
Und hat so eine Schiebeschachtel, wo sie das immer zurechtgemacht hat für jeden Tag.
Oder war es sogar die L-Tyroxin-Schachtel?
Es war die L-Tyroxin-Schachtel, weil so eine Schiebeschachtel hat sie jetzt erst.
Und hat da so zittrig dagestanden
Und so richtig so
apathisch.
Und ich habe sie bloß von hinten gesehen.
Also ich bin in die Küche rein, habe sie bloß von hinten gesehen.
Und sehe, wie sie so zittert.
Und gehe zu ihr, halte sie an der Schulter so fest.
Was machst du denn hier?
Ein Kasperl.
Hör mal auf mit dem Scheiß.
Und dann, in dem Augenblick, wie ich das gesagt hatte, dreht sie sich so, also lässt sich in meine Arme fallen.
Ach krass.
Ich habe gesehen, das Gesicht ist verdreht, der Mund ist verdreht die Augen waren so halb offen so.
Und wie im Geistesblitz kam es mir dann sofort.
Apoplex Schlaganfall.
Wie kann das sein?
Habe sie dann abgesetzt.
An die Wand, in die Küche, auf den Boden.
Ich bin durch die Bundeswehr gelernter Rettungssanitäter Ich wollte
gerade sagen, woher weißt du das?
Also, dass das ein Apoplex ist und wie das überhaupt heißt.
Ja Und habe den sogenannten Kreuzgriff angewendet, also mit der rechten Hand die rechte Hand, mit der linken Hand die linke Hand.
Und dann sollte sie einfach mal drücken.
Aber ich habe schon gemerkt, die linke Hand, der Arm, der hat schon nichts mehr getan.
Der hing ja schon so, weil ich ja die Hände nur so genommen hatte.
Ja, und dann
hatte ich zu ihr gesagt, Schatz, ich denke, du hast einen Schlaganfall.
Also es ist wirklich so, sie ist dann abgestritten, nein, nein, kann nicht sein, mit verwaschener Stimme.
Ich
so, doch, ich warte ich rufe den Rettungsdienst.
Ja, dann gleich den Rettungsdienst angerufen, alle Daten, wer, was, wo waren, wie viele und warten und die ganzen W-Fragen durchgehandelt.
Und ja, am Telefon, ja an der Leitstelle, ach, woher wollen sie das wissen, weil der ist so jung.
Ich so, ich bin Rettungsinitiator, seht so, dass er ja kommt.
Ja,
okay, wir schicken jemanden wir schicken jemanden.
Ja, und dann ging das ganze Drama dann weiter, ne, also, ja.
Wie schnell war der
Rettungsdienst da?
War er rechtzeitig da?
Als erstes waren so First Responder.
Eins, Die Zeit vergeht ja, bis der Rettungsdienst kommt, gefühlt ja wie eine Zeitlupe.
Es geht
ja jedem so, der einen Notfall hat, obwohl das waren vielleicht keine zehn Minuten.
In der Zeit waren halt die First Responder, also First Responder sind so die Ersthelfer der Feuerwehr, sagt man, kann man so sagen, das sind Bayern, das
Ja Genau.
Ja, und dann waren sie da gewesen, auf die Trage gelegt, nachdem sie alles abgecheckt hatten.
Und beim Rausfahren hat sie zu mir bloß mal gesagt, seh zu, dass das mit Klitten klappt.
Und den Satz hat sie mir so gesagt, dass der brennt sich, hat sich richtig eingebrannt.
Und... Ich habe alles dafür getan, dass das klappt,
dass
wir praktisch wieder in die Heimat ziehen können.
Bayern ist ein schönes Land, kann man gerne mal Ferien machen, Urlaub machen.
Vielleicht hat der andere auch andere Erfahrungen gemacht.
Aber ich freue mich, dass ich wieder in der Heimat bin oder wir freuen uns, dass wir wieder in der Heimat sind.
Auch wenn es hier zum Teil schwieriger ist.
In Bezug worauf?
Ja, mit vielen Sachen, ÖPNV,
Einkaufsmöglichkeiten.
Aber man ist halt auf dem Land, muss man auch sehen.
Das sind so die ärztlichen Versorgen.
Aber
das sind so die großen Bausteine,
die
jetzt hier da sind, die aber irgendwann mal auch auf andere Gemeinden im ganzen Bundesgebiet, denen es jetzt vielleicht noch sehr gut geht, zutreffen könnten.
Das das Da ist das Thema demografischer Wandel dann wieder da.
Mhm.
Ja.
Ja.
Also du hast dich um das Haus gekümmert, aber wie geht's deiner Frau?
Meiner Frau?
Also am Anfang ging es natürlich gar nicht gut.
Sie wurde erst in ein Kreiskrankenhaus gebracht, nach Erding, da haben sie dann praktisch versucht, den Thrombus zu lösen.
Ohne Erfolg, haben noch ein Hirngefäß beschädigt dabei, dabei ist das Kontrastmittel ausgetreten und…
Was heißt Kontrastmittel?
Also was meinst damit?
Also die haben, bei ihr wurde praktisch mit MRT CT, ich weiß das jetzt nicht ganz genau, Und untersucht, wo ist der Thrombus, wo ist der Schlaganfall im Kopf.
Und dafür
braucht man, also für diese MR- oder CT-Untersuchung braucht man ein Kontrastmittel.
Da
wie die Durchblutung ist von den Gefäßen.
Das konnte man lokalisieren und dann haben sie praktisch versucht, über die Vene mit einem langen Draht, kann man sich vorstellen, diesen Thrombus zu lösen.
Was ist ein Thrombus?
Ein Blutgrinsel.
Das ist praktisch mit, also jeder kennt so einen Grind den er auf der Haut hat, wenn er sich geschnitten hat.
Das sind ja Blutplättchen aus dem bestehenden Thrombus oder auch zum Teil aus Cholesterinablagerungen
zum
Thema gesunde Ernährung Und das ist so ein Thrombus, der, wenn er in den Kopf geht, Schlaganfall im Herz, ist es ein Herzinfarkt und eine Lunge, eine Lungenembolie.
Das sind praktische Verschlüsse dann der Gefäße.
Ich hoffe, ich war jetzt richtig gewesen.
Meine Stiefmutter kann mich ja gern berichtigen.
Ist die Ärztin oder was?
Ja.
Okay.
Das
ist die Maren, weißt du doch.
Ja.
Okay.
Ich habe
jetzt an die Schwiegermutter gedacht Das hast du auch gesagt.
Ich kann das gerne
mal wiederholen für den Mario.
Okay, gut.
Ich fasse nochmal zusammen.
Der Thrombus konnte nicht richtig gelöst werden.
Also beim Versuch des Lösens des Thrombus ist das Gefäß verletzt worden.
Und dadurch kam es praktisch zur Einblutung in ins Hirn Und dann wurde sie mit einem Hubschrauber nach München rechts der Isar geflogen.
Und da wurde dann praktisch weitere Diagnostik betrieben.
Ich bin erstmal nach Hause gefahren.
Man muss ja zeitlich so sagen, ich war ja zu Hause schon gewesen.
Was heißt jetzt
nochmal zu Hause?
In München, also in der Nähe von München.
In wo der Schlaganfall passiert
ist.
Und sie wurde abgeholt ins Kreiskrankenhaus gebracht.
Und ich war alleine mit meinem Sohn zu Hause.
Wie alt war der damals?
Neun.
Ja.
Ihm das erstmal zu erklären, war auch sehr, sehr hart und schwer.
Hast du da irgendwie Unterstützung gehabt?
Ja, es kam dann relativ zügig mein Vater dann zu mir.
Meine Schwester hat sich auch kurzzeitig mal sehen lassen und versucht zu helfen.
Aber es ist halt so eine andere Geschichte.
Ja, aber es ist so der erste Hilf, kann man sagen, so die ersten Wochen, Monate und dann ist man eh auf sich gestellt.
Wie geht es ihr denn heute?
Zurückblickend was sie jetzt alles durchgemacht hat.
Sie hat dann noch etliche OPs hinter sich gebracht.
Ihr wurde zweimal der Schädel geöffnet.
Boah.
Das ist gerade für eine Frau, die hatte wunderschöne Haare gehabt.
Auf einmal hat sie eine Glatze.
Ich habe damals auch Bilder gemacht, wie sie dann im Koma lag und gesagt, die zeige ich keinem, bis sie wieder aus dem Koma raus ist.
Und sie kann entscheiden, wer die Bilder sehen darf.
Es
ist einfach ihr persönliches Recht.
Aber ich wollte sie einfach auch nicht vorenthalten.
Man hat ja auch so ein Tagebuch, so ein Koma-Tagebuch immer täglich geschrieben.
Ja.
Also nochmal für die Hörer wir haben mit Frankos Frau gesprochen und sie weiß, dass wir heute über sie sprechen.
Genau.
Ja.
Also ihr geht es wieder besser?
Ihr geht es wieder besser?
Hat natürlich auch einen langen Leidensweg kennt ihr sicher, mit den OP's und Reha und dazu muss man auch sagen, das ist alles in der Corona-Zeit passiert.
Stimmt ja.
Die ersten Wochen konnte ich noch zu ihr, sie besuchen, sie lag im Koma, hat nicht viel mitbekommen.
Sie hat mir selber gesagt im Nachgang, sie hat eigentlich geträumt,
eine
ganze Zeit dass ich Hubschrauber fliege.
Dass ich der Pilot bin.
Ja, wirklich.
Hallo.
Aber das ist doch eigentlich ein schöner Traum.
Das
ist ein schöner Traum.
Kann man sich nur wünschen, solche Sachen.
Ja, sie ist ja zum Glück auch heil hier gelandet dann im Endeffekt.
Also ich habe ja, oder ich tue viel, dass es ihr gut geht, auch wenn es vielleicht manchmal für sie nicht so aussieht aber ja, man macht viel.
Also
sie hat sich so entwickelt, dass sie sich, sie musste sich damit erstmal arrangieren,
weil
mit noch nicht mal 40 im Schlaganfall,
mitten
im Leben weggerissen, das verdaut man nicht von jetzt auf gleich, das dauert eine Zeit.
ich habe auch so das Gefühl, so dieses Jahr ist das erste Jahr, wo sie das besser angenommen hat wie zuvor, das war schon.
Heftig gewesen, also immer wieder, ja, nervenaufreibend.
Das
glaube ich.
Ist das
so ein Auf und Ab oder ist das ein stetiger Genesungsprozess Ist der irgendwann abgeschlossen oder ist sie noch auf dem Weg?
Ja, da gibt es verschiedene Aussagen, muss man dazu sagen.
Ich
habe mich damals mit der Oberärztin der Neurologie von rechts der ESA unterhalten.
Sie sagt, ja, es gibt sehr gute Chancen, wieder fit zu werden.
Aber so wie früher wird es nie werden.
Das ist schon, wo ich mir sage, es ist eine Aussage.
Es bringt Zuversicht Ich sage, ja, mit einer Lesion.
Was ist das?
Mit einer Beschädigung, eine Lesion Kann man leben mit der Leichten.
Aber wenn es dann was Härteres ist, das ist natürlich schon heftig.
Und der andere Arzt das war nachdem sie praktisch ihre Schädelplastik bekommen hatte, ihre endgültige jetzt, weil sie hatte einen deformierten Schädel Durch die
Läsion.
Läsion, genau.
Genau, da hat sie ihre endgültige Plastik bekommen, dass der Schäden endlich mal heilen kann, die Kopfhaut und alles, dass sie die Haare endlich wieder wachsen lassen kann.
Du hast ja gesehen, was sie jetzt für Haare hat, ne?
Schön.
Ja, es ist wirklich Curly Sue.
Da hat sie dann in der Reha in Burg, im Spreewald, Aufnahmegespräch mit dem Chefarzt, hat sie gesagt bekommen, so lange schon, das bringt nichts mehr.
Ach Gott.
Und das ist, wo ich mir sage Wie kann ein Mediziner in einer Reha-Klinik gleich von Anfang an so negativ
eine Person
beurteilen,
obwohl er
sie noch gar nicht kennt?
Ich
weiß nicht, ob er die Krankenakte wirklich gelesen hat, aber er meinte einfach nur, nach so langer Zeit, das wird nichts mehr.
Und das hat sie als Ansporn genommen, jetzt erst recht.
Ach schön.
Sie ist fleißig bei der Ergotherapie bei der Physiotherapie also die kommen nach Hause zu uns.
Sie ist ja leider nicht mehr so mobil, also Autofahren ist nicht,
linkseitig
gelähmt.
Aber zum Glück keine vollständige Lähmung des Beins also sie kann ab und zu mal ein paar Meter gehen, aber tagesformabhängig wieder.
Dann gibt es halt noch einen Rollstuhl.
Und wenn sie nicht mehr gehen kann, dann kriegt sie wie so Spastiken.
Das
kann man sich wie extreme Krämpfe vorstellen.
Also
das klingt nicht schön für eine junge Familie.
Nee, die Zukunft stellt man sich anders vor.
Vor
allem, wir haben ja hier so einen Restart, Neustart.
Genau, wir wollen jetzt neu anfangen.
Jedenfalls.
Neustart.
Neustart ja, das stellt man sich anders vor.
Man ist, wie gesagt,
Ende
30, Anfang 40, sagt, okay, man hat die Energie, man hat die Kraft.
Und das wird, das kriegen wir hin.
Und dann sowas ja.
Also
für deinen Sohn war es sicherlich auch nicht leicht.
Der Schlaganfall, Corona und dann noch der Umzug.
Also das war ja sicher ein ziemlich krasser Cut für ihn.
Also verschiedene Ereignisse, die aufeinander gefolgt sind, die muss man ja erst mal verarbeiten in dem Alter.
Wie ist er damit umgegangen?
Ja, Corona ist halt so, die Kinder konnten ja nicht so richtig sich treffen sehen.
Er hat
ja die Schule gewechselt Wir sind dann zur freien Schule gegangen mit ihm.
Haben ihn da auch extra ein Jahr praktisch zurückgestuft damit er den Anschluss besser findet.
Weil es ja doch Mitte in einem Schuljahr war oder fast kurz vorm Ende.
Und
wir so, nee, das machen wir so.
Dann ist er praktisch auf einem Level und das ein Jahr in jungen Jahren das kann man gut verkraften
Ja und die ersten paar Tage konnte er noch in die Schule gehen und dann war ja nur Homeschooling angesagt.
Kennt ja jeder, wie es damals lief und die Technik die so richtig funktioniert hat, die sich da jeder auskannte mit, da hat man auch graue Haare bekommen oder gelassen.
Ja, es ist wirklich, also jeder wurde ins kalte Wasser geschmissen, wie jetzt was funktionieren soll und so.
Aber ist er denn in Klein-Oelsa dann angekommen?
Also gab es da irgendwie?
Ja
doch, da hat er ziemlich schnell Anschluss gefunden, also in der Nachbarschaft direkt, also im
Hier in Klitten gab es auch noch, gibt es auch noch den einen oder anderen, glaube ich.
In Boxberg hat er auch Anschluss gefunden an einigen.
Also es ging schon, aber
wie
gesagt.
Ja, nee, es war halt dann Corona-Zeit, das hat aber auch jedes Kind auch richtig getroffen, dass die sich ja nicht mehr richtig sehen durften und so weiter.
Das war schon heftig.
Wo wir mal lang gehen.
Sag du.
Wie weit darfst du noch gehen?
Was erlaubt dir deine Uhr?
Meine Uhr, das ist egal, das bestimme ich.
Ich habe immer noch zu sagen, was das betrifft.
Ja, wir können ja hier beim Gut vorbei.
Genau, wir befinden uns jetzt in Jahmen.
Nur mal so zur Information für die Zuhörer.
Genau.
der Kreuzung zum Bärwalder See und gehen jetzt Richtung Gut.
Genau
Ja, okay, also er hat gut Anschluss gefunden.
Er hat doch ganz gut Anschluss gefunden, aber trotzdem Corona.
Und dann so die Sache mit der Mutter, das verändert natürlich schon ein Kind.
Und zurückgezogen, er tut mir einfach nur leid.
Hat er irgendwie therapeutische Unterstützung bekommen?
Ich habe es versucht mal beim Psychologen Kinderpsychologen.
Und bei ihm aber, er hat gesagt, alles gut, er ist stark, der hat das gut im Griff.
Ich meine mal so, man muss ja nicht immer gleich zum Psychologen rennen.
Manche Sachen, ich finde immer noch das Gespräch in der Familie oder bei den Freunden ersetzt einen guten Psychologen.
Also ich will damit die Psychologen jetzt nicht schlecht machen, aber man muss sich vielleicht mal mehr trauen, mit seinen Liebsten über die Probleme zu reden, die man hat und nicht nur über das.
Das Schöne, weil dann kann man vielleicht auch einige Sachen ausräumen, sagen, ich sehe das vielleicht so, der andere so und Psychologe hört ja nur zu.
Ja,
in
den
meisten
Fällen hört
er nur zu und man kommt selber auf die Lösung.
Ich spreche aus Erfahrung.
Okay.
Wie bist
du denn mit der Situation umgegangen?
Oder wie gehst du mit der Situation um?
Weil es ist ja noch ein Prozess.
Es ist ein Prozess der läuft und ich sage mal so, wir sind jetzt auf einem aufsteigenden Ast.
Es gab aber auch Zeiten, wo ich kurz davor war, wie man so schön sagt, die Flinte ins Korn zu schmeißen
Was heißt das genau?
Abzuhauen, wegzulassen lass doch mich in Ruhe.
Weil es doch eine hohe Belastung war.
Aber ich habe es nicht gemacht, weil ich etwas geschworen habe damals.
Bis der Tod uns scheidet, das ist einfach so.
Das gehört sich nicht.
Das sind Feiglinge, die sich dem nicht stellen.
Auch wenn die Belastung so groß ist, dass man sagt, ich ersticke oder ich kann nicht mehr.
Natürlich wäre eine Auszeit ganz gut.
Aber Auszeit bedeutet nicht, dass man sich trennt.
Sondern dass man schaut, dass man einfach mal Zeit für sich hat, um nachzudenken über die Situation.
Es gibt auch Kuren für pflegende Angehörige?
Das weiß ich.
Das weiß ich.
Ich sag mal so, aufstehen, Haare richten weitergehen.
Hattest du oder hast du Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, mit denen du dich austauschen kannst?
Weil wenn man die Erfahrung nicht gemacht hat, ist es ja oftmals schwer,
damit
zu schwingen.
Ja, es ist halt nicht alltäglich, diese Situation.
Ich meine Schlaganfälle gibt es noch und nöcher tagtäglich.
Aber gerade in den jungen Jahren oder mitten im Leben,
solche
Menschen habe ich jetzt hier nicht getroffen.
Aber es gibt ja immer wieder so Berichte, die liest oder im Fernsehen sieht, wo es dann Menschen auch trifft mit einem Schlaganfall.
Denk jetzt schlechter, viel, viel, viel viel schlechter.
Die liegen da nur noch im Bett, im Wachkoma oder, ja, sind einfach wirklich auf, ich sag mal so, auf 100 Prozent Pflege angewiesen.
Ich muss meine Frau
auch pflegen, beim Waschen helfen, beim Kochen helfen, bei allen möglichen Sachen helfen.
Wie gesagt, man wächst da rein, man wird da groß damit, man wird da wie ins kalte Wasser geschmissen.
Und sie arrangiert sich, ich arrangiere mich und, ja, bei anderen sieht es halt schlechter aus.
Und das, das klingt jetzt blöd, aber es gibt einem immer noch so ein bisschen Motivation, so nach dem Motto Glück gehabt, dass es uns nicht so doll erwischt hat.
Das ist natürlich jetzt blöd für die, die jetzt viel ärmer dran sind, ist ganz klar.
Aber irgendwo muss man sich an 'nem Sträum
hochziehen
wieder.
Aber das ist sicherlich nicht die einzige Motivation für dich oder?
Weiterzumachen, für deine Frau da zu sein, die Flinte nicht ins Korn zu werfen.
Also was sind die Sachen, die dich aus der Scheiße rausziehen?
Was erleuchtet deinen Tag oder was macht den schöner?
also deine, wie sagt man so?
Ja die Fortschritte die sie macht.
Ja, sie erzählt mir das und in voller Freude und das auch mehrfach.
Bis ich es dann auswendig kann.
Ist nicht böse gemeint aber sie freut sich halt sehr.
Und das gibt mir auch Mut, wo ich mir dann sage, super, das hat was gebracht bis jetzt.
Auch mit unserem Sohn, dass der seinen Weg jetzt geht.
Oder am Gehen ist,
nicht
auf die schiefe Bahn geraten ist.
Bis jetzt hoffe ich, dass es auch so bleibt.
Das sind so die Sachen, die mich dann motivieren.
Was macht er denn jetzt?
Mein Sohn.
Der macht gerade die Fachoberschule im Berufsschulzentrum Weißwasser.
Super.
Für Wirtschaftsverwaltung.
Und wird er dann hierbleiben?
Schauen wir mal, wie der Bayern so sagen.
Ich würde es mir wünschen, dass er hier in der Region bleibt.
Auf alle Fälle.
Nicht so wie ich.
Ich musste ja 1997 weg, weil hier keine Lehrstellen zur Verfügung standen.
Aber eben stehen jetzt alle Türen offen.
Und wenn er das schafft, ist gut.
Dann kann er entweder eine schöne Ausbildung machen oder ein Studium.
Er möchte ja gern zur Polizei.
Wir
wollen ja viele hin, also müssen wir mal gucken.
Da wünsche ich ihm alles Gute für und er wird seinen Weg auch gehen.
Ich versuche ihn so praktisch
lenken, nicht falsch die Bande zu sein.
Vielleicht auch mal wieder zu sagen, pass auf, wachgerüttelt, Junge leg das Handy weg.
Aber
ich
glaube, das Problem haben ja viele Eltern.
Und gerade, ja, das will jetzt nicht werden, Pubertät,
aber
es geht ja vorbei und am Ball bleiben.
Und ich finde es auch wichtig, dass man als Elternteil oder als Eltern überhaupt noch Interesse an dem Kind hat, auch in den späteren Jahren.
Das
haben ja nicht alle Eltern, wenn man da so die Fühler mal ausstreckt.
Woran kann das liegen?
Ach, es werden viele Ursachen haben, dass manche die Interessen da nicht mehr hinlegen, so nach dem Motto ach, kann schon gehen, wird schön.
Wenn was ist, dann wird er schreien.
Woran liegt es?
Vielleicht sind die einen sehr im Job eingebunden, aber ich sage mal so, das entschuldige ich nicht, das ist meine Meinung.
Man kann im Job eingebunden sein, sich ehrenamtlich engagieren und trotzdem noch für die Familie da sein.
Das ist halt ein Zeitmanagement.
Ob es jetzt soziale Ursachen hat, also vom Portemonnaie abhängt, glaube ich jetzt eigentlich auch weniger.
nur weil ich Geld habe, bin ich jetzt nicht besser und kann mich mehr um mein Kind kümmern.
Es gibt auch welche, die haben vielleicht Geld und kümmern sich nicht mehr um ihre Kinder, was schade ist.
Meine Frau war vor dem Schlaganfall Erzieherin
in
Bayern und die konnte sich manchmal auch im Kindergartenalter Oder Krippenalter, so Sachen hören wie, meine Erziehung überlasse ich ganz dem Kindergarten der Kita.
Nicht im Ernst.
Also die Erziehung meines Kindes überlasse ich ganz der Kita.
Und dann gehen die wieder weg.
Da ist man sprachlos.
Da
braucht man keine Kinder in die Welt setzen.
Das stimmt.
Das ist unsere
Zukunft und da müssen wir wirklich investieren und machen.
Du sagtest du warst im Außendienst tätig.
Ja.
Und das konntest du ja dann wahrscheinlich nicht mehr machen?
Jein Also ich bin erst in ganz Oberbayern gefahren und habe da für Fußbodenheizung sage ich jetzt mal so salopp,
vertrieben bei oder Architekten Bauherren, wie auch immer.
Die habe ich beraten.
Zur Corona-Zeiten... Ging es halt nicht mehr so gut.
Man kennt es ja noch, die ganzen Beschränkungen, die es gab.
Zum Glück konnte ich mich frei bewegen.
Also dieser Radius hier 20 Kilometer, den wir hier in Sachsen hatten, dadurch dass ich im Außendienst war, konnte ich mich weiter bewegen.
Das war mein Glück.
Aber ansonsten für zu Hause, ich sage mal so, die erste Zeit zum Ankommen war es gut gewesen, weil ich zum Teil auch Homeoffice hatte.
Weil ich viel per Telefon und am Rechner erledigen konnte.
Das
ist doch super, ja.
Aber wie gesagt, wenn dann die Leute, die man anrufen möchte, noch nicht mal mehr im Büro sind, selber im Homeoffice.
Ist
das
schwierig, ja.
Dann ist es schwierig, ja.
Es ist wirklich schwierig gewesen zur damaligen Zeit.
Gerade hier weil ich den Job ja mitgenommen, von Bayern hier.
Ich ja dann nicht nur Sachsen bedient, sondern eigentlich fast die ganze ehemalige DDR.
Krass.
Also ich bin hier voll Du bist hier losgefahren Ich war Mittag in Stralsund und abends war
Du bist aber ganz schön zügig
gefahren.
Nö.
Nee, nee. Nur tief geflogen.
Okay.
Da, wo es ging natürlich.
Ja, ja klar.
Ist klar.
Ich wollte auch wieder heil wieder ankommen.
Ich hatte, habe ja auch Verpflichtungen.
Ja, aber dann mit der Zeit, es war halt dann, kranke Frau zu Hause.
Auf
diese Touren.
Das ist wie der Spagat.
Ja ja.
Und es hat mich dann veranlasst das an den Nagel zu hängen und hier einen Job zu suchen.
Und
auch, habe ja gefunden, in der Gemeindeverwaltung.
Genau.
Wo
bist du da genau?
Im Gebäudemanagement.
Ah, okay
Also.
Was
beinhaltet das?
Ja, die Gebäude der Gemeinde der Gemeinde Boxberg.
zu unterhalten, aber nicht als Hausmeister,
sondern
schauen, dass es wirtschaftlich passt, dass es
wenn
Wartungen sind, dass die durchgeführt werden oder Reparaturen, dann Begehungen machen, Sicherheitsbegehungen.
Sicherheitsbeauftragter bin ich auch noch nebenbei von der Gemeinde.
Muss man dazu eine separate Ausbildung oder so einen Lehrgang machen?
Da hat man so einen Lehrgang bekommen, den meisten habe ich noch gemacht, genau.
Ist aber nur ein Tageslehrgang.
Und worauf bezieht sich das, Sicherheitsbeauftragter?
Im
allgemeinen Arbeitsschutz.
Arbeitsschutz okay.
Also da geht es eigentlich nur darum, mit offenen Augen mal lang gehen und schauen, ist das okay, könnte der da runterfallen oder könnte er sich verletzen oder wie auch immer.
Also man geht davon aus, dass alles sicher gemacht wird und man geht nicht davon aus, dass die Leute selber die Augen aufmachen.
Ja, aber Arbeitsschutz geht jeden an.
Das will jetzt nicht jeder hören.
Aber Arbeitsschutz geht wirklich jeden an und jeder Arbeitnehmer ist da verpflichtet, sobald es gegen den Arbeitsschutz geht, die Hand zu heben und zu sagen, so nicht.
Chef, das musst du abstellen.
Ich brauche, weiß ich, neue Sicherheitsschuhe oder ich bräuchte erstmal Sicherheitsschuhe oder Handschuhe für den Augenschutz.
Das ist nur salopp gesagt.
Das ist im Büro natürlich anders wie auf den Baustellen oder auf dem Bauhof.
Wo kann ich mich denn informieren, um rauszufinden, was für meine Arbeitsstelle eine angemessene... Ein angemessener Arbeitsschutz wäre?
Also die Unfallkasse Sachsen zum Beispiel, informiert darüber, oder man geht zu seinem Sicherheitsbeauftragten.
Und wenn er nicht mehr weiter weiß, dann geht er zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, zur SIFA.
Und jedes Unternehmen braucht so einen Arbeitssicherheitsbeauftragten?
Egal, wie groß das Unternehmen ist?
Jein.
Bei ganz kleinen Unternehmen fällt das weg.
Da ist der Chef dann selber der Sicherheitsbeauftragte.
Weil
das ist überschaubar für ihn.
Das fängt dann erst ab einer gewissen Größe an.
Aber da bin ich jetzt leider, das
müsst jetzt nochmal nachlesen.
Aber es ist eine
gewisse Größe die man braucht, wo ein Sicherheitsbeauftragter eigentlich vorgeschrieben ist von der Unfallkasse Sachsen um einfach die Last vom Chef abzunehmen.
Sagen, okay, hier ist noch ein Angestellter, der macht das ehrenamtlich.
Und unterstützt praktisch mit seinen... Mit seinen Taten den Chef, bei den ganzen Sachen, genau.
Aber du bist nicht für das betriebliche Gesundheitsmanagement zuständig?
Nö.
Das ist separat da sind ja auch Arbeitsschutz im weitesten Sinne, oder?
Genau.
Ich meine, natürlich, das ist ja ... Das verzahnt sich.
Wenn ich jetzt sehe, da trinkt einer Alkohol während der Arbeitszeit.
Dann sag ich, ich würd's nicht machen.
Ist nicht erlaubt.
So, verbieten darf ich's ihm nicht.
Als
Sicherheitsbeauftragter
Ja ich darf nur hinweisen, wenn Fremdfirmen kommen, dann darf ich schon sagen, nee, mit der Leiter
Hatte auch schon, mit so einer alten DDR-Leiter wollten die bei uns arbeiten.
Geht nicht, gibt's nicht.
Die ist nicht geprüft.
Wenn du hier runterfällst, haben wir Mitverantwortung weil wir dich beauftragt haben, oder die Firma.
Also kannst du hier mit dieser Leiter nicht arbeiten bei uns.
Bitte besorg dir eine geprüfte Leiter oder wir stellen dir eine geprüfte Leiter zur Verfügung.
Und das auch, dann muss aber geprüft sein.
Und du bist dafür zuständig, dass diese Leitern alle geprüft sind?
Nee, das die SIFA macht das.
Die SIFA?
Die
prüft die Leitern und ich bin dabei und gucke mit oder trage die Leitern mal mit ran, das ist ja nicht das Problem.
Also ich bin eigentlich nur so der Hinweisgeber, ne, also ich kann den Arbeitnehmern nicht vorschreiben, ob sie es zu machen oder zu lassen haben.
Ich kann nur hinweisen, ich würde es nicht machen, wenn was passiert, die Unfallkasse zahlt nicht.
Und dann bist du, im schlimmsten Fall musst du selber dafür zahlen, weil du es ja grob fahrlässig oder ja, verletzt hast.
Okay.
So, einmal hier lang, da lang.
Da lang?
Ja.
Gehen wir da lang.
So.
Einmal mit dem Maximilians-Teich rum.
Also ich versuche das auch nochmal zusammenzufassen.
Die
Unternehmen brauchen einen Sicherheitsbeauftragten
Genau, ab einer gewissen Größe.
Ab
einer gewissen Größe, der darauf achtet dass die Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden, die man bei der Unfallkasse einsehen kann.
Und der Mitarbeiter kann schauen, welche Arbeitsschutzmaßnahmen eigentlich getroffen werden müssten.
Und wenn die nicht getroffen sind, seinen Arbeitgeber darüber informieren?
Er muss schauen.
Er muss
schauen?
Er muss schauen.
Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, einen Arbeitsschutz einzuhalten und auch zu melden wenn ein Arbeitsschutz nicht eingehalten wird.
Ich bin so das Bindeglied zwischen Chef und Angestellten und vielleicht die ausführenden Firmen und selber, jeder Arbeitnehmer ist trotzdem noch für den Arbeitsschutz, selber für seinen
Wenn er es nicht macht und es passiert was, haftet nicht der Chef, sondern der Mitarbeiter selber.
Okay.
Genau.
Also, liebe Mitarbeitenden, bei der Unfallkasse mal gucken, welche Arbeitsschutzmaßnahmen für den jeweiligen Arbeitsbereich zu treffen sind.
Genau, da muss noch eine Gefährdungsanalyse geschrieben werden, die muss vom Vorgesetzten also vom Chef erarbeitet werden oder
Und dann werden solche Gefährdungsanalysen oder Urteilungen erstellt.
Das sind
die ganzen Tätigkeiten, die ein Angestellter macht.
Das steht da meistens in der Stellenbeschreibung drin, wofür er eingestellt wird.
Und dann schaut man bei der Unfallkasse zum Beispiel nach, okay, der ist jetzt Staplerfahrer, was für Gefahren sind da?
Und das muss dann festgehalten werden.
Und der Schreibtisch steht da?
Der Schreibtisch steht da ja.
Da ist aber auch ein bisschen was.
Ja, natürlich, die Entfernung vom
Schreibtisch also der Bildschirm
Bildschirmhöhe
bzw.
Schreibtischhöhe.
Ausrichtung
vom Bildschirm zum Fenster, auch ganz wichtig.
Das ist das Vergessene meistens.
Und
Platz zum nächsten Kollegen muss eingehalten werden.
Und man darf auch nicht zu nah am Fenster sitzen und zu wenig Bewegungsfreiraum haben.
Also ich glaube, einmal mit dem Stuhl drehen reicht nicht aus.
Also Besenkammer ist nicht, ne Genau.
Ja,
da gibt es verschiedene Vorschriften, die ändern sich immer wieder.
Also... Ich kriege die Infos meistens, entweder lese ich bei der Unfallkasse nach, weil gerade irgendein Fall ist, dann weise ich darauf hin, die Mitarbeiter, beziehungsweise den Chef.
Und wie es dann umgesetzt wird, ich sage mal, melden macht frei und
belastet
den Vorgesetzten.
Das ist ein alter Spruch von der Bundeswehr, der zieht immer.
Es ist so.
Also du
warst auch bei der Bundeswehr?
Wie lange und wo?
Unten in Bayern wahrscheinlich?
Unten
in Bayern, genau.
Ich war 14 Jahre Soldat also Soldat auf Zeit.
Soldat auf Zeit, okay.
Jetzt bewegen wir uns ja wieder in unsichere Zeiten.
Würdest du nochmal zum Bund gehen?
Unabhängig von deiner familiären Situation?
Jein.
Ich sage mal Jein.
Weil?
Also es
ist ein gravierender Themensprung jetzt.
Es ein gravierender Themensprung, ja.
Also ich persönlich hatte viele schöne Momente bei der Bundeswehr, aber auch tragische und prägende Momente.
Warst du auch im Auslandseinsatz?
Ich war einmal in Afghanistan und ja, genau, das ist der prägende Punkt
Das dachte ich mir, ja.
Genau.
Magst du darüber reden, oder?
Kann man machen, ja.
Ich habe es gut verdaut.
Okay.
Ja.
Was soll ich erzählen?
Naja, wenn du magst.
Ja, ja, ich, wie vorhin schon angesprochen, ich bin Sanitäter gewesen bei der Bundeswehr oder bin ja immer noch im Status des Reservisten.
Aber
ich bin kein aktiver Reservist.
Aktiver Reservist ist man nur, wenn man seine Wehrübungen macht.
Davon habe ich aber Abstand gehalten, weil ich zum damaligen Zeitpunkt, wo ich mich gegen diese aktive Rolle im Reservedienst entschieden habe, genug hatte von der Bundeswehr.
Ich brauchte Abstand.
Ja, weil es doch prägende Momente gab und Afghanistan?
Ja, also wie gesagt, ich bin Sanitäter gewesen oder immer noch.
Also im Herzen legt man das ja nicht ab.
Das ist man immer noch.
Hätte ich nie gedacht, dass ich vor zehn Jahren hätte ich nie gesagt im Herzen.
Aber es ist einfach so.
14 Jahre streicht man einfach nicht aus dem Gedächtnis.
Ich war als Sterilisationsassistent eingesetzt.
Sterilisationsassistent?
Was oder wen hast du sterilisiert?
Das Instrumentarium im OP.
Okay.
Habe aber ganz verschobene Arbeitszeiten gehabt.
Also die normale Dienstzeit, was ich früh um sieben bis nachmittags um vier und dann Dienstunterbrechung.
Da bin ich meistens erst um vier hin und habe dann erst gearbeitet, weil ja die OPs vorbei waren.
Und ich habe dann im OP die Instrumente gereinigt und sterilisiert verpackt und dem OP wieder zugeführt.
Das macht man vielleicht eine Woche, so diesen Trott, dass man sagt, hey, super, ich brauche erst um vier da sein.
Aber wenn man das Camp dann auswendig kennt, wo
alle anderen Arbeiten sind dann
geht man trotzdem rüber und dann hilft eine Notaufnahme mit.
Dann hilft man bei der Radiologie mit beim Röntgen.
Dann hilft man im OP mit.
Ganz
kurz, also du warst als Sanitäter in Afghanistan und wenn ich das jetzt höre, gab es ein absolut voll ausgestattetes Krankenhaus, in dem du gearbeitet hast
Richtig,
richtig.
Also das Krankenhaus, was wir hatten, das nannte oder nennt sich Rettungszentrum.
Da gibt es ein Rettungszentrum Leicht, ein Luftlanderrettungszentrum und das Rettungszentrum an sich.
Und da gibt es dann natürlich verschiedene Variationen noch.
Ich war in so einer abgespeckten Version von einem Rettungszentrum.
Wir hatten einen Notfallversorger, also einen Schockcontainer, Radiologie, Labor, OP mit Steri also OP mit Steri sind wir zusammen.
Zahnarzt hatten wir auch da, eine hatten wir noch gehabt, also Pflegebetten.
Aber nicht viele.
Also wir waren ein kleiner Posten.
Feisabad nannte sich das.
PRT, wo ich damals war, das Camp.
Und das nächstgrößere war dann in Masar-e-Scharif.
Da waren dann auch Psychologen da, Tierärzte, Kieferorthopäden etc.
Also eine Nummer größer halt.
Man splittert das auf, man hat was Großes und es geht immer kleiner.
Und von der Verfügbarkeit und natürlich ganz draußen am Feld oder im Feld selber waren die beweglichen Arzt-Trupps mit unterwegs.
Das ist praktisch.
Ein Notarztfahrzeug, geländegängig.
Also ein Notarztfahrzeug nenne ich...
Also so wie wir es hier kennen, die Rettungssanker?
Auf Unimog-Basis oder auf Häglund-Basis.
Also wirklich ein Geländefahrzeug Geländefahrzeug,
genau.
Oder halt TPZ, also ein Transportpanzer oder Dingus gab es auch, also diese großen schweren Rad gepanzerten Fahrzeuge.
Und ja die sind dann vorne mit drin und bringen die Verletzten rein, beziehungsweise wir hatten auch Sprechstunde
Also ihr hattet einen Dolmetscher dabei immer
Wir hatten mehrere
Dolmetscher, ja.
Und die haben sich dann praktisch da verarzten lassen, also da, wo dann die... Örtliche Klinik dann nicht mehr weiter wusste.
Spezialfälle, die wurden an uns überwiesen.
Oder manchmal auch Notfälle.
Gab es auch, also mitten in der Nacht auf einmal, geht's fertig, muss man raus und dann Leute
operieren.
Etc. pp. Und da hat man vieles gesehen, wirklich.
Nichts Normales, also nicht wie hier in Deutschland.
Ich kann von einem
Afghanen erzählen, der ist in eine Jauchegrube gefallen, hat sich beide Füße gebrochen.
Sprunglenk.
Ja.
jetzt rede ich weiter.
Jetzt ist die Autos vorbei.
Jedenfalls der ist in eine Jauchegrube gefallen.
Beide Sprunglenke gebrochen Und diese Wunde, die hat sich, oder beide an beiden Füßen, hat sich so entzündet.
Ein Mensch aus Mitteleuropa sag ich jetzt mal, der wäre schon längst 1,80 Meter tief gewesen.
Ja.
Der hat immer noch gelebt, der hat immer noch weitergemacht.
Also er hat keine Blutvergiftung gehabt, obwohl das alles gegammelt hat, das ganze Fleisch.
Das hat gestunken.
Also jedes Mal, wenn der kam, danach haben wir erst mal richtig geliftet aber so richtig.
Das war schon ekelig.
Und was
habt ihr denn da mit dem gemacht?
Ja
behandelt.
Nein aber
was konnte man denn da machen?
Also wenn du sagst das Fleisch hat gegammelt.
Das
gammelige Fleisch rausschneiden und heilen lassen und versuchen, dass das wieder zusammenwächst.
Das ist ein Prozess, der geht da nicht von jetzt auf gleich mit einem Pflaster draufkleben, sondern das sind ein paar Wochen, ehe sowas wieder zerweckt
Aber wenn er natürlich normal wieder arbeiten geht und wer weiß auch wo, dann gibt natürlich die Möglichkeit nicht, das ausheilen zu lassen.
Die hygienischen Umstände da sind ja nicht vergleichbar mit hier, muss man einfach mal sehen.
Das ist ja, die leben in ihren Hütten mit den Ziegen oder den Eseln zusammen, ja,
so
wie man es kennt, wie man es im Fernsehen mal sieht, ja, das ist so
So ist es wirklich?
Das ist so.
Okay.
Ich hätte jetzt sehr, sehr viele Fragen.
Ja komm, raus
damit.
Wirklich
Okay.
Ich kann auch langsamer gehen.
Ja, also ich versuche, mich zurückzuhalten Ich laufe hinter dir, weil ich denke, ich muss dich einbremsen, weil alle immer sagen, ich laufe zu schnell.
Ach so.
Ja und du
rennst davon.
Okay.
Ja, bin
wie so ein alter Diesel.
Die ersten Meter bin ich schleppend und dann laufe ich.
Alles
gut, alles
Aber das war schon immer so
gewesen.
Also, du warst dort unten, bist nach Deutschland zurückgekommen und jetzt sind ja die Truppen abgezogen worden.
Hast du das Gefühl, dass der Einsatz tatsächlich was gebracht hat dort unten?
Also, wo ich das gesehen habe... Und mir das
weiter fortführen müssen?
Nein Also... Nein ...humanitäre Hilfe?
Ja, das ist jetzt, ich sage mal so, für die Soldaten die da unten... Oder da drüben unten ist es, ich weiß ist da drüben, weit im Osten, kurz vorm Hindukusch, die
da mit dem Schaden zurückgekehrt sind oder gar nicht mehr zurückgekehrt sind und auch die Angehörigen, die praktisch dann dort runter leiden, ist es ein Schlag ins Gesicht gewesen, muss man so sagen.
Und ich selber auch, fand es auch nicht, die Art und Weise, wie es gemacht wurde, hoppla hopp, ein wenig unüberlegt, aber wie gesagt, sind Sachen dabei gewesen, vielleicht
Es ist aber trotzdem schrecklich, wie man es ansehen musste.
Wie da der Flughafen da gestürmt wurde, die Leute.
Hast du das von hier beobachtet?
Ja, war schon zu Hause.
Da war ich schon eine Weile zu Hause.
Hab das gesehen und dachte, meine Fresse, das kann doch nicht sein.
Wozu?
Natürlich gab es noch diesen Spruch, wir verteidigen Deutschland beim Hindukusch.
Was soll ich denn dazu sagen?
War
das ein Grund, warum du dich gegen einen aktiven Reservisten Posten in Anführungsstrichen entschieden hast?
Auch.
Das war ja vor mir gewesen.
Ich bin ja vorher raus aus der Bundeswehr, bevor Deutschland oder alle NATO-Soldaten den Rückzug angetreten haben.
Und war schon eine Weile Zivilist.
Genau.
Aber es gab dann noch andere Punkte, was auch die Versorgung betrifft und Ausrüstung und etc. Da wird immer nur geredet.
Und ehe dann was ankommt, das dauert halt noch.
Ich meine, mal gucken, wie es jetzt wird.
Aber es würde mich trotzdem nicht dazu umstimmen, jetzt zu sagen, ich unterschreibe und gehe da nochmal hin.
Okay.
Was macht denn ein Reservist eigentlich?
Der hält sich in Übung Der ist ja schon mal Soldat gewesen, aktiv.
Also man kann nur Reservist werden, wenn man bei der Bundeswehr gedient hat.
Oder könnte ich jetzt sagen, ich möchte Reservistin werden?
Du kannst auch Reservist werden.
Jeder von uns, der wehrtauglich ist, kann Reservist werden.
Was heißt das genau, wehrtauglich Muss ich das zum Arzt und mich checken lassen
Genau
da gibt es einen Trupparzt, beziehungsweise früher gab es ja die Kreiswehrersatzämter, Amtsarzt, so die Ebene.
Und die schauen, ob da irgendwelche Beweggründe dafür oder dagegen sprechen.
Und
dann wird man entweder für tauglich oder nicht tauglich geschrieben.
Und auch bei der Tauglichkeit gibt es dann noch Abstufungen.
T1 ist vollumfänglich, T2 mit Einschränkungen, T3 bedingt und T4 ist wie ausgemustert.
Das ist so
auf
dem Abstellgleis.
Und ja, also kann sich eigentlich jeder bewerben.
Und was ich auch noch sagen wollte, ich habe meine 14 Jahre jetzt bei der Bundeswehr rum, aber dennoch finde ich es wichtig.
Und auch richtig, die Wehrpflicht doch wieder einzuführen.
Ja, warum?
Warum?
Ich sage mal, so ein bisschen Grund und Ordnung, ein bisschen Respekt Mitmenschen kann man dort wunderbar lernen.
Und sich auch...
Vielleicht ist es blöd, klingt vielleicht blöd, aber es gibt halt... Die Jugend ist halt anders geworden.
Das sagen vielleicht die Älteren über uns damals schon, wo wir jung waren.
Aber es hat nicht jedem geschadet, Wehrpflicht zu machen.
Wehrpflicht bedeutet ja nicht gleich Auslandsentsatz.
Und im Endeffekt wenn es hart auf hart kommt, was wir alle nicht hoffen, was ich nicht will, und das soll bitte auch nie kommen, und der Verteidigungsfall eintritt,
dann wird eh jeder gezogen Oder jeder begutachtet und dann wird entschieden, kann er gehen oder kann nicht.
Ob er will oder nicht.
Steht das irgendwo geschrieben oder denkst
Das ist im Grundgesetz
verankert.
Das ist in der Landesverteidigung.
Aber wozu brauche ich denn dann die Bundeswehr, wenn sowieso jeder gezogen wird?
Wir brauchen Leute, die es schon mal können.
Wir brauchen eine aktive Truppe.
Wir brauchen Profis
Glaubst du wirklich, dass der
nächste Krieg mit Menschen gemacht wird?
Ich hoffe nicht.
Also ich meine jetzt wirklich, dass
Menschen gegen Menschen kämpfen.
Ich meine, wir sehen das in der Ukraine, dass das so ist und in Afrika immer noch und so überall.
Aber glaubst du nicht, dass es andere Mittel der Kriegsführung mittlerweile gibt?
Die
wird ja schon tagtäglich durchgeführt, wenn man sich mal die Nachrichten anschaut.
Was meinst da genau?
Wirtschaftskriege, Handelsambargo,
Sanktionen
etc. Also Zölle, das ist auch eine Form des
modernen
Krieges
Dann
kriegst du dann Cyberkriege.
Dass dann irgendwelche Server abschmieren.
Ist einfach so.
Aber wozu brauche ich denn dann die Truppe, wenn es sowas eh schon gibt und wenn die eh alle eingezogen werden können?
Warte mal.
Ja, wir gehen jetzt erst mal was trinken.
Wer hatten da in diese Tonne das reingebrannt Familie Piesker und die Herze.
Das war Franco.
Selber?
Mhm.
Krass.
Im Dunkeln ist es noch schöner.
Das
glaube ich.
So.
Wahnsinn.
Das kriegt man gar nicht mit.
Wenn man so läuft, was man so abgelaufen hat.
Wenn man sich unterhält, dann kriegt man es gar nicht mit, was man so... Wo man überall schon entlang gelaufen ist.
Das wollte ich jetzt sagen.
Ja.
So.
Wollen wir anknüpfen an das Thema?
Ja, bitte.
So, fangen wir noch mal von vorne an.
Warum braucht es eine Bundeswehr, wenn die Zivilbevölkerung im Kriegsfall eingezogen wird?
Wir haben ja nur gewisse Truppenstärken.
Wir sind jetzt um die 200 Mann.
280 sollen es werden.
280.000?
280.000, ja.
Okay.
Genau, 1.000.
Das ist zu wenig, wenn man sich sieht, wenn man mal anschaut, wenn jetzt wirklich ein Konflikt passieren sollte, dann sind 280.000 Mann ist schon mal was.
Aber wenn dann 500.000 ankommen, also das Doppelte oder mehr, dann ist man halt unterlegen.
Man möchte sich ja nicht ergeben und sagen, hier, mach, was du willst.
Wir gehen jetzt.
Wir lassen uns jetzt von euch befehligen.
Es ist Landesverteidigung und das Land muss verteidigt werden im Ernstfall.
Und auch wenn man mit dem einen oder anderen vielleicht nicht einhergeht, aber wenn jetzt einer zu dir nach Hause kommen sollte und sagt, ich bin jetzt hier.
Und du tanzt jetzt nach meiner Pfeife.
Also er besetzt dich, er besetzt das Haus.
Fändest du ja nicht okay, ne?
Nee der wird links und rechts eine geklatscht
kriegen.
Aha, da bist du aber eins gegen eins.
Du kannst dich ja wehren mit den Händen und Füßen.
Kratzen beißen und sowas.
So Mädchen machen.
Das war jetzt Spaß gewesen.
Das war jetzt Spaß.
Das ist ein sehr schönes Bild.
Das
ist nur Spaß.
Und wenn jetzt zwei, drei Leute ankommen sollten, hast du keine Chance.
Was machst du?
Dann bist du auch nicht glücklich.
Und
das muss man auch so in etwa betrachten Wir in Deutschland oder jedes Land brauchen irgendwo eine Verteidigung, dass die nicht von einem anderen Land überrannt werden.
Und dass da gesagt wird, du machst jetzt das, was ich will.
Das will ja keiner.
Man möchte irgendwo frei in seinem Land leben, in seinem Haus leben.
Die gewohnten Sachen machen.
Was natürlich auch immer wieder mit Veränderungen im eigenen Land da ist, das ist ja ganz normal.
Und ja, wir haben ja die demokratische Grundordnung und das ist auch gut so.
Und wenn ich mir überlege, wenn andere Länder das nicht haben und marschieren jetzt da, weiß ich, in ein demokratisches Land ein, als
Ja, dafür, also das möchte ja keiner.
Also Monarchie hat man auch abgeschafft.
Die Diktatur hat man hier auch gehabt.
Gibt zweimal sogar, wenn man es mal genau nimmt,
hier
bei uns in der Region.
Und sich dagegen wehren einfach.
Man muss ja sich wehren können.
Also wehrhaft
bleiben.
Wehrhaft
bleiben.
Und das ist das, wofür ich da plädiere.
Nicht angreifen, sondern wehrhaft bleiben.
Die Schweiz ist das beste Beispiel.
Die haben ja gegen ein fremdes Land in den letzten Jahrhunderten glaube ich, keinen Krieg geführt.
Sie sind neutral?
Sie
sind neutral und haben sich, wenn dann, verteidigen sie sich.
Ich
meine, neutral wäre manchmal vielleicht auch schön, wenn man sich nicht überall mit einmischt.
Aber es ist halt so, wie es jetzt momentan leider ist.
Trotzdem muss man wehrhaft bleiben.
Und
findest du es richtig, dass auch Frauen in der Bundeswehr aktiv sind und sollten auch die zur Wehrpflicht eingezogen werden?
Ja, da gibt es geteilte Meinungen.
Ich bin da auch ein bisschen zwiegespalten drin.
Auf der einen Art ja, weil gleiches Recht für alle.
Auf der anderen Art kann man auch dieses Argument bringen, das habe ich jetzt von einem Bekannten gehört.
Frauen sollten eigentlich, sind dafür da, zu Hause auch sich um die Kinder zu kümmern und um das Rechte zu schauen und auch für den Nachwuchs da.
Die Männer müssen praktisch dann in den Krieg ziehen oder das Land verteidigen Das meine ich mit.
Kann man so sehen, finde ich jetzt auch, da bin ich auch wieder, naja, das klingt ein bisschen altmodisch, weil Frauen
Bei der Sanität gibt es ja schon, ich glaube, seit den 80er oder 70er Jahren gibt es ja schon Frauen und in die kämpfende
Also ob die Wehrpflicht jetzt sein muss für Frauen, ich bin der Meinung, Frauen sollten genauso angeschrieben werden wie Männer.
Sollten genauso gefragt werden.
Und wenn es die Wehrpflicht gibt, sollte es automatisch wieder diesen Zivildienst geben?
Ja, auf alle Fälle.
Also das eine nicht Ganz wichtig Oder das andere.
Ganz, ganz wichtig, weil man hat ja gemerkt, wo der Zivildienst weggebrochen ist, muss man wirklich so sagen.
Da gab es jetzt auf einmal ein Riesenloch in den Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.
Wer bringt jetzt die Schwachen und Alten zur OP oder zum nächsten Arztbesuch?
Oder wer bringt das Essen ans Bett oder wechselt man die Betten und etc.?
Das sind ganz kleine Aufgaben, die sind weggefallen, die erledigt wurden.
Jetzt wurde das dann auf die normalen Pflegekräfte wieder delegiert.
Oder die müssen es machen, mussten es ja vorher auch machen, aber die hatten halt eine Hilfe bei sich.
Und eine kostengünstige Hilfe.
Und das ist so ein Dienst am Land, muss man mal sagen, für die Gesellschaft.
Für
die Gesellschaft.
Klingt vielleicht besser als fürs Land, weil manch einer stößt da immer so drauf.
Fürs Land.
Wichtiges... Das Dienst an der Gesellschaft, finde ich.
Das wurde damals auch ein bisschen verpönt, was eigentlich falsch ist.
Also jeder Zivildienstleister damals, wenn es wieder kommen würde, hat genau den gleichen Respekt zu verdienen, wie ein Soldat.
Also das ist auf alle Fälle, ja.
Lassen
wir uns überraschen, wie sich das entwickelt.
Ja, lassen wir uns wirklich überraschen, weil das ist spannend.
Ich
hoffe natürlich nur das Beste.
Bin ich wirklich, wie jeder andere auch.
Und
nochmal
ganz kurz zu diesen Reservisten zurück.
Also wenn ich Reservistin werden würde, müsste ich mich, genau wie wenn ich Reservist werden möchte, erstmal bei einem Amtsarzt melden und der würde sagen...
Nö du gehst erstmal... Im Internet gibt es die Seite reservisten.de zum Beispiel.
Irgendwie so heißt die.
Da gibt es alle Informationen, wie man Reservist werden will.
Also ich bin da nicht so firm drin, aber weil ich mich ja nicht mehr melden muss.
Aber... Der Weg ist so, dass man dann praktisch angeschrieben wird von einem Reservistenverband oder von einer
So eine Grundausbildung, wie bewegt sich ein Soldat im Wald oder im Feld oder außerhalb der Kaserne.
Und auch in der
Kaserne mit Grußpflicht etc. Formaldienst auch wichtig.
Das ist, dass es mal gesagt wird, das kann die Deutsche nicht, die jetzige Armee, aber doch, ich finde das
Okay.
Ja
es gibt so manche Aussagen, die man so hört oder hörte damals.
Also stramm stehen gehört sozusagen zum Bund dazu?
Ja.
Ja
Das
ist ein bisschen Selbstdisziplin.
Sich hinten
anstellen und einfach mal hören, zuhören.
Und dann, auch wenn man was zu sagen hat, das für sich behalten.
Das ist nicht jedermanns Sache.
Ich hatte damals auch Wehrpflichtige bei mir in meiner Einheit, die ich dann auch betreuen durfte oder die ich dann unter mir hatte als Vorgesetzter.
Und merkt man schon vom Bildungsniveau her, dass man Abiturienten gerade hat.
Weil die denken mit, die machen den Mund auf und die wollen ihre Meinung sagen.
Und das ist erstmal bei der Bundeswehr steht Kranz am Anfang erstmal hinten an.
Die darf man gerne haben, die eigene Meinung, aber die will nicht jeder sofort hören.
Okay.
Verstehst du?
Ja, ich
verstehe.
Wie gesagt, wenn dann der Zugführer redet oder der Gruppenführer redet Hat der andere einfach mal Sendepause.
Das geht.
Das kann man sich nicht vorstellen.
Es ist ja
kein
Kindergarten.
Weil da jemand schwächer in der Gruppe ist oder weil man einfach Bock auf Mobben hat.
Das ist aber ein gesellschaftliches Problem.
Die Bundeswehr ist immer ein Spiegel der Gesellschaft.
Interessant.
Weil gerade zur Wehrpflicht, wo die Wehrpflicht noch da war, da waren ja aus allen Gesellschaftsschichten, waren ja Menschen auf einmal ins Wehrdienstleister da.
Ob
die Eltern Sozialhilfeempfänger waren, Ob der Vater eine Yacht hatte, ein Konzernchef ist, ich hatte
Das spielt dann keine Rolle.
Das kommen wirklich alle in einen Topf.
Da spielt es gar keine Rolle, was man vorher gemacht hat erst mal in der Grundausbildung.
Ja, es ist wirklich der Spiegel der Gesellschaft.
Da ist erst mal alles drin.
Wenn er körperlich und geistig erst mal in Lage ist.
Und wenn dann einer irgendwann später das missbraucht oder missbrauchen sollte, dann hat es dann irgendwo mal ein Ereignis bei ihm selber gegeben.
Oder vielleicht hat es bei ihm...
Ich weiß es nicht, ich bin kein Psychologe.
Aber
Menschen verändern sich auch mit der Zeit.
Manche bleiben relativ konstant gleich, aber manche wachsen mit den Aufgaben, manche können es nicht.
Menschen ändern sich ja zum Teil.
Und so ein Macht... Wenn man Macht bekommt, es gibt ja so ein Experiment, damals war auch im Film die Welle.
Ja, ja, sehr spannend.
Und da ist es
auch gut beschrieben oder man sieht es ja auch in einem Film, was Macht aus einem Menschen macht.
Und das sind Sachen, die sind in einem drin, die merkt man gar nicht, die sind dann auf einmal da.
Und da, wie gesagt, kann's ja jeden erwischen.
Ja, okay.
Was ist Heimat für dich?
Heimat?
Heimat.
Bundeswehrdeutsch oder normales Deutsch?
Wie auch immer du antworten möchtest
Ja also
damals wollte ich heimatnah versetzt werden, weil ganz Deutschland ist Heimat.
Ach, okay.
Ja so.
Aber ich sehe hier wirklich die Region, wo wir uns hier befinden.
Das
ist wirklich meine Heimat.
Egal ob jetzt hier in Klein-Oelsa bin, in Boxberg, in Reichwalde in Nochten oder auch auch Mücka oder Rietschen, das ist Heimat.
Das ist wirklich, ja, da kriege ich Gänsehaut.
Ich bin halt wieder froh von 1997 bis 2000, muss man einfach mal durchrechnen, wie viele Jahre ich hier weg war, dann wirklich endlich wieder hier zu sein und sesshaft geworden.
Von 1997 bis 2020?
Bis 2020, und das ist Heimat, also auch die Bräuche, eine Vogelhochzeit, also in Bayern gab es
Ich
habe
dann diese Vögel gebastelt aus Hefeteig oder meine Frau, Hexenbrennen haben wir eine Feuerschale gemacht, ich weiß nicht, Feuerschale wo haben wir die kleine, die
Das ist ja süß.
Ja, das sind Bräuche, das ist Heimat, auch Essen ist Heimat,
obwohl
ich jetzt aufpassen muss.
Und natürlich auch Menschen, der Dialekt, der ja bei uns auch einzigartig ist muss man mal sagen, Dialekt ist immer einzigartig das war jetzt dumm eigentlich.
Nee, aber manche sind ja besonderer als andere.
Das
ist richtig, aber unser Dialekt ist halt, das hört man sofort raus.
Absolut war in München.
Auf einer Baustelle gewesen, da haben wir ein Ärztehaus umgebaut.
Ich bin Heizungsbaumeister.
Also nach der Bundeswehr habe ich meinen Heizungsbaumeister gemacht und habe da als Projektleiter gearbeitet.
Eine Zeit lang.
Und dann hat man eine Baustelle gehabt.
Da bin ich zur Bauberatung hin und habe mir das angeschaut.
Und dann irgendwann kam dann der Elektriker, der hat seinen Vertreter hingeschickt und der hat die Gusche wie hier gehabt.
Ich so, wo kommst du näher eigentlich?
Gegenseitig haben wir uns angesprochen.
Aus Mühlrose.
Ja, das ist Heimat,
wo
man Heimat auch verlieren kann.
Also das Thema Tagebau, wenn man es mal genau nimmt.
Und zu den ersten Lebensjahren haben wir auf Reichwalde Schäferei gewohnt Und bis zur Ausreise.
1985 sind wir herausgereist.
Und also bis knapp zur Ausreise 83 sind wir dann nach Weißwasser gezogen.
Und dann haben wir am Wochenende sind wir immer noch auf die Schäferei gefahren.
Und da habe ich eigentlich meine Kindheit, so meine ersten Schritte gemacht.
Und das ist ja weg.
Das ist ja wieder zugeschüttet, das ist ja wieder rekultiviert.
Aber ja, das kann man auch heimatverlieren.
Und wie fühlst du dich wenn du daran denkst oder wenn du da mal bist?
Also an dem Ort selber war ich nicht gewesen.
Nie mehr.
Also man kann jetzt wohl wieder hinfahren, habe ich mal gesehen irgendwie.
Und auf der Karte habe ich es gesehen, dass es wieder, auf dem Satellitenbild habe ich es gesehen, dass es wieder gemacht wurde und wieder rekultiviert wurde.
Aber wie denke ich jetzt darüber nach?
Es ist so ein bisschen wehmütig muss man schon sagen.
Es ist halt doch Kindheit gewesen.
Ich meine von 0 bis 5 kriegt man jetzt nicht wahnsinnig viel mit.
Da hat man eher so die Bilder, die man dann später noch sieht.
Aber auch so ein paar Sachen bleiben so ein bisschen hängen.
Ja.
Was man so ein bisschen getrieben hat als Vorschulkind, muss man mal so sagen, als Kindergartenkind.
Und
was meinst du mit Ausreise?
Damals DDR.
Wir
sind in den Westen ausgereist.
Nicht abgehauen, sondern mit Antrag.
Ach krass.
Das
würde mich jetzt schon mal interessieren.
Wie ist abgelaufen?
Wie geht es dir?
Warum bist du dann doch wieder hier?
Wahnsinn.
Es dauert halt länger.
Anscheinend.
Macht nichts.
So lange Wasser da, ist alles gut.
Ja, also das fing eigentlich schon vor meiner Geburt an.
Mein Vater wollte schon immer in den Westen mit meiner Mutter.
Und dann hatten sie einen Ausreiseantrag gestellt und dann war ich auf der Welt gewesen.
Dann haben sie mich wieder zurückgezogen, weil meine Mutter da nicht mehr wollte.
Also mein Vater ist mit dem System damals einfach nicht klargekommen.
Damals der wollte einfach frei sein.
Ist auch ein Freigeist gewesen, ist leider verstorben Anfang des Jahres, wirklich tragisch.
Und ja, er ist ein Freigeist und bis zum Schluss war er das gewesen.
Und er hat immer gegen den Strom, immer anders gedacht.
Also wenn die Obrigkeit gesagt hat, du gehst links, dann ist er rechts gegangen.
Wenn die sagen, du gehst hoch, dann geht er runter.
Also so nach dem Motto.
Ja ja, dann war die, das jährt sich jetzt bald wieder, wenn ich überlege.
Was haben wir heute, den 7.,
7.,
9., am 13.1985 war die Ausreise.
Krass.
Also 40 Jahre.
Solange wie die DDR existiert hat, bin ich jetzt schon eigentlich wieder, ja oder wie sagt man, bin ich jetzt in
35 Jahre wären es dieses Jahr.
Nee jetzt nochmal auf den Punkt wieder zurückzukommen.
Also, 1985 war die Ausreise gewesen.
Im Vorfeld gab es ein paar Schikanen, die habe ich als kleines Kind mitbekommen.
Wir haben ja in Weißwasser gewohnt.
Berliner Straße, Ecke Bautzner Straße, so weit über dem Juweliergeschäft oben drüber da.
Also, da gab es die Einkaufsmeile dann noch nicht.
Da war noch Schotter.
Da war nichts gewesen groß.
Und mein Vater kam den einen Abend nach Hause mit Gepoltertatz.
Ich habe ja schon geschlafen.
Dann bin ich bloß ins Bad
rüber und die ganze Badewanne war da voller Blut
gewesen.
Und da gab es halt irgendwie eine Reiberei mit der Staatssicherheit.
Der wurde provoziert mein Vater.
Da gab es ein erstes Wortgefecht, ein bisschen Rempelei.
Und dann kam es auch zur Schlägerei Und dann, ja mein Vater hat eine gefangen er wollte zurückhauen, dann macht
hier
die Hand,
warte
mal, sieht man es hier, eigentlich so wie es hier aussieht sah es bei meinem Vater auch aus.
Der hat auch solche Narben gehabt, das ist ein anderer Unfall, aber das sah genauso aus.
Und ja, das bleibt in Erinnerung,
das
sieht man als Kind, das bleibt drin.
Ja, und dann im Kindergarten gab es jetzt nicht so die Reibereien, ich bin ja in Ulja zwei Jahre gewesen ungefähr.
Also als Kind wurde ich noch relativ verschont,
aber
ein paar Wochen vor der Ausreise war es gewesen, mussten wir zum Rat der Gemeinde nach Weißwasser, also jetzt Rathaus, und da wurden erst meine Eltern reingebeten ins Büro, da saßen Mann
Und dann saßen wir erst draußen im Gang mit meinem Bruder und haben gewartet.
Und im Vorfeld haben uns die Eltern eingetrichtert, sagt bitte, ihr kommt mit, ihr wollt mit, egal was sie sagen, ihr wollt mit nach Westen in den Westen nach Berlin.
Und das haben die uns ein paar Tage vorher schon so getrimmt.
Und jedenfalls, meine Eltern sind dann noch nach gewissen Zeit sind sie dann raus.
Und dann ist mein älterer Bruder und ich, sind wir dann da rein.
Und dann, ja, hallo er ist bei mir gesetzt.
Und dann, ich war damals fünf Jahre alt,
ich
kann mich aber trotzdem noch sehr gut dran erinnern, das glaubt man gar nicht.
Aber es ist so manche Sachen vergisst man halt nicht.
Und die... Fragen, wollte wirklich und hier ist doch viel schöner in der DDR und Deutschland und Fahne hoch, so nach dem Motto.
Und ihr werdet eure Cousinen nie wiedersehen und konnten alle Namen, die haben alle Namen aufgezählt.
Oma und Opa und die und den und jenes und werdet ihr nie wiedersehen.
Wir wollen, wir wollen, wir wollen und dann wirklich, wir wollen, wir wollen, wir wollen.
Wir wollen nicht hierbleiben, wir wollen in den Westen.
Und dann konnten sie uns nicht überreden.
Wir sind standhaft geblieben und dann ein paar Wochen später sind wir dann mit vier Koffern ausgereist.
Mein Vater hat alles irgendwo verteilt.
Wir durften ja nicht mehr mitnehmen.
Ich habe einen großen weißen Eisbären, einen Teddy, den habe ich mitnehmen.
Den habe ich heute noch, den habe ich eingemottet.
Und dann sind wir ins Auffanglager gekommen.
Also West-Berlin, Friedrichstadtpalast, Tränenplast und auch schmalengängig da kann ich mich noch erinnern, es war alles so eng.
Wirklich so viele Menschen, alles so eng. Und dann habe ich bloß noch in Hand immer meinen Kopf gespürt Und
Ja, das ist schon
beachtlich.
Und dann U-Bahn, erst S-Bahn, dann U-Bahn gefahren und dann in Friedenau, da hatte meine Großtante gelebt in Berlin.
Und da sind wir dann auch noch hin.
Ich glaube, als Erster sind wir da hin Ich weiß es nicht mehr genau.
Und dann ausgestiegen aus der S-Bahn oder U-Bahn-Station.
Und da waren diese türkischen Gemüsehändler gleich ums Eck.
Und das haben wir damals nie gerochen, wie die Früchte duften können.
Ich kenne ja den Intershop-Geruch noch den kennst bestimmt auch.
Der ist auch einprägsam.
Aber dieser Duft der war genauso einprägsam.
Das war wirklich so, so stelle ich mir Karibik vor.
Das war schon... Ja, und dann wurden wir erst mal herzlich willkommen geheißen und sind in ein Auffahrenlager gekommen, also wie so Flüchtlingsheim.
Da hat man erst in, ach wo war das erst, Schöne?
Da waren zwei gewesen, einmal in Kreuzberg und das andere Schönefeld, irgendwie so.
Nee, Schönefeld ist ja außerhalb von Berlin.
Schöneberg?
Schöneberg, genau.
Und dann hat mein Vater dann eine Wohnung in der Zeit gesucht in Berlin und dann sind wir in die Gropiusstadt gezogen.
Genau, in Berlin, Gropiusstadt, Rudow, Neukölln, also das ist unsere praktische Idee, Bezirke Neukölln war der Bezirk gewesen und Rudow war unser, wie sagt man, Teil.
Und nach der Wende haben sie das auch nochmal abgetrennt, ist Gropiusstadt eigenständig hat vorher zu Rudow gehört.
Und da bin ich halt von 85 bis 93, dann haben wir in Berlin gewohnt acht Jahre circa, genau.
Und dann seid ihr wieder zurückgekommen?
Dann sind wir wieder zurück, genau.
Meine Eltern haben sich verkracht.
Meine Mutter ist da geblieben.
Und ich durfte mit meinem Vater, mit der einen Schwester durften wir dann gehen.
Dann waren wir in Reichwalde gewesen bei meinen Großeltern.
Die hatten ja damals die Bäckerei noch so sporadisch gehabt.
War die schönste Zeit im Sommer.
Es gab Eis.
Seitdem bin ich wählerisch was Eis betrifft.
Da esse ich nicht jedes.
Da können sie noch so schwärmen vom anderen Eis.
Ich habe mit meinem Opa damals erst mal über die Schulter hingeguckt.
Und dann später durfte ich auch mal ein bisschen mitmachen.
Der hatte eine richtige alte Eismaschine gehabt mit so einem Kessel.
Und dann ringsherum war so ein Kühlmittel.
So eine Lauge oder was das da war.
Oder nicht Lauge.
Das war so ein, wie sagt man?
Salz, doch ist doch Lauge, Mensch, dann blöd.
Ich
weiß nicht was da reinkommt.
Als
Kühler, dass es kälter wird.
Unten im Keller war die Kältemaschine, dann diese Eismaschine mit diesem Bottich und des Kältemittelrings.
Dieser Milchbehälter oder Eisbehälter, der ist praktisch gelagert gewesen, umlagert von der Flüssigkeit, so besser gesagt.
Ja, und da hat er dann Eis gemacht und das habe ich dann mir angeschaut und mit der Zeit durfte ich mal mitmachen.
Aber das war Handarbeit, noch richtig Handarbeit.
Wenn ich mir heute das anschaue, die haben ihre Maschinen, da tun sie ihre Eimer reinkippen ein bisschen Milch oft mixen und dann sagen sie, sie machen Eis.
Und du hast diese Eismaschine noch?
Nee, leider nicht.
Die Bäckerei wurde ja umgebaut zum Wohnhaus.
Die Eismaschine wurde rausgebaut, so ausgebaut.
Das war ja eine riesen Eismaschine gewesen.
Das kann man sich gar nicht vorstellen.
Aber
wenn du weißt, wie das Prinzip funktioniert, dann könntest du es doch theoretisch nachbauen.
In Theorie ist halt vieles möglich.
Okay, wenn du mal lange mehr haben solltest.
Dann bin ich gespannt auf das Eis, was du produzierst.
Okay.
Schön.
Ja, sehr spannend.
Ja.
So, ein bisschen Lebensgeschichte dabei gewesen, ja?
Ja.
Also es hört sich so an, als ob du ein sehr bewegtes Leben hattest bisher.
Ich bin ja der Protagonist Ich bin ja mittendrin.
Das
sehen eher Außenstehende, aber wenn ich zurückschaue, sage ich, oh Gott, was habe ich schon alles gemacht.
Das meine ich.
Ja
genau.
Das ist schon einiges, muss man sehen.
Gibt es irgendwas, worauf du besonders stolz bist, beziehungsweise worauf du hättest verzichten können?
Verzichten hätte ich können, aufs Rauchen anzufangen.
Okay.
Bin ich ganz ehrlich.
Das, ja, ist so.
Muss man jetzt nicht irgendwo zerreden oder sonstiges.
Es gibt auch mal schöne Momente, wo man sagt, raucht mal gerne.
Es soll ja ein Genussmittel sein, aber ja das muss nicht sein, finde ich.
Wer es noch macht, dann soll er rauchen.
Ich rauche ja auch noch, aber ich will weniger rauchen am besten auch.
Deswegen sage ich ja, hätte ich es mal nicht gemacht.
Hätte man sich einiges sparen können.
Und die körperliche Fitness wäre auch um einiges besser, obwohl ich heute einen Schritt vorgelegt habe.
Auf jeden Fall.
Ja, und was war die andere Frage nochmal?
Du hast ja
zwei Fragen gestellt.
Genau, also worauf du hättest verzichten können, worauf du stolz bist.
Stolz?
Da gibt es viele Sachen, auf die ich stolz bin.
Wenn ich jetzt eine Sache auslasse, dann ist er mir traurig und böse.
Ich bin auf meine Frau stolz.
Das glaub ich.
Dass 'se sich so gemausert hat, so gemacht hat.
Und 'se nicht aufgibt.
Das ist ein Vorbild.
Ja, das glaube ich auch.
Das ist
ein Vorbild.
Mehr brauche ich dazu nicht sagen.
Ich bin auch auf andere Sachen stolz Aber das ist wirklich, wie sie sich gemausert hat.
Und auch nicht unterkriegen lassen hat von anderen, die gesagt haben, das schaffst du eh nicht.
Das kann sich jeder zu Herzen nehmen.
Machen, machen, machen.
Und wenn einer von außen kommt und sagt, du schaffst das eh nicht.
Dann ist es nicht der Richtige Lass links liegen.
